
Bei Hannover 96 endet im Sommer eine prägende Trainerära im Nachwuchsbereich: Daniel Stendel wird die 96-Akademie nach vier Jahren verlassen und erneut Cheftrainer des englischen Drittligisten FC Barnsley werden. Obwohl sein Vertrag in Hannover noch bis 2027 lief, verständigten sich beide Seiten auf eine einvernehmliche und partnerschaftliche Trennung.
Für Stendel bedeutet der Wechsel zugleich die Rückkehr an eine frühere Erfolgsstation. Bereits in der Saison 2018/19 hatte er den FC Barnsley aus der League One in die Championship geführt und sich dort nachhaltig einen Namen gemacht.
Nun zieht es den 52-Jährigen erneut nach England. Gespräche über seine Nachfolge bei der U23 von Hannover 96 laufen bereits.
Seit Juli 2022 arbeitete Stendel erneut für Hannover 96. Auch damals war es eine Rückkehr gewesen: Bereits zwischen 2007 und 2016 hatte der ehemalige Bundesliga-Profi in verschiedenen Funktionen im Nachwuchsbereich des Vereins gearbeitet.
In seiner zweiten Amtszeit prägte er vor allem die Entwicklung der U23 entscheidend mit. Der größte sportliche Erfolg gelang 2024 mit dem Aufstieg in die 3. Liga. Dort hielt sich das Team lange im Rennen um den Klassenerhalt und brachte zugleich mehrere Talente näher an den Profibereich heran.
Spieler wie Lars Gindorf, Monju Momuluh, Husseyn Chakroun oder Hayate Matsuda entwickelten sich unter Stendel sichtbar weiter und schafften teilweise den Sprung in den Zweitliga-Kader.
Stendel selbst blickt mit großer Zufriedenheit auf seine Zeit in Hannover zurück. Besonders das Aufstiegsrelegationsspiel gegen Würzburg vor mehr als 25.000 Zuschauern sowie die Drittligasaison mit der U23 hätten ihn nachhaltig geprägt.
Zugleich betonte er, dass nun der richtige Zeitpunkt für eine Veränderung gekommen sei. Trotz der Vorfreude auf die neue Aufgabe in Barnsley verlasse er Hannover mit Stolz auf das gemeinsam Erreichte.
Auch vereinsintern genießt Stendel weiterhin hohes Ansehen. Sportdirektor Ralf Becker würdigte dessen Verdienste sowohl als ehemaliger Spieler als auch als Trainer und erklärte, man habe ihm trotz laufenden Vertrags keine Steine in den Weg legen wollen.
Akademieleiter Julian Battmer hob insbesondere Stendels Fähigkeit hervor, Mannschaften zu formen und gleichzeitig individuelle Entwicklungen voranzutreiben. Gerade die Durchlässigkeit zwischen U23 und Profibereich sei in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen.
Sein letztes Spiel als U23-Trainer von Hannover 96 wird Daniel Stendel am 16. Mai bestreiten. Dann empfängt die Mannschaft im Eilenriedestadion den Bremer SV zum Abschluss der Regionalliga-Saison.