
Am 15. Spieltag der 3. Liga verliert der SSV Ulm 1846 Fußball am heutigen Samstag im Eilenriedestadion mit 1:2 beim TSV Havelse. Die Spatzen starten gut, geraten dann aus dem Tritt und können trotz eines späten Anschlusstreffers von Max Julian Brandt keine Punkte mitnehmen. Das hatte sich der neue Trainer Pavel Dotchev mit Sicherheit anders vorgestellt.
Nach dem 0:0 im Testspiel gegen den SCR Altach wollten die Spatzen im Ligaalltag wieder angreifen. Der erste Pflichtspielauftritt unter dem neuen Trainer Pavel Dotchev führte nach Hannover ins Eilenriedestadion zum TSV Havelse. Während die Ulmer als Tabellenachtzehnter dringend Punkte brauchten, rangierten die Gastgeber mit nur einem Saisonsieg auf Platz 20. Es war ein Duell zweier Teams im Abstiegskampf – und ein Spiel, das für Ulm eine neue Richtung einleiten sollte.
Der SSV Ulm 1846 Fußball fand gut in die Partie. In der 6. Minute setzte Jonathan Meier Leon Dajaku links geschickt in Szene. Dajaku zog in den Strafraum und schloss flach ab – der Ball prallte jedoch nur an den rechten Pfosten. Eine frühe Führung wäre möglich gewesen.
Auch Standards sorgten für Gefahr. Eine Ecke von Dennis Chessa rauschte in der 12. Minute an mehreren Spielern vorbei und strich nur knapp am linken Pfosten vorbei. Doch statt eines Ulmer Tores trafen die Gastgeber: In der 23. Minute brachte Johann Berger eine scharfe Ecke in die Mitte, Emre Aytun stieg hoch und köpfte den Ball an Christian Ortag vorbei zum 1:0.
Ulm suchte die direkte Antwort, doch ein Schuss von Marko Ilic in der 30. Minute landete zu zentral in den Armen von Ortag – die Spatzen blieben ohne zwingenden Abschluss bis zur Pause.
Direkt nach Wiederbeginn folgte der nächste Rückschlag. In der 57. Minute setzte Lorenzo Paldino Marko Ilic in Szene. Ilic setzte sich im Eins-gegen-Eins gegen Jan Boller durch und traf präzise ins linke Eck – 2:0 für Havelse. Die Spatzen standen nun vor einer schwierigen Aufgabe.
Erst Mitte der zweiten Hälfte kam Ulm wieder gefährlich auf. In der 73. Minute erreichte eine weite Flanke von Max Julian Brandt Dennis Chessa, dessen Hereingabe Elias Löder nur knapp verpasste. Der Ball trudelte dicht am linken Pfosten ins Aus. In der 80. Minute zwang Elias Löder Torhüter Tom Opitz mit einem Schuss in die rechte obere Ecke zu einer starken Parade.
Ulm drückte, Havelse zitterte – und in der 83. Minute war der Ausgleich greifbar, als André Becker eine Freistoßflanke von links knapp rechts vorbei köpfte.
Dann kam doch noch der Moment der Spatzen: In der 88. Minute klärte Besfort Kolgeci einen Ball per Kopf direkt vor die Füße von Max Julian Brandt. Der fasste sich aus 30 Metern ein Herz und schoss den Ball wuchtig links oben ins Tor – ein Traumtor zum 2:1-Anschluss.
In der Schlussminute versuchte Dennis Chessa noch einmal sein Glück, doch sein direkter Schuss aus der Distanz flog über das Tor von Tom Opitz. Kurz darauf pfiff Schiedsrichter Cengiz Kabalakli ab.
Die Spatzen starteten stark, verpassten aber die frühe Führung. Danach fanden sie lange zu wenig Zugriff auf das Spiel und mussten zwei Gegentore hinnehmen. Erst in der Schlussphase zeigte die Mannschaft von Pavel Dotchev ihr Offensivpotenzial und erzielte folgerichtig den Anschlusstreffer – zu spät, um noch etwas Zählbares mitzunehmen.
Der SSV Ulm 1846 Fußball bleibt nach dieser Niederlage bei 13 Punkten und auf Tabellenplatz 18. Das nächste Ligaspiel führt die Spatzen erneut in eine wichtige Partie: Am kommenden Samstag wartet im Donaustadion der TSV 1860 München. Ein Spiel, in dem Ulm dringend die Trendwende braucht – und diesmal möglichst früher als in der 88. Minute.
Pavel Dotchev: „Es war ein sehr zerfahrenes Spiel, so wie wir es erwartet haben. Es war klar, dass es auf diesem Platz schwer wird, zu kombinieren. Für mich war unglücklich, dass wir es nicht geschafft haben, die ersten Möglichkeiten zu nützen. Das hätte uns gut getan. Mit der ersten Standardsituation bekommen wir das Gegentor – das hat Havelse in die Karten gespielt, die sich dann zurückgezogen haben. In der zweiten Halbzeit haben wir sehr gut begonnen, dann wurden wir brutal ausgekontert. So wie wir die letzten Minuten gespielt haben, hätte ich mir das von Beginn an gewünscht. Aber die Mannschaft lebt und hat eine sehr gute Moral gezeigt.“
Dennis Chessa: „Es war nicht alles schlecht, ich glaube wir sind ganz gut reingekommen und haben es nicht schlecht gemacht. Dann kommt das Gegentor aus dem nichts und dann wird es auf diesem Platz natürlich sehr schwer. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt und haben die Tore auf der anderen Seite bekommen. Wir haben noch genügend Spiele und können es wieder richten, von daher dürfen wir nicht alles schwarzmalen. Mit dem neuen Trainer werden wir arbeiten und noch weitere Automatismen rein bekommen, dann werden wir die Punkte im Abstiegskampf holen.“