
Raunheim. Jetzt ist es doch die SSV Raunheim, die an diesem Donnerstag um 17 Uhr zum ersten Relegationsspiel zur Kreisoberliga Darmstadt/Groß-Gerau bei der Spvgg. Seeheim-Jugenheim antreten wird. Das Verbandsgericht unter dem Vorsitz von Halil Öztas hat der Berufung der SSV Raunheim teilweise stattgegeben und damit das Urteil des Kreissportgerichts revidiert. Das Spiel SV 07 Nauheim gegen VfB Ginsheim II der Kreisliga A Groß-Gerau vom 3. Mai wird – wie ausgetragen – mit 1:4 Toren und 0 Punkten für den SV 07 Nauheim als verloren gewertet. Das Kreissportgericht hatte noch entschieden, das Spiel für Nauheim zu werten, da der VfB Ginsheim II einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt hatte. Damit war zunächst der SV Nauheim als Tabellenzweiter der Relegationsteilnehmer.
Auch wenn die Entscheidungsgründe noch nachgereicht werden sollen, hat sich das Verbandsgericht wohl daran orientiert, dass ein Verbandsorgan eine falsche Auskunft gegeben habe. Dies war ähnlich bei einem Fall von vor zwei Wochen aus der Gruppenliga Gießen/Marburg, als damals das Referat Spielbetrieb des HFV eine irrtümliche Auskunft gegeben hatte. Der VfB Ginsheim hatte sich nun im aktuellen Fall darauf berufen, von Klassenleiter Klaus Ilschner seinerzeit auf Nachfrage die Auskunft erhalten zu haben, dass ein Erstmannschaftsspieler eingesetzt werden dürfe bei der zweiten Mannschaft, da es sich um den fünftletzten Spieltag handelte. Doch war es tatsächlich das viertletzte Spiel von Ginsheim, so dass der betreffende Akteur nicht spielberechtigt war, denn in den letzten vier Meisterschaftsspielen dürfen Spieler aus den höheren Ligen nicht eingesetzt werden. Wie Ilschner einräumte, „war das ein Versehen von mir“.
Der einhellige Unmut bei allen Beteiligten, ob aus Raunheim, Nauheim oder Ginsheim, besteht darin, dass das Urteil des Kreissportgerichts rund vier Wochen auf sich warten ließ und erst nach dem letzten Spieltag eingegangen ist. Der Relegationsteilnehmer war somit am Sonntag noch offen, am Montag war es dann Nauheim, am Dienstag wieder offen und nun am Mittwoch ist es Raunheim. Ein Hickhack, das sicherlich vermeidbar gewesen wäre. Bei dieser Entscheidung bleibt es nun definitiv, denn wie es im Urteil heißt, ist „das Verfahren hiermit rechtskräftig abgeschlossen. Ein Rechtsmittel gegen diese Entscheidung ist nicht gegeben.“
Bei allen Beteiligten bleibt ein fader Beigeschmack. „Wir freuen uns über die Entscheidung. Jeder hätte wohl in unserer Lage so gehandelt“, sagt Mohamed Assaidi, Sportlicher Leiter bei der SSV Raunheim über den Einspruch, schiebt aber auch hinterher: „Es wäre besser gewesen, wenn Nauheim und Raunheim beide in die Relegation hätte gehen dürfen. So ist der SV Nauheim, der auch eine Saison um seine Aufstiegschance gekämpft hat, hinten runter gefallen.“
Der Ärger im Lager des SV Nauheim ist entsprechend groß. Trainer Alex Stumm spricht gar von „Korruption“ und meint: „Da müssen Dinge im Hintergrund gelaufen sein.“ Stumm betont: „Es gibt klare Regeln, die eingehalten werden müssen. Das Kreissportgericht hat so entschieden, jetzt wird das Urteil einfach ohne Begründung gekippt.“ Der Nauheimer Trainer hätte sich lieber eine sportliche Chance erhofft: „Man hätte ja ein Wiederholungsspiel zwischen Nauheim und Ginsheim II machen können oder jetzt ein Entscheidungsspiel zwischen Nauheim und Raunheim.“