Stilecht in Lederhose: Bereits in jungen Jahren zeichnete sich ab, dass der Ball die große Leidenschaft von Christian Kinateder werden sollte.
Stilecht in Lederhose: Bereits in jungen Jahren zeichnete sich ab, dass der Ball die große Leidenschaft von Christian Kinateder werden sollte. – Foto: Kinateder

Dorfplatz-Idol (23): »Jumpy« - die überredete Legende

Im Rahmen der Serie "Dorfplatz-Idol" blickt FuPa auf die Vereinslegenden von A-Klassisten +++ Teil 23: Christian Kinateder vom SSV Jandelsbrunn +++

Zu einem typischen Sonntagnachmittag gehört ein Spiel der Dorfmannschaft auf dem örtlichen Sportplatz. Abgerundet wird das Ganze durch das obligatorische Zuschau-Bier und die vielen, vielen Diskussionen rund um die 90 Minuten. Besonders im Fokus stehen dabei die sog. Vereinslegenden, also Spieler, die sich besonders verdient machen bzw. gemacht haben. Im Rahmen der Serie "Dorfplatz-Idol" blickt FuPa auf eben jene Ikonen der A-Klassen-Vereine, die entweder noch aktiv sind - oder längst ihre Karriere beendet haben. Teil 23: Christian Kinateder vom SSV Jandelsbrunn.

"Christian Kinateder - Spitzname: Jumpy - ist unser Bindeglied zwischen Jung und Alt. Er hält die jungen Spieler zusammen und ist im Herrenbereich ein Mann für alles. Wenn der Kader in der Urlaubszeit mal etwas dünner besetzt ist, reicht ein Anruf - und er spielt. Beim Jumpy gibt's kein Nein, egal ob es ums Arbeiten am Vereinsgelände geht oder um einen Platz im Kader. Leider war er von vielen Verletzungen geplagt. Aber selbst neben dem Platz ist er ein sehr wichtiger Akteur für den SSV. Da nimmt er dann auch mal die Trommel bei den Spielen der 1. und 2. Mannschaft in die Hand und nimmt so die Fans mit.

Ja und dann wäre da noch zu erwähnen, dass er ein absolutes Feierbiest ist. Wenn sich mal eine spontane Feier ergibt und er davon Wind bekommt, kann man davon ausgehen, dass es etwas länger wird. Aber genau das gehört im Amateurbereich genauso dazu wie die Leidenschaft auf dem Platz.

Im Jugendbereich gibt es keinen "Knirps", der den Jumpy nicht kennt. Er hat eine ganze Generation von Jugendspielern mit Erfolg begleitet und das trägt mittlerweile Früchte. Ohne ihn und Alex Kasberger, der da definitiv auch dazu gehört. wäre unsere Jugendabteilung nicht so erfolgreich. Klar hätte es den ein oder anderen Spieler beim SSV gegeben, der es genauso verdient gehabt hätte, Dorfplatz-Idol zu werden. Aber insgesamt ist Jumpy ein Mann, der den SSV Jandelsbrunn ausmacht, weswegen wir ihn auserkoren haben." (Patrick Eckmüller, Abteilungsleiter SSV Jandelsbrunn).

Erinnerungen an »Wuzl«, Lob für »Kase« und die »Scheimers«

Gratulation, Du bist das Dorfplatz-Idol Deines Vereins. Die Vorstandschaft hat Dich auserkoren. Was bedeutet Dir diese Auszeichnung?
Danke vorab an unsere Vorstandschaft, die mich vorgeschlagen hat, obwohl es in unserem Verein sehr viele andere auch verdient hätten, Dorfplatz-Idol zu sein. Als mir da "Eckes", unser Spartenleiter, geschrieben hat, war ich sehr überrascht und dachte zunächst an einen Scherz. Denn ich kenne diese FuPa-Serie - und da waren schon andere Größen dabei als ich es bin. Aber natürlich habe ich mich darüber gefreut.

Seit wann bist Du für Deinen Verein aktiv? Wie viele Spiele hast Du in dieser Zeit bestritten? Welche Erfolge hast Du gefeiert?
Ich habe in der E-Jugend zum ersten Mal die Fußballschuhe für den SSV geschnürt, da war ich acht Jahre alt. Mein erster Trainer damals war der "Wuzl" (Jürgen Anetzberger). Das war damals schon eine super Zeit, in der wir viel Spaß hatten. Wieviel Spiele ich insgesamt in der Jugend gemacht habe, weiß ich nicht mehr. Im Herrenbereich sind es - Stand jetzt - 330 Partien. Leider sind es noch nicht mehr, da ich mir gleich im 1. Herrenjahr das Kreuzband gerissen habe. Damals hatte ich dann eigentlich für mich entschieden, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen.

Nach zwei Jahren aber fehlte mir der Fußball so sehr, dass ich mich dazu entschieden habe, es doch nochmal zu versuchen. Nach einer erfolgreichen OP in Straubing hat das auch zum Glück wieder geklappt und ich konnte wieder auf dem Platz stehen. Es folgten weitere schwere Verletzungen - aber ich habe mich immer wieder zurückgekämpft. Erfolge gab es viele "kleinere" wie zum Beispiel jedes einzelne enge Spiel zu gewinnen, aber auch größere wie die Meisterschaft 2011 und der sofortige Wiederaufstieg in die Kreisklasse, um nicht zu vergessen auch die mehrmaligen Meisterschaften mit unserer 2. Mannschaft, in der ich auch mit sehr vielen Vereinslegenden zusammen gespielt habe und vieles von ihnen lernen konnte.

Welche Aufgaben rund um Deinen Verein hast Du bisher über Dein Spieler-Dasein hinaus übernommen?
Ich trainiere seit zirka 13 Jahren die Jugend beim SSV, wobei ich dazu sagen muss, dass ich mir das damals nicht vorstellen konnte, so eine Aufgabe zu übernehmen. Aber unser damaliger Jugendleiter überredete mich dann doch, mit ihm die E-Junioren zu trainieren und aus der Aufgabe wurde dann für mich eine Leidenschaft. Mittlerweile habe ich alles von der E- bis zur A-Jugend trainiert und freue mich unendlich, wenn wir irgendwann wieder mit den Jungs auf den Platz zurück dürfen.

Der 34-Jährige ist beim ehemaligen Bezirksligisten das Bindeglied zwischen Jung und Alt.
Der 34-Jährige ist beim ehemaligen Bezirksligisten das Bindeglied zwischen Jung und Alt. – Foto: SSV Jandelsbrunn

Warum ist der Verein Deine große Herzensangelegenheit? Was zeichnet Deinen Verein aus? Welche Alleinstellungsmerkmal hat er?
In unserem Verein ist der Zusammenhalt enorm wichtig - sowohl auf als auch neben dem Platz. Wenn man mal Hilfe braucht, gibt es kein Nein. Und was mich bei uns besonders freut, ist, dass unsere Jugendmannschaften besonders unterstützt werden. Da kommt es schon mal vor, dass die gesamte 1. und 2. Mannschaft bei Jugendspielen zuschaut. Jeder kennt jeden, ob Jung oder Alt, ob Spieler oder Zuschauer - das finde ich bei uns bemerkenswert.

Welche Spiele oder gar Spielzeiten sind Dir besonders in Erinnerung geblieben?
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Spiele bzw. die gesamte Spielzeit 2011 in der A-Klasse, als wir aufgestiegen sind. Da war es halt einfach so, dass wir mit einem vollbesetzten 50-Sitzer-Bus nach Saldenburg zum Spiel gefahren sind. Die Heimfahrt konnte dann nicht lange genug dauern (lacht). Aber auch jedes einzelne Trainingslager war und ist immer ein Highlight.

Gibt es irgendein (Sieges-)Ritual, an das Du Dich mit Freude erinnern kannst?
Diese Spielchen gibt es natürlich auch beim SSV. Ein Ritual bei uns ist nach einem Sieg das "Siegesrüscherl" für unsere beiden Trainer, die sich immer sehr darüber freuen. Ironie Ende (lacht). Aber generell wird bei uns nach allen Spielen noch im Vereinsheim eingekehrt, um noch die ein oder anderen geselligen Stunden dort zu verbringen.

Aufgrund zahlreicher Verletzungen blieb es Christian Kinateder (mit Pokal) verwehrt, weitere Trophäen in die Höhe zu stemmen.
Aufgrund zahlreicher Verletzungen blieb es Christian Kinateder (mit Pokal) verwehrt, weitere Trophäen in die Höhe zu stemmen. – Foto: Kinateder

Hattest Du höherklassige Angebote? Wenn Ja: Aus welchen Liga? Und: Warum hast Du diese abgelehnt?
Es gab nur ein Angebot und das ist schon ein paar Jahre her. Es war jedoch für mich nie ein Thema, meinen Herzensverein zu verlassen.

Wie hat sich Dein Verein aus Deiner Sicht entwickelt, seitdem Du mit an Bord bist?
Ich finde unser Verein ist top aufgestellt und organisiert in allen Bereichen. Ich spreche jetzt mal vom Jugendbereich, der sich in den letzten Jahren sehr gut weiterentwickelt hat. Dies ist auch wichtig für die Zukunft des Herrenbereichs, gerade in der jetzigen Zeit mit Corona ist das aber nicht so einfach. Das hat aber nichts mit mir alleine zu tun, sondern da helfen alle zusammen - vor allem unser Jugendleiter Alex Kasberger. Und auch unsere super Zusammenarbeit mit dem SV Hintereben ist da sehr wichtig.

Gibt es in der aktuellen Mannschaft aus Deiner Sicht jemanden, der ebenfalls das Potenzial zum Dorfplatz-Idol hat?
Wie schon gesagt, es gibt sehr sehr viele Idole in unserem Verein. Besonders erwähnen möchte ich aber unseren Jugendleiter "Kase", der 1000 Prozent für den Verein gibt und auch unsere Platzwartfamilie "Scheimers", die enorm viel Zeit in die Pflege der Sportanlage stecken.

Abschließend der obligatorische Blick in die Zukunft: Wo siehst Du Deinen Verein in 10-15 Jahren?
In unserem Vereinsheim hängt ein Mannschaftsfoto vom damaligen Aufstieg in die Bezirksliga. Daneben wäre ja noch ein Platz frei (schmunzelt). Aber in der heutigen Zeit wäre es wichtiger, wieder Fussball spielen zu dürfen. Wichtig wäre mir jedoch auch, dass in Zukunft alle an Bord bleiben und wir die erfolgreiche Arbeit in der Jugend und im Herrenbereich fortsetzen können. Es soll sich einfach was rühren aufm Sportgelände.

_________________________
Euer Verein spielt in der A-Klasse? Und auch ihr habt den einen Spieler, der als Legende gilt (egal ob noch aktiv oder längst passiv)? Dann schreibt uns bitte an niederbayern@fupa.net!

Aufrufe: 2.5.2021, 05:00 Uhr
Helmut WeigerstorferAutor

Verlinkte Inhalte