
Nach der Punkteteilung gegen den VfB Stuttgart II am vergangenen Mittwoch musste der SSV Ulm 1846 Fußball am heutigen Spieltag der 3. Liga eine schmerzhafte Niederlage hinnehmen. Vor 26354 Zuschauern unterlagen die Spatzen dem F.C. Hansa Rostock mit 1:5 (0:2). Während die Mannschaft von Trainer Pavel Dotchev ihre Gelegenheiten ungenutzt ließ, bestrafte die Kogge defensive Unachtsamkeiten konsequent und schraubte das Ergebnis in der Schlussphase in die Höhe.
Dominanz der Hausherren in der Anfangsphase
Die Gastgeber unter Trainer Daniel Brinkmann bestimmten die Anfangsphase klar, verzeichneten mehr Ballbesitz und setzten die Ulmer Defensive früh unter Druck. In der 26. Minute mündete diese Überlegenheit im Führungstreffer: Ein Freistoß von Kenan Fatkic aus dem Halbfeld landete bei Franz Pfanne, der per Kopf auf Emil Holten verlängerte. Dieser traf aus kurzer Distanz ins rechte Eck zum 1:0. Pavel Dotchev bilanzierte nach dem Abpfiff auf der Pressekonferenz: „Hansa Rostock macht genau das, was wir nicht gemacht haben, nämlich aus zwei Chancen zwei Tore.“ Sein Team fand erst nach dem Rückstand besser in die Partie.
Ulmer Chancenwucher gegen Benjamin Uphoff
In der 32. Minute bot sich die große Doppelchance zum Ausgleich: Leon Dajaku bediente Elias Löder mit einer flachen Flanke von links, dessen Schuss jedoch stark von Rostocks Torhüter Benjamin Uphoff pariert wurde. Auch den Nachschuss von Marcel Seegert lenkte der Schlussmann über den Querbalken. Während Ulm die Konsequenz vermissen ließ, blieb Rostock gefährlich. Ein Distanzschuss von Kenan Fatkic (34.) ging noch am Pfosten vorbei, doch in der 40. Minute erhöhte Emil Holten nach Vorarbeit von Adrien Lebeau zum 2:0-Halbzeitstand. Trainer Pavel Dotchev merkte dazu an: „Wir hatten selbst einige Chancen, bei denen wir nicht konsequent genug waren.“
Ein kurzes Aufbäumen und der prompte Rückschlag
Die Spatzen kamen engagiert aus der Kabine. In der 48. Minute steckte Leon Dajaku auf Elias Löder durch, der am Keeper vorbei zum 2:1-Anschlusstreffer einnetzte. Die Hoffnung währte jedoch nur kurz, denn bereits in der 50. Minute stellte Adrien Lebeau den alten Abstand wieder her. Zuvor war Christian Ortag gegen Emil Holten noch zur Stelle, und Luca Bazzoli klärte im Fallen auf der Linie – allerdings genau vor die Füße von Lebeau. „Wir sind gut aus der Kabine gekommen und machen das 1:2, und dann bekommen wir das 1:3, da geht wieder viel Glauben verloren. Das Spiel ist am Ende in die falsche Richtung für uns gelaufen“, erklärte Pavel Dotchev.
Unglückliche Momente und ein Debakel zum Ende
Obwohl die Partie in der Folge offener gestaltet wurde, fehlte dem SSV Ulm die Durchschlagskraft. Lucas Röser (60.) nach Flanke von Niklas Kölle und Leon Dajaku (86.) mit einem Distanzschuss ließen weitere Gelegenheiten liegen. In der Schlussphase brach das Ergebnis schließlich ein. Nach einem Foul von Marcel Seegert, der seinen Gegenspieler im Strafraum am Trikot zog, verwandelte Kenan Fatkic den fälligen Elfmeter in der 90. Minute zum 4:1. In der Nachspielzeit erhöhte der eingewechselte Lukas Kunze nach Vorarbeit von Christian Kinsombi und Benno Dietze sogar noch auf 5:1 (90.+4).
Dennis Dressel, für den es eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte war, zeigte sich bedient: „Ich finde, das Ergebnis ist zu hoch ausgefallen und spiegelt nicht den Spielverlauf wider, weil wir schon auch unsere Chancen hatten und zu ungünstigen Zeitpunkten die Gegentore bekommen. Das darf uns nicht passieren, und dann hat man auch nicht verdient, zu gewinnen. Es war für mich schon ein besonderes Spiel, und ich habe mich gefreut, hierher zurückzukommen, aber nach so einem Ergebnis ist es ein total gebrauchter Tag.“
Prekäre Lage im Tabellenkeller
Die Niederlage wiegt schwer, da das Ergebnis laut Pavel Dotchev „viel zu hoch ausgefallen“ ist. In der Tabelle der 3. Liga belegt der SSV Ulm 1846 Fußball mit 29 Punkten den 18. Platz, punktgleich mit dem TSV Havelse, der auf Rang 17 rangiert. Für die Ulmer Spieler gilt es nun, die Wunden zu lecken. Am kommenden Samstag steht im Donaustadion das Duell gegen den TSV Havelse an.