
Es scheint wie eine Erinnerung aus grauer Vorzeit. Nach der Hinrunde war Aufsteiger DJK Gnadental in der Landesliga noch ein heißer Abstiegskandidat. Doch mit fünf Siegen, vier Unentschieden und nur einer Niederlage aus zehn Rückrundenspielen haben sich die Gnadentaler auf Platz neun hochgearbeitet und sind damit auf einem sehr guten Weg Richtung Klassenverbleib.
Doch Trainer Sebastian Michalsky ist schon zu lange im Geschäft, um schon sechs Spieltage vor Saisonschluss endgültig Entwarnung zu geben. Auch die Partie am Sonntag beim souveränen Tabellenführer 1. Spvg. Solingen-Wald sieht er deswegen nicht als Bonusspiel.
„Bonusspiele gibt es für mich nicht. Wir brauchen noch ein paar Punkte. Auch wenn das Spiel in Solingen für uns eine maximale Herausforderung ist, haben wir einen Matchplan, der im besten Fall in einem Sieg mündet“, erklärt Michalsky. Aber auch wenn der DJK-Coach, der bis 2022 noch selbst auf hohem Amateur-Niveau kickte, nicht bereit ist, gegen den Ligaprimus weniger als 100 Prozent von seinen Jungs zu verlangen, so gesteht er doch ein, dass die aktuelle Tabellensituation mental große Vorteile mit sich bringt. „Dass wir jetzt Luft nach unten haben, tut natürlich in so einem Spiel gut. Wenn wir noch ganz tief im Abstiegskampf stecken würden, wäre das ganz was anderes“, betont Michalsky. Und ein weiterer Vorteil ist, dass die Kaderplanungen deutlich einfacher sind als im vergangenen Jahr zum gleichen Zeitpunkt. Während damals noch nicht klar war, ob es tatsächlich nach oben geht, stehen die Weichen nun klar auf ein weiteres Jahr Landesliga.
Sebastian Michalsky ist jedenfalls zufrieden mit dem Stand der Spielergespräche. Vier Akteure haben bereits feste Zusagen gegeben. Einer von ihnen ist der 22-jährige Felix Danneberg, der erst im Winter vom Oberligisten FC Büderich kam und sich in der Abwehr als die erhoffte Verstärkung herausstellte. Schon länger bei der DJK ist Mittelfeldspieler Carl Mergenthal, der seinerzeit aus der Jugend der SG Kaarst kam und sich glänzend entwickelt hat. Diesen Weg will der Coach mit ihm weitergehen. Genauso wie mit Luca Spasovski (22), der im vergangenen Sommer aus Kapellen verpflicht wurde. Er ist zwar aktuell verletzt, doch die Gnadentaler sind von ihm überzeugt und setzen auch nächste Saison auf seine Fähigkeiten. Der vierte aus dem Quartett, das verlängert hat, fällt in die Kategorie „Routinier“. Der inzwischen 32-jährige Oliver Wargalla hängt noch eine Saison dran, obwohl er beruflich viel unterwegs ist und nicht immer trainieren kann. Trotzdem weiß er noch immer, wo das Tor steht. Unvergessen sind seine 41 Tore aus der Saison 2023/2024.
Die weiteren Gespräche, auch mit Ex-Profi Ibrahima Traoré, laufen, und Michalsky ist zuversichtlich, dass er schon bald weitere Zusagen bekommt. Nun gilt aber zunächst die volle Konzentration dem Auswärtsspiel am Sonntag beim Tabellenführer. „Wir wollen mutig spielen und maximal unangenehm sein“, sagt der DJK-Coach und hofft auf weitere Punkte auf dem Weg zum Klassenverbleib.