2026-04-23T13:43:33.969Z

Transfers

Statt Karrierende: Sebastian Spinner kehrt nach Erlbach zurück

Offensivspieler kommt vom TSV Kastl - Rückkehr nach 10 Jahren

von Thorsten Eisenacker · Heute, 10:00 Uhr · 0 Leser
Teffsicher: Sebastian Spinner erzielte diese Saison bereits 18 Tore
Teffsicher: Sebastian Spinner erzielte diese Saison bereits 18 Tore – Foto: Markus Nebl

Eigentlich stand der Plan bereits fest, nach einer herausragenden Saison wollte Sebastian Spinner einen Schlussstrich ziehen. Nach über 400 Spielen im Herrenbereich und an die 200 Tore, wollte einer der besten Amateurfußballer, die der Landkreis in den letzten zwei Jahrzehnten hervorgebracht hat, im Sommer eigentlich seine große Karriere beenden.

Nach Anruf aus Erlbach hat Spinner "noch einmal der Ehrgeiz gepackt"

Doch dann klingelte das Telefon: „Nach dem Anruf aus Erlbach hat mich doch noch einmal der Ehrgeiz gepackt“, so Spinner. Zwischen 2013 und 2016 trug er bereits das Trikot des SVE (78 Spiele, 12 Tore), kennt das Umfeld, die Menschen und die Strukturen bestens. „Ich habe mich damals sehr wohl gefühlt“, sagt er rückblickend. Neben seinem Heimatverein TSV Kastl bezeichnet er den SV Erlbach deshalb auch als seinen „zweiten Herzensverein“. Der Kontakt ist über die Jahre daher nie abgerissen, der Verhältnis war immer gut und mit Lenny Thiel und Pascal Linhart trifft er auch auf Freunde aus seiner gemeinsamen Zeit in Kastl.

Doch es soll nicht nur ein lockeres Ausklingen der Karriere werden, sportlich hat der Offensivspieler noch klare Vorstellungen: „Mit 34 bin ich sicher kein Perspektivspieler“, sagt er offen. „Aber ich will der Mannschaft helfen und ich glaube, dass ich noch einiges erreichen kann. Ich bin fit, verletzungsfrei und ehrgeizig“. Dabei hat er sogar noch eine ganz persönliche Rechnung offen, nämlich ein Tor in der Bayernliga. „Das ist mir damals verwehrt geblieben und ich werde heute noch regelmäßig damit aufgezogen“, sagt er mit einem Schmunzeln. Treffsicher zeigte sich Spinner zuletzt enorm, mit bisher 18 Toren in 29 Spielen spielt er seine bisher beste Landesligasaison und hat entscheidenden Anteil am frühzeitigen Klassenerhalt des TSV.

Seinen Wechsel sieht Spinner als bewusste Entscheidung für einen starken Abschluss: „Das ist für mich der krönende Abschluss meiner Karriere im höherklassigen Amateurfußball.“ Wie lange dieses Kapitel dauern wird, lässt er dabei offen. Sollte der SV Erlbach sogar den Sprung in die Regionalliga schaffen, würde er auch diese Herausforderung gerne annehmen und dort seine Minuten sammeln.

Jahre in Kastl waren "einfach überragend"

Gleichzeitig ist ihm bewusst, dass der Aufwand noch einmal größer sein wird als zuletzt in Kastl. Durch seinen Job in Neuötting kann er dies jedoch gut mit dem Fußball vereinbaren. Rückhalt bekommt er dabei auch aus dem privaten Umfeld: Seine Frau gab grünes Licht für das Comeback im Holzland. Bei aller Vorfreude auf Erlbach ist es Spinner jedoch wichtig, eines zu betonen: seine Zeit beim TSV Kastl. „Die Jahre dort waren einfach überragend“, sagt er. Als prägende Figur hat er „seinen“ TSV über lange Zeit mitgestaltet, entsprechend emotional fällt der Abschied aus und umso mehr freut man sich im Holzland auf die Rückkehr.

Peiß: "Wird der neu formierten Mannschaft enorm weiterhelfen"

„Wir in Erlbach sind natürlich sehr glücklich, dass sich Sebastian Spinner noch einmal für eine Rückkehr zu uns entschieden hat. Als ich gehört habe, dass er seine Karriere beenden möchte, habe ich sofort den Kontakt gesucht. Und in mehreren Gesprächen konnten wir ihn überzeugen, noch einmal für den SV Erlbach aufzulaufen.“, so Ralf Peiß, der sportliche Leiter des SVE. „Mit seinem Ehrgeiz und seiner Einstellung wird er unserer neu formierten Mannschaft enorm weiterhelfen. Seine fußballerischen Qualitäten sind ohnehin unbestritten. Ich bin überzeugt: Fußball ist keine Frage des Alters, es gibt nur nicht so gute und gute Spieler. Und Basti gehört ganz klar zu den sehr guten. Ich habe ihn in dieser Saison mehrmals beobachtet, und er war jedes Mal einer der Besten auf dem Platz. Er ist topfit und bringt eine Spielintelligenz mit, die uns in der kommenden Saison definitiv weiterbringen wird. Der Kontakt ist über die Jahre nie abgerissen, und ich hatte schon vor zwei Jahren versucht, ihn zurück nach Erlbach zu holen. Umso mehr freut es mich, dass es jetzt geklappt hat.“