
Ein schmerzhafter Nachmittag im Donaustadion: Nach einer Saison voller Hoffnungen und Rückschläge steht für den SSV Ulm 1846 Fußball der Abstieg aus der 3. Liga fest. Trotz einer defensiv stabilen ersten Halbzeit unterlagen die Spatzen dem FC Viktoria Köln mit 0:2. Da der Rückstand auf das rettende Ufer bei nur noch wenigen ausstehenden Partien nicht mehr einzuholen ist, herrscht nun traurige Gewissheit über den Gang in die Viertklassigkeit.
Ein torloses Abtasten ohne offensive Entlastung
Vor 7934 Zuschauern begann die Partie mit einer aktiveren Kölner Mannschaft. Die Ulmer Defensive um Torhüter Christian Ortag war früh gefordert, als sich Robin Velasco auf der rechten Seite durchsetzte und aus kurzer Distanz abzog, jedoch am Ulmer Schlussmann scheiterte (29.). Ulm konzentrierte sich primär auf die Stabilität, was jedoch zu Lasten der eigenen Offensive ging. Kurz vor der Pause wurde ein Versuch von Jakob Sachse im letzten Moment geblockt (44.), bevor Marcel Seegert mit einem Fernschuss das erste Lebenszeichen für die Hausherren setzte, den der Kölner Keeper Arne Schulz jedoch parieren konnte (45.). Ohne Tore verabschiedeten sich die Teams in die Kabinen.
Die Harmlosigkeit wird in der Schlussphase bestraft
Im zweiten Durchgang änderte sich wenig an der Statik des Spiels. Die Ulmer blieben in ihren Offensivbemühungen zu harmlos, während Köln den Druck erhöhte. Leonhard Münst (47.) und Taylan Duman (58.) vergaben zunächst, bevor Ortag gegen David Otto erneut glänzend abwehrte (62.). In der 72. Minute fiel schließlich die Vorentscheidung: Joel Agyekum brachte den Ball ins Zentrum, über Otto landete die Kugel bei Leonhard Münst, dessen abgefälschter Schuss im linken unteren Eck einschlug.
In der 81. Minute sorgte der eingewechselte Soichiro Kozuki per Kopf aus kurzer Distanz für den 0:2-Endstand. Trainer Pavel Dotchev resümierte nach dem Abpfiff: „Wir haben heute kein gutes Spiel gemacht. Wir haben uns auf die Defensive konzentriert und keine Entlastung gehabt. Es war harmlos, das Spiel hat allgemein wenig Torchancen geboten. Der Gegner kommt in den entscheidenden Momenten vor das Tor und macht das 1:0. Wir haben verdient verloren.“
Die bittere Realität des Abstiegs
Mit dem Schlusspfiff war das Schicksal der Spatzen besiegelt. Der Abstieg, der sich über die gesamte Spielzeit angedeutet hatte, ist nun mathematisch nicht mehr abzuwenden. Dotchev fand nach dem Spiel klare Worte für den emotionalen Tiefpunkt: „Wir sind nicht heute abgestiegen, sondern viel früher. Das tut weh und fühlt sich sehr schlecht an. Ich wünsche dem SSV von Herzen alles Gute für den Neuanfang.“ Das Gefühl des Scheiterns saß bei allen Beteiligten tief.
Stimmen der Enttäuschung und des Versagens
Auch die Spieler zeigten sich sichtlich gezeichnet von der Gewissheit des Abstiegs. Dennis Dressel beschrieb die Situation mit drastischen Worten: „Der Moment ist brutal, das ist mit das Schlimmste, was es gibt, weil du in einer gewissen Weise versagt hast. Es hat sich die ganze Saison durchgezogen, es sind viele Dinge zusammengekommen, das hat dann am Ende den Ausschlag gegeben.“ Torwart Christian Ortag ergänzte: „Es ist in der Situation schwer, auf das Spiel einzugehen. Insgesamt sind wir mit acht Punkten Rückstand ins Spiel gegangen, dass man da nicht vor Selbstvertrauen strotzt, ist auch klar. Am Ende sind es die Sachen, die uns die ganze Saison begleiten. Wir hatten die letzten Wochen immer mal wieder ein Aufbäumen, aber das ist leider immer zu kurz geraten, wir hätten eine Serie gebraucht. Es tut unfassbar weh, wenn dieser Moment da ist.“
Das nächste Spiel
Für den SSV Ulm 1846 Fußball geht es am kommenden Samstag zum nächsten Auswärtsspiel der Saison gegen den VfL Osnabrück.