2026-04-16T10:11:10.190Z

Spielbericht

Stein stiehlt KSG Sieg in Nachspielzeit

von Severin Buhl · Gestern, 22:54 Uhr · 0 Leser

In einem spannenden, wenn auch nicht hochklassigen Spiel trennten sich die KSG Holdenstedt/Beyernaumburg und die SG Berga/Uftrungen 2:2 (1:1). Die Gastgeber verpassten den ersten Erfolg 2026 durch einen Treffer in der sechsten (!) Minute der Nachspielzeit.

Bei den Gastgebern konnte Trainer Fischer im Vergleich zur Nullnummer in Roßla wieder auf eine größere Auswahl an Spielern zurückgreifen. Zwar fehlte in H. Hollo (angeschlagen) ein Leistungsträger und van Veen konnte aus beruflichen Gründen erst zur zweiten Hälfte kommen. Dafür begannen Rückkehrer Kavalier und L. Hollo, zudem nahmen Burghardt, Hedig und Reger auf der Bank Platz. Bei den Gästen fehlten im Gegensatz zur Vorwoche Torhüter Schulze, Walther, Wedler und Kern, dafür begannen Feldspieler Petermann im Tor, J. Rockmann, Andree und Schröter.

KSG bestimmt ersten halbe Stunde

Bei strömenden Regen setzte die KSG ihren Aufschwung, der sich in den letzten anderthalb Partien angedeutet hat, fort. In der ersten halben Stunde war nicht zu erkennen, wer der Tabellenzweite ist: Mit aggressiven Forechecking, starken Zweikampfverhalten und zielgerichtetem Angriffsspiel drückten die Gastgeber der Partie zunächst klar dem Stempel auf. Die Gästen hatten in der Abwehr erhebliche Probleme im Stellungsspiel und verloren im Aufbau den Ball immer wieder an die früh störenden Hausherren.

Diese kamen auch zu guten Torchancen: So scheiterte Kavalier, der als falsche Neun auflief, mit einem Aufsetzer von der Strafraumgrenze an Keeper Petermann, R. Herbst konnte den Abpraller aber nicht zu einem Torschuss nutzen (6. Minute). Y. Herbst schien drei Minuten später nach einem Solo über die mangelnde Gegenwehr überrascht und verschoss überhastet aus guter Position.

Die verdiente Führung resultierte aus einem Elfmeter, als Dauber nach einem Standard Carl in die Hacken lief. Kavalier verwandelte den Strafstoß sicher zu seinem ersten Pflichtspieltor für die KSG.

Hausherren nach Führung nervös

Mit der Führung im Rücken begann die KSG allerdings nervös zu werden. Mit unnötigen Fehlern luden die Hausherren die bis dato völlig harmlosen Gäste zu einigen Großchancen ein, doch konnte Keeper Koch gleich dreimal im Eins-gegen-eins den Ausgleich verhindern. Auf der Gegenseite konnte der Gäste-Keeper bei einer verunglückten Flanke von L. Hollo nur mit Mühe einen Gegentreffer verhindern. Als vieles auf eine Pausenführung der KSG hinauszulaufen schien, konnte sich Spenner einmal gegen Schendzielorz durchsetzen, seine präzise Flanke köpfte der ungedeckte Stein unhaltbar ein (40.).

Zur zweiten Halbzeit kam bei den Gastgebern van Veen für L. Hollo, Kavalier wechselte dafür auf den linken Flügel. Ein Wechsel, der sich sofort positiv für die KSG auswirken sollte: Kavalier versuchte sich wie in der ersten Hälfte aus der Distanz, Petermann konnte den Aufsetzer nicht festhalten und van Veen staubte - aus stark abseitsverdächtiger Position - zum 2:1 ab.

Platzverweis ändert Kräfteverhältnisse

Kurz darauf hätte van Veen seinen zweiten Treffer machen müssen, doch bei einem Konter, bei dem er allein auf das Tor zulief, versagtem dem jungen Angreifer die Nerven und er schoss klar am Tor vorbei (48.). Zehn Minuten später bekam das Spiel einen neuen Dreh: Der bereits vorwarnte Y. Herbst hakelte nach einem Foul an ihm (!) am Boden liegend gegen seinen Gegenspieler nach und flog mit Gelb-Rot vom Platz.

In Überzahl bekam Berga/Uftrungen klar Oberwasser, allerdings: Trotz aller optischen Überlegenheit verstanden es die umständlich und ohne Überraschungsmomente aufspielenden Gäste nicht, sich klare Torchancen herauszuspielen. KSG-Keeper Koch musste nicht einen Ball halten, weil es die aufopferungsvoll kämpfende KSG verstand, Pässe und Flanken zu unterbinden und das defensive Mittelfeld um R. Herbst, Carl und Große die meisten Angriffe im Keim erstickte.

Die beste Gelegenheiten der Gäste waren ein Querpass, den ein Angreifer in der Mitte um Zentimeter verpasste und eine Flanke, die kein Spieler erreichte und die am Pfosten landete. Auf der Gegenseite setzten die Gastgeber immer wieder Nadelstiche über die schnellen Kavalier und van Veen, verpassten aber die Chance zum Abschluss oder zum Pass oder wurden im letzten Moment noch gestört. Die beste Chance hatte Kavalier, dessen Schuss von Petermann pariert wurde (84.).

Glückliche Gäste treffen in Nachspielzeit

Als alles auf den ersten KSG-Sieg des Jahres hindeutete, gelang den Gästen in der unverständlicherweise - es gab keine Wechsel, verletzungsbedingten Unterbrechungen oder ähnliches - von drei auf sechs Minuten ausgedehnten Nachspielzeit doch noch ein guter Angriff über die rechte Seite, Spenner fand erneut Stein und der konnte doch noch zum äußerst schmeichelhaften Ausgleich einschießen. Direkt danach pfiff der Referee ab.

Somit muss die KSG weiter auf ein Erfolgserlebnis warten. Am kommenden Wochenende geht die Reise zu Anhalt Sangerhausen, während die SG Berga/Uftrungen die zweite Mannschaft des VfB Oberröblingen zum Spitzenspiel empfängt.