
Bei brütender Hitze und vor 9746 Zuschauern setzte sich der SSV Ulm 1846 Fußball am Samstag mit 1:0 gegen den FC Erzgebirge Aue durch. Im Mittelpunkt standen nach Spielschluss nicht nur Torschütze Max Scholze, sondern auch Neuzugang Marcel „Cello“ Seegert, der erst am Mittwoch vom SV Waldhof Mannheim verpflichtet wurde, sowie Mittelfeldspieler Dennis Dressel der seinen Vertrag in der vergangenen Woche bis 2027 verlängerte.
Seegert, der auch als Ersatz für den verletzten Kapitän Johannes „Jo“ Reichert geholt wurde, stand direkt in der Startelf. „Ich glaube, dass wir sehr, sehr gut ins Spiel gekommen sind. Die Jungs haben mir in den letzten Tagen den Einstand sehr, sehr leicht gemacht. Ich glaube, wir hatten generell ein sehr gutes Gefühl auf dem Platz miteinander und haben die erste Halbzeit klar dominiert“, erklärte der 31-Jährige.
Das Tor des Tages fiel kurz vor der Pause: Scholze traf in der 44. Minute. „Lucas Röser hatte noch den Pfostenschuss, da hätten wir vielleicht sogar schon 2:0 führen können zur Halbzeit“, merkte Seegert an.
Nach Wiederanpfiff veränderte sich das Bild. „In der zweiten Halbzeit haben wir uns ein bisschen fallen lassen, haben dann auch Aue ein bisschen zu viel den Ball gegeben“, so Seegert. Auch Dressel bestätigte die Umstellung des Gegners: „In der zweiten Halbzeit hat Aue umgestellt, hat es dann echt gut gemacht, weil wir es ja eigentlich in der ersten Halbzeit komplett im Griff hatten.“
Die Gäste kamen nun zu mehr Ballbesitz und gefährlicheren Situationen. „Dadurch war es dann so, dass das Spiel ein bisschen gekippt ist und wir eigentlich nur noch übers Umschalten gekommen sind“, erklärte Seegert.
Besonders in der letzten Viertelstunde war die Abwehrarbeit gefragt. Aue erhöhte den Druck, und Ulm musste einige gefährliche Szenen überstehen. Seegert klärte kurz vor dem Ende spektakulär und feierte die Rettungsaktion ausgelassen. „Es hat mir Spaß gemacht, mit den Jungs auf dem Platz zu stehen. Es waren sehr heiße Bedingungen, das hat es natürlich ein bisschen schwerer gemacht. Aber ansonsten hat es richtig Bock gemacht, auch mit den Fans im Rücken. Es war einfach topp und wer startet nicht gerne mit dem 1:0, weiße West als Verteidiger. Das ist eine super Sache.“
Dressel hob ebenfalls die Defensivarbeit hervor: „Wir haben eigentlich schon tief im Block ganz gut verteidigt und unsere Umschaltmomente gehabt. Es war schon extrem anstrengend, aber jeder ist an seine Grenze gegangen. Am Ende hatte Aue noch eine Riesenchance, wo wir cleverer verteidigen müssen.“
Für Dressel war der Dreier mehr als nur ein gelungener Spieltag. „Es war heute schon ein enorm wichtiger Sieg auch fürs Selbstvertrauen, das zeigt: hey, wir können schon Fußball spielen, wir können leidenschaftlich verteidigen. Das, was wir einstudieren, das funktioniert, können wir uns hundertprozentig dran halten. Wiesbaden haben uns schon ein paar Prozente gefehlt, so was Zweikampfverhalten auch angeht. Das haben wir heute wesentlich besser gemacht und verdient dann auch gewonnen.“
Seegert sprach ebenfalls von einem verdienten Erfolg: „Wir hatten selbst noch die zwei, drei ganz klaren Torchancen, um das Spiel für uns zu killen und das haben wir leider nicht gemacht. Aber war ein richtig geiler Fight und wir haben es für uns entschieden. Jetzt sind wir froh, dass wir die ersten drei Punkte in Ulm haben.“
Für Dressel war es zudem eine besondere Woche: Er verlängerte seinen Vertrag bis 2027. „Ich habe es mit Überzeugung gemacht, den Vertrag hier zu verlängern, weil ich schon sehe, dass man hier was aufbauen kann. Ich fühle mich wohl hier und war heute dann ein schöner Sieg nach der Vertragsverlängerung. Eine sehr schöne Woche“
Eine besondere Aktion gab es noch vor dem Spiel, als alle Spieler des SSV beim warmmachen ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Wir geben dich nie auf" getragen haben, was an Jo Reichert gerichtet war. Dressel: „Es war auch ein Sieg für Jo, wir sind eine super Gemeinschaft. Was Jo für den Verein bedeutet, brauche ich, glaube ich, nicht zu sagen .Es ist wirklich extrem bitter gelaufen für ihn letzte Woche. Aber wir stehen hinter ihm und er kommt zurück.“
Jo Reichert selbst war auch auf Krücken im Stadion und wurde von den Fans vor der Partie mit Sprechchören gefeiert.