Im Augenblick des Triumphs zeigt sich immer wieder, dass die Günzburger Landkreismeisterschaft im Hallenfußball auch heute noch einen großen Stellenwert besitzt. Unser Foto entstand 2016, als Turniergewinner SpVgg Wiesenbach auch von den Fans aus dem Nachbarort Waldstetten ausgelassen gefeiert wurde.   F.: Ernst Mayer
Im Augenblick des Triumphs zeigt sich immer wieder, dass die Günzburger Landkreismeisterschaft im Hallenfußball auch heute noch einen großen Stellenwert besitzt. Unser Foto entstand 2016, als Turniergewinner SpVgg Wiesenbach auch von den Fans aus dem Nachbarort Waldstetten ausgelassen gefeiert wurde. F.: Ernst Mayer

Freudenfest für Fußballer und Fans

Vier Faktoren sprechen dafür, dass die Günzburger Landkreismeisterschaft sehens- und erlebenswert wird +++ Die Favoriten ballen sich in einer Gruppe

Es ist der letzte Höhepunkt der Winter-Saison. Und einiges spricht dafür, dass sich die Hallenfußball-Freunde in der Region auf einen sportlichen Leckerbissen freuen dürfen, wenn an diesem Samstag acht Teams zum Turnier um den Sparkassen-Cup antreten. Auf jeden Fall wird es einen neuen Kreismeister geben, denn Titelverteidiger TSV Burgau patzte in der Qualifikation. Ab 17 Uhr rollt der Ball in der Rebayhalle Günzburg, FuPa ist per Liveticker bei allen Spielen dabei.

Die kritischen Worte zum immer noch neuen Spiel namens Futsal sind bekannt, die Argumente für die Fifa-Variante ebenfalls. Vier Faktoren vor allem stimmen die Macher dieser 36. Landkreismeisterschaft zuversichtlich, dass es ein sehens- und erlebenswertes Spektakel gibt:

Modus: Im vorigen Jahr zum ersten Mal getestet und für gut befunden wurde die Idee Gruppenphase statt Viertelfinale. Da die acht Teilnehmer auch diesmal in zwei Gruppen gelost wurden, hat jede Mannschaft drei Einsätze garantiert. Neben den Frust der Spieler trat in früheren Zeiten ja häufig genug der Frust der Fans, die postwendend den Heimweg antraten, sobald ihr Lieblingsverein ausgeschieden war – das heißt, wenn’s dumm lief, nach dem ersten Spiel. Das war bei der Premiere des Gruppensystems 2017 völlig anders und Turnierleiter Rainer Zeiser ist überzeugt, dass es auch diesmal funktioniert.

Auslosung: Das Los ergab eine richtig heftige und eine vermeintlich leichte Gruppe. Was an sich gar nicht negativ zu bewerten ist. Denn bereits das Eröffnungsspiel bringt alle Knüller-Attribute in die Halle. Wiesenbach gegen Thannhausen, da frohlockt abseits momentaner sportlicher Tiefen die Seele jedes Fußball-Fans in der Region. Wer sich aus Gruppe 1 fürs Halbfinale qualifizieren will, muss vermutlich drei Mal guten Futsal zeigen – und wer hier scheitert, hat beinahe sicher kein Problem bei der Ursachenforschung. Dagegen tragen alle vier Starter der Gruppe 2 das Außenseiter-Mäntelchen aufs Spielfeld. Es ist ein Kleidungsstück, das schwer auf den Schultern lasten kann, wenn man es denn von der Seite betrachten möchte, dass ein Weiterkommen hier einfach Pflicht ist. Auf jeden Fall positiv zu sehen ist, dass die acht Mannschaften geografisch fast optimal auf die beiden Gruppen verteilt sind.

Derby-Atmosphäre: Man kennt sich. Was je nach Ausprägung bedeuten kann, dass der eine Nachbar dem anderen einen Erfolg aber so was von missgönnt oder, dass sich die Nachbarn gegenseitig unterstützen. Wunderschön war es mitzuerleben, wie vor zwei Jahren die Fans des SV Waldstetten die Kicker aus Wiesenbach zum Turniersieg gejubelt haben. Für Stimmung sollte in jedem Fall gesorgt sein; alte und neue Rivalitäten gibt es bei dieser Kreismeisterschaft genügend zu pflegen. Zudem hat der Chef des namensgebenden Sponsors Sparkasse Günzburg-Krumbach, Walter Pache, einmal mehr einen Preis für die beste Fangruppe ausgelobt. Und, wer weiß: Möglicherweise zeigt sich der Mann auch darüber hinaus spendierfreudig. Es ist ja sein letztes Turnier als Hauptsponsor, ehe er im Herbst in den Ruhestand geht.

Außenseiter: Gute Chancen auf den Pott räumt Turnierleiter Rainer Zeiser einem vermeintlichen Außenseiter ein. Die SG Röfingen-Konzenberg hat mit ihrem Auftritt beim Qualifikationsturnier in Burgau alle Zuschauer überzeugt. Bärenstark im Team um Spielertrainer Manuel Mehl trat zum Beispiel Fisnik Lloqanaj auf. Kein Wunder: Der Albaner kennt Futsal bereits aus seiner Heimat. Sogar noch einen Tick mehr herausstach vor drei Wochen Tibor Petrik. „Was aber nicht heißt, dass wir nur zwei gute Spieler haben“, betont der Röfinger Abteilungsleiter Balthasar Zahler. Wer dies als Indiz werten möchte, dass die SG im Turnier einiges vorhat, könnte Recht behalten. Es steckt schon mehr Anspruch in der Mannschaft als „Dabeisein ist alles“. Röfingen-Konzenberg will auf jeden Fall die Gruppenphase überstehen, zumal der Kreisklassist bei der Auslosung relativ glimpflich davongekommen ist. Andererseits sieht Zahler einige Kicker im Team, die noch nie eine Landkreismeisterschaft vor entsprechender Kulisse gespielt haben. Ihnen helfen wollen die eigenen Fans, die sich in bemerkenswerter Zahl angekündigt haben. Mit einem Schmunzeln verrät Zahler: „Wir übertreiben es richtig und reisen gleich mit dem Bus nach Günzburg.“ Übrigens: Die Zusammenarbeit mit ihrem Erfolgscoach wird die Spielgemeinschaft in enger Absprache zwischen den Verantwortlichen in Röfingen, Konzenberg und Mönstetten um ein weiteres Jahr fortführen. Mehl bleibt also bis mindestens Mitte 2019.

Aufrufe: 027.1.2018, 07:41 Uhr
Günzburger Zeitung / Jan KubicaAutor

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