
Sie sind diejenigen, die einen Verein am laufen halten. Und sie stehen nicht so im Mittelpunkt wie die Spieler, auf die allwöchentlich die Schweinwerfer gerichtet sind. Gemeint sind die ehrenamtlichen Helfer im Hintergrund, die, die immer da sind, aber nur selten Beachtung finden. Diesen stillen Helden widmet FuPa eine kleine Serie. Teil 14: Josef "Benzin" Penzenstadler von der SV-DJK Karlsbach
Seit wann bist Du in Deinem Verein in welchen Funktionen aktiv?
Puh, da ist einiges zusammengekommen (schmunzelt). Ich bin Gründungsmitglied des Vereins - und schon immer dabei. Mit 20 Jahren bin ich als Fußballer in den Seniorenbereich aufgerückt. Damals war Robert Goldschmidt unser Trainer. Ihm war Penzenstadler zu lange, deshalb hat er mich einfach Benzin genannt. Dieser Name ist mir bis heute geblieben. Manche wissen gar nicht, wie ich richtig heiße. Aber zurück zu meinen Ämtern: Nach der aktiven Karriere bin ich gleich Trainer geworden und habe mich dann von den Schüler langsam hochgearbeitet. Zudem war ich 13 Jahre Jugendleiter. Meine Frau ist seit 1990 Platzwart - und irgendwann bin ich einfach umgestiegen, seitdem mähe ich den Rasen.
Wie viele Stunden bist Du für Deinen Verein durchschnittlich aktiv?
Als Platzwart bin ich drei Mal Mal pro Woche zwei bis drei Stunden im Einsatz - mindestens. Und dass ich bei Spiele zuschaue, ist sowieso Pflicht.
Warum ist Dein Verein Dein Verein? Was zeichnet ihn aus? Welche Alleinstellungsmerkmal hat er?
Ich bin aufgewachsen mit dem Verein. Er gehört einfach dazu.
Ein Leben ohne meinen Verein wäre...
...irgendwas würde fehlen. Da wäre Leere.
An welches Erlebnis/Ereignis rund um Deinen Verein erinnerst Du Dich besonders gerne?
Natürlich die Jugend-Abschlussfeiern mit Zelten und Grillen. Das waren schöne Momente. Und der Ehrenamtspreis des Landkreises, den ich vor zehn Jahren bekommen habe.
Und welchen Moment möchtest Du aus Deinem Gedächtnis streichen?
Als ich Abteilungsleiter war, hat sich einer unserer Spieler erschossen. Das sind Enschnitte...
Zu viel Lob ist auch nicht gut, deshalb: Was könnte in Deinem Verein besser sein/werden/laufen?
Momentan stehen wir nicht schlecht da, aber: Das Sportliche könnte etwas besser laufen.
Ehrenamt gilt mehr und mehr als uncool. Wie könnte man dieser Entwicklung entgegenwirken?
In Karlsbach ist die Welt in dieser Hinsicht noch heil.
Das Mannschafts- und Vereinesterben greift um sich. Warum ist Dein Verein in absehbarer Zeit davon nicht betroffen?
Weil der Zusammenhalt bei uns noch da ist. Man hilft zusammen - ohne Wenn und Aber. Und dann leistet man eben miteinander Überzeugungsarbeit, damit das Team zusammen bleibt - oder ergänzt wird.
Abschließend der obligatorische Blick in die Zukunft: Dein Verein in 10,15 Jahren – erzähl doch mal...
Da bin ich schon aus dem Gröberen raus (schmunzelt). Ich wünsche mir, dass alles so bleibt, wie es ist - und vielleicht wieder etwas mehr sportlichen Erfolg.
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Johannes Salzinger (1. Vorsitzender, Karlsbach): "Seit ich als E-Jugendspiele zur SV-DJK Karlsbach gekommen bin, ist unser "Benzin Sepp" nicht mehr weg zu denken. Er ist sowas wie ein Wegbegleiter. Von der Jugend bis hin zum Herrenbereich und zwischenzeitlich als A-Jugend Trainer mit Aufstieg in die Kreisliga - Sepp war immer dabei! Auch heute ist er noch immer präsent als Greenkeeper, der mit seiner Frau Rosi unseren Rasenplatz perfekt pflegt, aber auch als treuer Zuschauer. Ein Mann, auf den man sich seit Jahrzehnten verlassen kann! Ein Ehrenmann, der Benzin Sepp! Die SV-DJK Karlsbach ist stolz, einen solch engagiertes Vereinsmitglied zu haben. Die Farben von Sepp sind eben rot-weiß!"
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Auch ihr habt stille Helden im Verein? Dann schreibt uns: niederbayern@fupa.net