
Der SSV Lüttingen hat in der Kreisliga A eine bemerkenswerte Runde gespielt. Platz zwei hinter dem Aufsteiger aus Homberg bedeutet die beste Platzierung der Vereinsgeschichte. Die Duisburger sammelten nur vier Punkte mehr. Wie Erfolgstrainer Mirko Poplawski auf die erfolgreiche Saison des Vize-Meisters zurückblickt, was im nächsten Jahr möglich sein kann und welche drei höherklassigen Neuzugänge schon feststehen.
In Lüttingen herrscht derzeit Feierlaune – nicht nur wegen der sportlichen Erfolge. Am Donnerstagabend schoss Torwart Lasse Manten beim Königsschießen der St.-Pantaleon-Schützenbruderschaft den Holzvogel von der Stange, ausgerechnet im Duell mit seinem Vater Michael. Nun ist der Keeper nicht mehr nur die Nummer eins im Tor, sondern auch im gesamten Fischerdorf. „Eine coole Geschichte“, findet sein Trainer Mirko Poplawski, dessen Team sich am Sonntag mit einem 5:3-Auswärtssieg bei der SpVgg Rheurdt-Schaephuysen als Vizemeister in die Sommerpause der Kreisliga A verabschiedete.
Elias Grunert brachte zunächst die Gastgeber in Führung (20.), ehe Malte Peters (38., 63.), Janik Schweers (48., 65.) und Luca Wiens (68.) das Spiel zugunsten des SSV drehten. Dennis Schröder (70.) und Andreas Resch (82.) verkürzten noch einmal für den Aufsteiger.
Auch wenn es nach dem Überraschungssieg gegen Spitzenreiter Homberg II vor rund zwei Monaten nicht mehr zum ganz großen Wurf reichte, zeigt sich Poplawski hochzufrieden mit der starken Saison: „Unser Ziel war ein Platz unter den Top 5, das haben wir erreicht. Wir stagnieren nicht und entwickeln uns ständig weiter. Das ist das Entscheidende.“
Besonders stolz ist der 35-Jährige, der seit 2023 an der Seitenlinie steht, auf die Konstanz seines Teams über eine „lange, aufgeblähte Saison“ hinweg. „Homberg ist völlig verdient aufgestiegen. Natürlich haben wir noch mal geschnuppert, aber das Thema kam eher von außen. Sie haben nichts mehr liegen lassen“, gratulierte Poplawski anerkennend Richtung Duisburg.
Bevor am 4. Juli die sechswöchige Vorbereitung startet, geht es für die Mannschaft zunächst über das Pfingstwochenende auf Abschlussfahrt nach Mallorca. Zum ersten Aufgalopp im Sommer wird dann auch das neue, altbekannte Trio zum Team stoßen: Der frühere Sonsbecker Oberligaspieler Lars van Schyndel sowie Marius und Lars Neinhuis kommen vom TuS Xanten aus der Bezirksliga und verstärken den Kader zur neuen Saison (wir berichteten).
„Alle drei haben ihre Zusage gegeben. Wir freuen uns enorm, weil sie Qualität mitbringen, schon jetzt einen guten Draht zur Mannschaft haben und die Jungs kennen“, so Poplawski. Lars Neinhuis kehrt nach seinem dreijährigen Gastspiel in der Domstadt zurück zum SSV. Marius Neinhuis hatte sich nach Verletzungsproblemen wieder auf den Platz gekämpft. Van Schyndel trug schon in der Jugend das Lüttinger Trikot.
Zur Gerüchteküche rund um weitere, potenzielle, ambitionierte Neuzugänge halten sich die Verantwortlichen aktuell noch bedeckt. Weitere positive Neuigkeiten könnten folgen. Dass der SSV im kommenden Jahr erneut und vielleicht sogar ganz oben angreifen kann, ist dennoch keineswegs ausgeschlossen.
„Wir wollen das Erreichte bestätigen. Die Jungs sind hungrig, das hat man gemerkt, als wir noch mal ein Stück näher herangekommen sind. Wir haben jede Partie ernst genommen, die 80-Punkte-Marke geknackt und insgesamt einen Riesenschritt nach vorne gemacht“, betont Poplawski. Doch er weiß auch: Leichter wird es nicht. Denn die Konkurrenz schläft nicht, auch die anderen Top-Teams werden sich weiter aufrüsten.