So voll wie damals dürfte es nicht sein: Sollte der TSV 1860 im Olympiastadion spielen, könnten nur etwa 35.000 Zuschauer dabei sein.
So voll wie damals dürfte es nicht sein: Sollte der TSV 1860 im Olympiastadion spielen, könnten nur etwa 35.000 Zuschauer dabei sein. – Foto: IMAGO/Bernd Mueller

Stadionfrage bei 1860: Ein „Knackpunkt“ – Sportbürgermeisterin spricht über Umzugs-Gedanken

Olympiastadion im besten Fall halb leer

Dieser Vorschlag hat Wellen geschlagen: OB Reiter lockte den TSV 1860 ins Olympiastadion. Sportbürgermeisterin Dietl verweist auf ein großes Manko.

München - Der TSV 1860 München feilt am Aufstiegstraum. Schon vor der Saison war klar, dieses Mal soll klappen, was zuvor knapp gescheitert ist. Eins ist aber lange noch nicht klar: Wenn es die Löwen schaffen, wo tragen sie dann ihre Zweitligaspiele aus?

Intern sollen sie sich einigen, mahnte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter jüngst. Die Stadt will wissen, ob das Grünwalder Stadion fit gemacht werden soll, oder ob der TSV 1860 doch eine eigene Lösung findet. Diese eigene Lösung, wäre ein eigenes Stadion. Finanziell ist das sicherlich nicht machbar.

Das Grünwalder Stadion ist eigentlich fast die einzige Alternative für 1860. Ganz zufrieden sind sie mit den Rahmenbedingungen um den Giesinger Fußballtempel aber bekanntermaßen nicht. Auf dem Oktoberfest stieß Reiter dann die Diskussion an: Warum nicht das Olympiastadion? Ihn würde es freuen.

TSV 1860: Highlight-Spiele im Olympiastadion? Dietl erklärt: Fast die Hälfte der Sitze bliebe leer

Ganz so einfach ist die Lage aber auch am Oberwiesenfeld nicht. Anhaltende Bauarbeiten und Auslastung für Konzerte wie Open Airs machen einen reibungslosen Spielbetrieb bis mindestens 2027 unmöglich.

Einzelne Spiele könnten in der Zeit aber schon ausgetragen werden, stellte die Olympiapark GmbH in Aussicht. Highlight-Matches vor 72.000 Fans? Die wird es allerdings trotzdem auf keinen Fall geben.

„Knackpunkt könnte die geforderte Überdachung des Stadions sein“, sagt Sportbürgermeisterin Verena Dietl. Der Verband verlangt in der 2. Bundesliga, dass alle Zuschauerplätze unter einem Dach sind. Dietl erklärt: „Als Auflage könnte die DFL daher fordern, nur die überdachten Stadionplätze zu besetzen. Das würde mit ca. 35.000 Plätzen für die 2. Liga reichen, ist aber bestimmt kein Plus für die Stadionatmosphäre.“

Olympiastadion wäre wohl fit für die 2. Bundesliga - Flutlicht und Rasenheizung sind auf Stand

Ob das Olympiastadion aber überhaupt eine Lizenz für die 2. Bundesliga bekommen würde, ist derweil noch nicht geklärt. „Lizenzierungsverfahren sind ein weites Feld. Die Ligaanforderungen können sich auch jederzeit ändern. Außerdem reicht es nicht, wenn ein Stadion sämtliche bauliche und infrastrukturelle Anforderungen erfüllt; allein deshalb besteht noch kein verbindlicher Anspruch auf Ligazulassung. Die Vereine müssen jedes Jahr umfangreiche Lizenzunterlagen einreichen. DFL beziehungsweise DFB bewerten diese und verhängen gegebenenfalls auch Auflagen“, erklärt Dietl.

Ist aber - abgesehen vom Dach - optimistisch: „Wir gehen aktuell davon aus, dass das Olympiastadion die Anforderungen der 2. Bundesliga bei Flutlicht und Rasenheizung erfüllt.“

Aufrufe: 023.9.2022, 11:18 Uhr
Moritz BletzingerAutor

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