
Der Kreuzauer SC ist zurück in der Bezirksliga – doch die Freude über den Aufstieg aus der Kreisliga A Düren ist bereits getrübt. Der Fußballverband Mittelrhein (FVM) hat den Klub um Trainer Olaf Ramm zur neuen Saison in die Bezirksliga Staffel 4 eingeteilt – sehr zum Ärger des Vereins. Erwartet hatte man eine Zuordnung zur Staffel 3, wo andere Teams aus dem Kreis Düren spielen und zahlreiche Derbys möglich gewesen wären.
„Für uns ist die Einteilung ein Schock“, sagt KSC-Vorsitzender Manuel Jörres. „Wir haben vorab vom FVM keine Informationen erhalten, dass wir in die Staffel 4 eingeteilt werden.“ Statt kurzer Anreisen stehen dem Aufsteiger nun weite Fahrten bevor, auch die Kasse des Vereins wird die Entscheidung spüren: „Finanziell ist das für uns ein herber Einschnitt. Wir haben keinen Mäzen und sind deshalb auf die Zuschauereinnahmen angewiesen. Das sind schnell 6.000 bis 7.000 Euro weniger an Umsatz.“
Laut FVM erfolgte die Einteilung nach geografischen Gesichtspunkten – doch daran zweifeln die Kreuzauer: „Kreuzau ist nicht der erste Kandidat für die Bezirksliga 4. Uns kommt es so vor, als ob man sagt: Mit dem Aufsteiger kann man es ja machen.“ Deshalb hat der Klub Einspruch gegen die Zuteilung eingelegt, auch wenn man weiß, dass die Chancen auf Erfolg gering sind. „Wir wollen aber ein Zeichen setzen. Uns ist klar, dass es ein Team treffen muss, aber dann bitte nach fairen Kriterien“, betont Jörres.
Das Telefonat mit dem Verband habe nur niederschmetternde Antworten gebracht. Der Klub hofft nun auf eine Lösung – etwa durch einen freiwilligen Tausch mit einem anderen Team oder eine Staffel mit 17 Mannschaften.
Die Kreuzauer befürchten nicht nur weniger Einnahmen und höhere Kosten, sondern auch sportliche Nachteile: „Für unsere Spieler bedeutet das einen deutlichen Mehraufwand – wir haben keinen Mannschaftsbus und werden rund 2.000 Kilometer mehr fahren.“ Auch die Unterstützung der Fans werde bei den weiten Reisen fehlen.
Der Verein hat seine Position in einem offenen Brief an den FVM deutlich gemacht – inklusive Kritik an der angeblich geografischen Einteilung. Hier der offene Brief im Wortlaut:
mit Vorfreude haben wir beim Kreuzauer Sportclub 05 e.V. (KSC) ein Jahr lang den Aufstieg aus der obersten Kreisklasse in die Bezirksliga begleitet. Ein Erfolg, den es in Kreuzau seit fast 70 Jahren nicht mehr gegeben hat.
Umso größer war der Schock, als der KSC der Bezirksliga Staffel 4 des Raums Aachen und Heinsberg zugeordnet wurde und nicht der Staffel 3 mit den anderen Dürener Mannschaften. Damit bleibt uns jedes Derby und Fußballfest der Region verwehrt.
Der FVM hat seine eigenen Kriterien für die Gruppeneinteilung veröffentlicht. Hierzu heißt es auf Fupa: „Wie schon in den Vorjahren folgt die Einteilung einem klaren geographischen Prinzip, bei dem Fahrstrecken und Kreiszugehörigkeit entscheidend berücksichtigt wurden.“ Der Homepage des FVM ist zu entnehmen: „In den Bezirksligen blieb es ebenfalls bei der bewährten geographischen Zuteilung, wobei etwaige Ausnahmen hiervon bereits aus der Vorsaison übernommen wurden und entsprechend bekannt sind. Aufgrund der vollen Belegungen und gemeinhin akzeptierten Zuteilungen in den Staffeln 3 und 4 wurde der Aufsteiger Kreuzauer SC aus dem Kreis Düren der Staffel 4 zugeordnet.“
Bei einer Bewertung der Einteilung anhand von objektiven Kriterien wird das vom FVM als Hauptkriterium angeführte „geografische Prinzip“, um die Wege möglichst kurz zu halten, unseres Erachtens gerade nicht berücksichtigt. Das Gemeindegebiet Kreuzau liegt geografisch im Vergleich zu anderen Mannschaften (Gemeinde- / Stadtgebiete) am weitesten vom Kreis Aachen und Heinsberg entfernt und ist leider auch verkehrstechnisch nicht optimal angebunden (mindestens 20 Minuten bis zur nächsten Autobahn). Andere Mannschaften liegen somit näher und / oder mit kürzerer Fahrtzeit zum Fußballkreis Aachen. Die veröffentlichte Gruppeneinteilung widerspricht damit den eigenen Grundsätzen des FVM und erweckt den Eindruck der Willkür. Ob dies in der heutigen Zeit sowohl ökologisch als auch ökonomisch vertretbar ist, darf durchaus in Frage gestellt werden.
Zudem bleibt unklar, was mit der Formulierung einer „gemeinhin akzeptierten Zuteilung“ gemeint ist und wir sind gespannt auf die Erläuterungen des FVM. Bedeutet dies, dass Auf- und Absteiger in die Liga hier prinzipiell gegenüber den „Bestandsmannschaften“ benachteiligt werden?
Aus unserer Sicht stellt die veröffentliche Gruppeneinteilung eine klare Fehlentscheidung des FVM dar und benachteiligt den KSC sowohl sportlich als auch finanziell unverhältnismäßig.
Fehlende Einnahmen aus den potentiellen Kreisderbys der Staffel 3 im mittleren 4-stelligen Bereich sind für den Verein genauso zu erwarten, wie ein erhöhter Zeit- und Kostenaufwand für die Spieler für die Auswärtsfahrten.
Fairness und Wettbewerb sehen anders aus. Wir entschuldigen uns bereits jetzt bei unseren treuen Anhängern für die Unannehmlichkeiten und den unverhältnismäßig hohen Aufwand und hoffen, dass ihr uns trotzdem bei den Heim- und Auswärtsspielen unterstützen werdet.
Wir hoffen mit diesem Brief beim FVM ein Überdenken der veröffentlichten Einteilung anstoßen zu können – entweder hin zu einem Tausch von Mannschaften oder zu einer Umstrukturierung der Ligengröße – um auch uns Kreuzauer Fußballern die historische Möglichkeit zu geben, im geographischen Rahmen der eigenen Umgebung Bezirksligafußball spielen zu können.
Für den Kreuzauer Sport-Club 05 e.V.
Der Vorstand