
Die Ausgangslage vor dem Spiel zwischen Fortuna Düsseldorfs Regionalliga-Fußballern und dem Wuppertaler SV war klar: Um noch eine realistische Chance auf Rang 15 zu haben, war für die Bergischen ein Sieg in Düsseldorf quasi Pflicht. Nach dem Ausgleich zum 2:2 in der 83. Minute warfen die Gäste daher noch einmal alles nach vorne, um irgendwie den Lucky Punch zu erzwingen.
Daraus wurde jedoch nichts, es blieb für den ehemaligen Bundesligisten beim dritten Remis in Folge. Nach dem Schlusspfiff entlud sich im Gästeblock deshalb viel Frust – der WSV steht kurz vor dem Abstieg in die Oberliga.
Angesichts dieser brisanten Ausgangslage war schon vor der Partie im Umfeld des Paul-Janes-Stadions ein deutlich größeres Polizeiaufgebot zu sehen als bei allen vorherigen Heimspielen der „Zwoten“. Während der Partie machten die Gästefans noch mit lautstarkem Support auf sich aufmerksam und unterstützten das Team von Mike Wunderlich tatkräftig. Auch die üblichen Sticheleien zwischen beiden Fanlagern blieben nicht aus: Als die Fortuna-Fans lautstark „Absteiger! Absteiger!“ skandierten, antworteten die WSV-Anhänger mit denselben Rufen – ein Sinnbild für die absurde Konstellation im Abstiegskampf der Regionalliga.
Nach dem Abpfiff schlug der Support für die eigene Mannschaft jedoch in pure Wut um. Kurz nach Spielende stieg dichter, schwarzer Rauch aus dem Gästeblock auf. Begleitet wurde die Aktion von einigen laut explodierenden Böllern. Nachdem der Rauch abgezogen war, leerte sich die Kurve der Bergischen schnell. Da im Parallelspiel zwischen dem SV Rödinghausen und dem SC Wiedenbrück in der Nachspielzeit noch der Siegtreffer für die Wiedenbrücker gefallen war, kann Wuppertal den 15. Rang zwar theoretisch noch erreichen, aufgrund der deutlich schlechteren Tordifferenz ist dieses Szenario aber mehr als unrealistisch.
Auch wenn die Geschehnisse im WSV-Block vieles überschatteten, kamen die Fortuna-Spieler auf der anderen Seite des Stadions in den Genuss eines verdienten Applauses. Nachdem die Akteure und Verantwortlichen der Wuppertaler den Platz in Richtung der Kabinen verlassen hatten, wurden die Rot-Weißen mit „Fortuna“-Sprechchören verabschiedet. Immerhin war es das letzte Heimspiel der Saison für die sportlich gerettete „Zwote“, die im Falle eines Drittliga-Abstiegs der Profis allerdings auch den Gang in die Oberliga antreten müsste.