
Gefeiert wurde beim SSV Bergisch Born am vergangenen Sonntag bis tief in die Nacht. Manch einer soll die Anlage gar erst verlassen haben, als der neue Tag schon angebrochen war. Wie man das eben so macht, wenn man nach dem Kreispokalsieg auch noch den Bezirksligatitel gewinnt und in die Landesliga aufsteigt. „Damit ist der Verein da, wo er hingehört“, sagt Nico Postic und schwärmt von „1a- Strukturen“: „Das habe ich so noch nicht erlebt.“ Wer hinter dem Erfolg steckt – der Kapitän gibt exklusive Einblicke.
Francesco di Donato Der Angreifer (22 Treffer) trifft nicht nur regelmäßig das Tor, sondern beim Umziehen auch stets den richtigen Ton. „Er ist unser Kabinen-DJ. Mit einem guten, abwechslungsreichen Geschmack.“
Aleksandar Stanojevic Auch er steuerte 22 Treffer zum Triumph bei. „Ohne ihn“, sagt Nico Postic, „wären wir nicht aufgestiegen.“ Was sich auch auf seine Rollen als Vorlagengeber und meinungsstarker Antreiber bezieht. Wird zudem „Mister Sir Walter“ genannt, weil er gerne in die Düsseldorfer Disco geht.
Jannic Kilter Nach starker Vorrunde und wichtigen Toren oft verletzt. Bekannt für seinen Boniface-Jubel. „Den macht er sogar im Training.“ Genießt in der Mannschaft ein hohes Standing.
Anoliar Isaoui Mit 18 Jahren das Küken der Truppe. „Er hat sich super integriert“, findet Postic, „und eine tolle Rückrunde gespielt.“
Jannik Hoffmeister Großes Potenzial, aber auch großes Verletzungspech. So etwas wie das Gegenteil eines Lautsprechers. „Aufgrund seiner zurückhaltenden Art ist er der Geist der Mannschaft. Manchmal wie ein Phantom.“
Dustin Köhler „Unser Dauerläufer. Er hat eine riesen Saison gespielt und andere mitgezogen.“ Im Gegensatz zu den Vorjahren gelang es ihm, sich mehr aufs Wesentliche zu fokussieren. „Da sieht man, dass er älter geworden ist.“
Tristan Maresch Im Winter aus Dabringhausen gekommen, wurde der offensive Freigeist zum entscheidenden Faktor im Aufstiegsrennen. „Er ist ein verrückter Vogel, der eine gewisse Lockerheit reingebracht hat, die uns gutgetan hat“, meint Postic. Zusammen mit di Donato und Isaoui bildet Maresch „das Dreigestirn“:
Luca Postic Der Mittelfeldmann glänzte als Zuverlässigkeit in Person. War immer da, nie verletzt. Auch so etwas wie ein erfahrener Ruhepol. Als angehender Lehrer prädestinierte Führungsperson.
Alexander Eicker Laufwunder, Pferdelunge, „ekeliger Gegenspieler“. Postic: „Er glänzt mit seiner Einstellung.“
Luca Dantas Verletzte sich Ende des vergangenen Jahres schwer (Kreuzbandriss). Neben dem Platz der Sunnyboy, der neue (Frisuren-) Trends in die Mannschaft bringt.
Hakan Sagmak Nach seiner Augenverletzung in der zweiten Saisonhälfte nur noch Teilzeitkraft. Aber als Typ aufgrund seines großen Erfahrungsschatzes weiterhin wichtig.
Ruben Schmitz-Heinen Nach Verletzungspech wurde der Co-Kapitän rechtzeitig für den Schlussspurt fit, um dort seine Mentalität und Zweikampfstärke einbringen zu können. Der Kapitän beschreibt ihn als Mann der Gegensätze: „Er hat halt ein Babyface, haut dich aber mit einer Sense von hinten um.“
Marius Müller „Unser Ivan Drago“, sagt Nico Postic lachend und verweist auf die Ähnlichkeit zu Rockys Gegner im gleichnamigen Film. Der eher wortkarge Innenverteidiger lässt lieber auf dem Platz Taten sprechen.
Marin Postic Selbe Position, komplett anderes Wesen. „Er ist der Clown, die Quasselstrippe und immer für Witze oder einen Spruch gut“, erzählt sein Bruder. Unbestritten sind seine sportlichen Qualitäten.
Tobias Schäfer In Sachen Einsatzwillen und Kampfgeist ein Vorbild für alle, in Sachen Verletzungen der Unglücksrabe schlechthin. Exemplarisch dafür steht der vergangene Sonntag. Da verletzt sich Schäfer vor dem Spiel. Beim Ball hochhalten. Nico Postic: „Wie das geht, weiß ich nicht.“ Und schmunzelnd ergänzt er: „Sein Papa Siggi ist unser Hooligan.“
Pascal Schmid Brachte seine große Erfahrung immer mal ein, glänzt wie Schäfer mit bedingungslosem Einsatz. Was im Übrigen auch fürs Feiern gilt. „Da war er am Sonntag wieder ganz vorne mit dabei und hat die meisten Bierduschen verteilt.“
Sean Soares Der Außenverteidiger gehört auch zur Fraktion „Zuverlässigkeit“. Hohe Trainingsbeteiligung, vorbildliche Einstellung.
Jan Luca vom Stein Ein weiterer 2003er, der sich im Laufe der Saison super entwickelt hat. Nico Postic nennt ihn den „Tagträumer“: „Wenn der Kopf nicht angewachsen wäre, müsste man Angst haben, dass er den in der Kabine vergisst.“
Yannik Wylezol Steuerte seine Vielseitigkeit zum Double bei. Genießt in der Mannschaft ein hohes Standing – und war einer der Ersten, die für die Mannschaftstour zum Ballermann gebucht haben.
Gian-Luca Musset Bis zu seiner schweren Verletzung im Februar zwischen den Pfosten gesetzt. Danach trotzdem immer da, bei den Spielen auch ohne Aussicht auf Einsatzzeiten umgezogen. „Der absolute Teamplayer.“ Zusammen mit Ruben Schmitz-Heinen und Thomas Sannemann Geldeintreiber des Strafenkatalogs.
Kevin Kilter Kam im Winter aus Wermelskirchen zurück und wurde nach Mussets Verletzung die Nummer eins. Hatte großen Anteil an Aufstieg und Pokalsieg.
Robin Dowald Als nominell dritter Keeper immer da, wenn er gebraucht wurde. Auch als Motivator ein wichtiger Faktor. Erfüllt das Klischee des verrückten Torhüters wie kaum ein anderer. So führt sein Weg nach dem Training nicht in die Kabine, sondern zu Vereinswirt Martino und einem Bier.
Tim Janowski Der Double-Trainer schaffte es, den Laden zusammenzuhalten. „Er ist eine sehr, sehr gute Seele“, sagt sein Kapitän. „Fast zu gut. Er will jedem gerecht werden.“
Gennaro Buonocoro Innerhalb der Mannschaft genießt der Co-Trainer ein hohes Ansehen. Was auch daran liegt, dass er im Training oft mitspielt und beweist, dass er kicken kann.
Kevin Scholtyschik Als Video-Analyst vor der Saison dazugekommen, entwickelte er sich zum weiteren Co-Trainer. Er entdeckte die Regelwidrigkeit des SV Solingen, so dass aus dem 2:2 am Grünen Tisch ein Sieg wurde.
Thomas Sannemann Der Betreuer ist quasi der Star der Mannschaft. „Alle lieben ihn – und er liebt alle“, sagt Nico Postic. Kam zur Doubleparty des SSV direkt vom Champions-League-Finale seines BVB aus London nach.
Carlos Dantas „Er ist der zweite Vater für alle.“ Der Fußball-Vorstand lebt von seinen Emotionen und steht zu dem, was er sagt. Postic: „Viele sind wegen ihm nach Born gekommen.“
Jörg Musset Der Sportliche Leiter wurde an den Abenden vor den Spielen mit Videos in der Whatsapp-Gruppe zum großen Motivator.
Martino di Donato Nicht nur als Vereinswirt von großem Wert für das Team. „Er ist auch ein super feiner Mensch“, schwärmt der Kapitän.
Ebenfalls ihren Anteil hatten Ferat Sari, Marvin Pak, Linus Rämsch, Leo Wuttke, Dewald Grigoryev, Francesco Serleti, Maximilian Hassenpflug, Dominik Baumann, Fynn Mueller, Torwart-Trainer Fabio Rizza und Physiotherapeut Eric Riehmer.