
Der Cheftrainer und sein Co-Trainer gehen nach der Saison. Toy will am höchsten Punkt aufhören, Vollmann nennt drei Gründe für seinen Abschied.
Unmittelbar vor der Abreise ins Trainingslager seiner Landesliga-Fußballer hat der Kirchheimer SC zwei überraschende Personalien verkündet: Sowohl der langjährige Chefcoach Steven Toy (37) als auch der spielende Co-Trainer Korbinian Vollmann (32) werden den Verein am Ende der Saison verlassen.
Es war unglaublich emotional, als Steven uns informiert hat, und es beschäftigt die Jungs.
Sebastian Zielke (Kapitän Kirchheimer SC)
„Wir wollten mit Steven um ein weiteres Jahr verlängern und haben uns dazu schon Anfang Dezember getroffen“, sagt Abteilungsleiter Christian Boche: „Er hat sich dann Bedenkzeit erbeten, nach seinem langen Urlaub haben wir uns noch einmal zusammengesetzt, kurz darauf hat er mir seine Entscheidung mitgeteilt. Und die ist ihm sehr schwergefallen, das war ihm deutlich anzumerken.“
Der Kirchheimer SC – hier spielte er auch in der C-Jugend – ist Toys erste Station als Trainer: Im Juli 2015 löste er Kevin Staudigl und David Schittenhelm ab, die nach dem Rücktritt von Michael Hofmann als Interimslösung agiert hatten und ihn dann unterstützten.
„In die Entscheidung spielen natürlich verschiedene Faktoren mit rein, aber in erster Linie geht es mir darum, dass ich am höchsten Punkt aufhören möchte, nachdem ich so viel Herzblut und Liebe in die Aufgabe investiert habe“, sagt Toy. Den Abstieg aus der Bayernliga ausgenommen habe sich die Mannschaft in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert und werde wahrscheinlich heuer wieder eine bessere Saison hinlegen als zuletzt: „Ich merke aber auch, dass ich aktiv Kraft aufwenden muss, um mit der Energie bei der Sache zu sein, die die Aufgabe erfordert.“
Christian Boche schmerzt Toys Abschied sehr: „Steven hat sich um den Verein wirklich verdient gemacht, er trägt das KSC-Gen in sich – unsere Zusammenarbeit war immer von gegenseitigem Vertrauen und großem Respekt geprägt.“ Toy habe die Mannschaft weiterentwickelt, die Stimmung in der Truppe sei immer super gewesen: „Und dass er das Team in die Bayernliga geführt hat, kann uns keiner mehr nehmen. Ich kann nur danke, danke, danke sagen!“
Den Dankesworten schließt sich auch Kapitän Sebastian Zielke (29) an, der wie so viele Akteure im Kader unter Toy sein Debüt im Herrenbereich erlebte: „Dass dieser Moment kommen würde, war allen klar, denke ich – aber jetzt hat niemand damit gerechnet. Es war unglaublich emotional, als Steven uns informiert hat, und es beschäftigt die Jungs.“ Abwehrspieler Zielke werden dabei vor allem „die vielen kleinen Momente im Miteinander“ unvergesslich bleiben: „Was wir alles miteinander erlebt haben in all den Jahren, wie viel Spaß wir hatten, wie wir alle zusammen drangeblieben sind nach Niederlagen …“
Korbinian Vollmann war im Herbst 2021 nach dem Ende seiner Profikarriere zu seinem Jugendklub und in seinen Heimatort zurückgekehrt. „Ich verlasse eine Gruppe von Freunden“, sagt der spielende Co-Trainer und nennt drei Gründe für seinen Abschied: „Es kommt beruflich mehr Arbeit und mehr Verantwortung auf mich zu, mein älterer Sohn wird eingeschult, da will ich in der Familie unterstützen, und als Sportler bin ich kein Typ für 80 oder 90 Prozent. Nach kleineren Blessuren dauert es länger als früher, bis ich wieder fit bin – das nervt.“
Wie es mit Ricardo Jacobi – er ist seit Anfang 2016 beim KSC – weitergeht, ist noch offen. „Es ist mega schade, dass Steven und Korbi aufhören, aber auch verständlich. Für mich stehen noch Gespräche mit dem Verein an, dann sehen wir weiter“, sagt der 38-Jährige. (guv)