2026-04-23T13:43:33.969Z

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SSV Ulm verliert Krimi bei den Löwen: Klassenerhalt in weiter Ferne

Nach einer dominanten ersten Hälfte geben die Spatzen das Spiel in der 3. Liga beim TSV 1860 München innerhalb weniger Minuten aus der Hand und stehen trotz einer Aufholjagd mit leeren Händen da.

von red · Heute, 16:06 Uhr · 0 Leser
– Foto: Pressefoto-Bildredaktion Eibne

In einer dramatischen Begegnung des 35. Spieltags der 3. Liga musste der SSV Ulm 1846 Fußball heute einen weiteren herben Rückschlag im Kampf um den Ligaverbleib hinnehmen. Bei dem TSV 1860 München unterlag die Mannschaft von Trainer Pavel Dotchev mit 2:3. Trotz einer Vielzahl an hochkarätigen Torchancen im ersten Durchgang und einer leidenschaftlichen Schlussphase in Unterzahl reichte es für die Ulmer nicht zu einem Punktgewinn.

Dominanz ohne Belohnung im ersten Durchgang

Die Partie auf Giesings Höhen begann mit einer spielfreudigen Ulmer Mannschaft, die den Gastgebern aus München von der ersten Minute an zusetzte. Die Abwehrreihe der Löwen wirkte phasenweise überfordert, während die Spatzen immer wieder gefährlich in den gegnerischen Strafraum eindrangen. Bereits in der 7. Minute hatte Lucas Röser die Führung auf dem Fuß, scheiterte jedoch im Eins-gegen-eins am Münchner Schlussmann. Auch Dennis Chessa sorgte über die rechte Seite für ständige Unruhe, doch sein Zuspiel in der 22. Minute fand keinen Abnehmer, nachdem der Torhüter den Ball zunächst durch die Finger gleiten ließ.

In der 33. Minute verpasste Niklas Kölle die nächste Großchance, als er aus kürzester Distanz im Fünfmeterraum am glänzend reagierenden Keeper scheiterte. Kurz vor dem Pausenpfiff war es erneut Lucas Röser, dessen Kopfball nach einer Ecke durch einen Reflex pariert wurde. So ging es trotz der klaren Ulmer Überlegenheit torlos in die Kabinen.

Schreckmoment und taktische Anpassungen

Der zweite Durchgang begann mit einer Schrecksekunde für alle Beteiligten. In der 51. Minute prallte Lucas Röser bei einer Offensivaktion schwer mit dem Münchner Torhüter zusammen, was eine längere Behandlungsunterbrechung zur Folge hatte. Pavel Dotchev reagierte kurz darauf personell und brachte in der 56. Minute mit Elias Löder den besten Torschützen der laufenden Saison für den angeschlagenen Röser in die Partie. Das Spiel verlor in dieser Phase etwas an Attraktivität, da beide Hintermannschaften nun stabiler standen und Ulm im Mittelfeld die Mittel fehlten, um die anfängliche Gefahr erneut heraufzubeschwören. Während Leon Dajaku sich auf dem Flügel zwar immer wieder gegen seine Bewacher durchsetzte, fehlte in der Mitte die nötige Präzision beim Abschluss.

Ein dramatischer Einbruch innerhalb weniger Minuten

Die Schlussviertelstunde entwickelte sich schließlich zu einem Albtraum für den SSV Ulm 1846 Fußball. In der 74. Minute gingen die Löwen durch einen direkt verwandelten Freistoß von Tim Danhof in Führung, wobei der Ball unerreichbar für Christian Ortag über die Mauer einschlug. Nur vier Minuten später erhöhte Sigurd Haugen auf 2:0, nachdem er sich am Strafraumeck in Position gedribbelt und den Ball kompromisslos in das rechte Kreuzeck gehämmert hatte. Zu allem Überfluss wurde die Ulmer Defensive in der 80. Minute weiter geschwächt, als Niko Vukancic mit einem Platzverweis des Feldes verwiesen wurde. In Unterzahl schien die Partie für die Gäste bereits verloren zu sein.

Aufholjagd und historisches Debüt in der Schlussphase

Trotz der aussichtslos erscheinenden Situation gaben sich die Spatzen nicht auf. In der 83. Minute gelang Elias Löder nach Vorarbeit von Niklas Kölle der Anschlusstreffer zum 1:2. Kölle hatte den Ball flach nach innen gegeben, wo Löder nur noch einschieben musste. Die Hoffnung währte jedoch nur kurz, da Florian Niederlechner nur zwei Minuten später auf 3:1 für München erhöhte. In der 87. Minute kam es zu einer bemerkenswerten Randnotiz: Der erst 16-jährige Tibet-Erkan Sevik wurde eingewechselt und gab damit sein Profidebüt für den SSV Ulm 1846 Fußball. Gemeinsam mit den ebenfalls eingewechselten Evan Brown, Lukas Mazagg und Ben Westermeier warf Ulm in der siebenminütigen Nachspielzeit noch einmal alles nach vorne.

Der letzte Treffer reicht nicht für die Wende

In der 93. Minute belohnte sich Evan Brown für seine starke Einzelleistung und verkürzte auf 2:3. Brown setzte sich im Strafraum gegen zwei Gegenspieler durch und schloss überlegt in die rechte Ecke ab. Es keimte noch einmal Hoffnung auf, als Ulm in der 96. Minute einen letzten Freistoß aus dem Halbfeld zugesprochen bekam. Die Hereingabe geriet jedoch zu weit. Mit dem Abpfiff blieb den Ulmern nur die Erkenntnis, eine große Chance auf Giesings Höhen verpasst zu haben.

Die Tabellensituation vor dem Saisonfinale

Die Niederlage lässt den SSV Ulm 1846 Fußball auf dem 17. Tabellenplatz verharren. Mit 32 Punkten beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer drei Spieltage vor Schluss sechs Zähler, da der 1. FC Saarbrücken auf Rang 16 bei 38 Punkten steht. Die Situation im Abstiegskampf ist somit weiterhin prekär. Für das kommende Heimspiel gegen Viktoria Köln ist die Mannschaft nun zum Siegen verdammt, um die theoretische Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Die gezeigte Spielfreude aus der ersten Halbzeit und der Kampfgeist am Ende der Partie müssen dann über die volle Distanz abgerufen werden, um die nötigen Punkte einzufahren.