
Sie sind diejenigen, die einen Verein am laufen halten. Und sie stehen nicht so im Mittelpunkt wie die Spieler, auf die allwöchentlich die Schweinwerfer gerichtet sind. Gemeint sind die ehrenamtlichen Helfer im Hintergrund, die, die immer da sind, aber nur selten Beachtung finden. Diesen stillen Helden widmet FuPa eine kleine Serie. Teil 6: Verena Knab vom SV Röhrnbach.
Seit wann bist Du in Deinem Verein in welchen Funktionen aktiv?
Dabei bin ich, seitdem ich denken kann - also gut und gerne 29 meiner 31 Lebensjahre. Meine Schwester hat den Grundstein dazu gelegt, dass ich zur Garde des SVR gekommen bin. Sie war und ist mein Vorbild. Langsam bin ich dann als aktive Sportlerin in die Trainerrolle hineingewachsen. Weiter ging es in die Spartenleitung und Vorstandschaft, auch wenn das alles irgendwie nicht geplant war. Ich war bei der Versammlung mit Neuwahlen dabei - und plötzlich hatte ich die Posten. Zudem bin ich stellvertretender Jugendwart im ganzen Verein - als Assistentin meines Onkels, der Jugendleiter der Fußballer ist. Derzeit arbeitet er darauf hin, dass ich ihn ablöse. Natürliche schaue ich auch regelmäßig bei den Spielen der Fußballer zu.
Wie viele Stunden bist Du für Deinen Verein durchschnittlich aktiv?
Das ist total schwer zu sagen, weil die Grenzen verschwimmen. Ich trainiere regelmäßig mit meiner besten Freundin: Ist das dann Vereinstätigkeit oder Privatleben? Es gibt auch Vermischungen mit meinem Beruf, ich bin Erzieherin - beispielsweise wenn es um die Übungsleiterscheine geht

Warum ist Dein Verein Dein Verein? Was zeichnet ihn aus? Welche Alleinstellungsmerkmal hat er?
Der Zusammenhalt - auch über Sparten hinweg - begeistert mich. Es gibt zum Beispiel einige Fußballer, die auch der Herrengarde angehören. Man lernt in einem Verein bereits in jungen Jahren sehr viel fürs Leben.
Ein Leben ohne meinen Verein wäre...
...auf jeden Fall ganz anders, weil ich beim SVR meinen Freundeskreis habe.
An welches Erlebnis/Ereignis rund um Deinen Verein erinnerst Du Dich besonders gerne?
Der Moment, wenn man auf der Bühne steht - und das Publikum begeistert ist. Damals, als ich noch aktiv war, war das schon besonders. Nun als Trainer, wenn ich Gruppe sehe und sie gut war, ist es noch schöner.
Und welchen Moment möchtest Du aus Deinem Gedächtnis streichen?
Wenn ein Auftritt mal nicht so geklappt hat. Gerade wenn die Technik streikt, wenn die Musik nicht geht. Da schwitzt man mehr wie die Mädls auf der Bühne.
Zu viel Lob ist auch nicht gut, deshalb: Was könnte in Deinem Verein besser sein/werden/laufen?
Wir können uns - im Gegensatz zum Fußball - nicht beschweren, dass wir zu wenig Trainer hätten. Sie stehen regelrecht Schlange. Schade ist, dass sehr wenige davon auch tatsächlich ausgebildet sind. Der Weg zum Übungsleiter ist sehr steinig.
Ehrenamt gilt mehr und mehr als uncool. Wie könnte man dieser Entwicklung entgegenwirken?
Bei uns ist das Gegenteil der Fall. Wir hätten viele, die was machen wollen. Vielleicht, weil die Vorbildfunktion bei uns eine noch größere Rolle spielt als bei den Fußballern.
Das Mannschafts- und Vereinesterben greift um sich. Warum ist Dein Verein in absehbarer Zeit davon nicht betroffen?
Die großen Bemühungen unserer Sparte führen dazu, dass es eine lange Warteliste gibt. Wir könnten noch einmal die gleiche Sparte machen. Luxusprobleme…
Abschließend der obligatorische Blick in die Zukunft: Dein Verein in 10,15 Jahren – erzähl doch mal...
Dann gibt es noch mehr Möglichkeiten, im Verein aktiv zu werden. Bisher ist es so, dass das Kinderturnen die Basis ist - und dann der Weg beim Fußball oder in der Garde weitergeht.
___________
Otto Freund (1. Vorsitzender, SV Röhrnbach: "Verena organisiert als Spartenleiterin die vielen Garden-Gruppen, schaut um Sponsoren und bindet junge Übungsleiterinnen in die geplanten Programme ein. Ihr ehrenamtliches Engagement ist unglaublich wertvoll für unseren Sportverein. Über das Kinderturnen hat sie unglaublich viele Kinder zum Sport gebracht."
___________
Auch ihr habt stille Helden im Verein? Dann schreibt uns: niederbayern@fupa.net!
