Der Weg der SpVgg Unterhaching führt fast sicher in die Regionalliga - auch für Markus Schwabl?
Der Weg der SpVgg Unterhaching führt fast sicher in die Regionalliga - auch für Markus Schwabl? – Foto: Sven Leifer

Untergangsstimmung? Das sagt Kapitän Markus Schwabl

Die SpVgg Unterhaching steht kurz vor dem Abstieg in die Regionalliga +++ Der 30-Jährige steht Rede und Antwort

Markus Schwabl erlebt eine grauenhafte Saison mit der SpVgg Unterhaching in der 3. Liga. Der Abstieg in die Regionalliga Bayern ist nur noch theoretisch zu verhindern, praktisch können sich die Hachinger schon mal mit Gegnern wie Schalding, Buchbach oder Aubstadt befassen. Trotz der schwierigen Situation hat sich der Kapitän der SpVgg den Fragen von FuPa gestellt.

FuPa: Die 2:3-Niederlage in Kaiserslautern hat aller Voraussicht nach den Abstieg besiegelt. Vorsichtig ausgedrückt: Viel zu lachen wird`s rund um den Sportpark diese Woche wohl nicht gegeben haben?
Markus Schwabl (30): Zum Lachen gibt`s sportlich rein gar nichts bei uns. Überhaupt: Wer nach dieser Saison noch lachen kann, dem kann ich auch nicht helfen. So lange es aber rechnerisch noch möglich ist, die Liga zu halten, werde ich mich nicht hinstellen und vom Abstieg reden. Auch wenn es natürlich schon fast an Unmöglichkeit grenzt.

Keine 60 Sekunden nach dem Ausgleich seid ihr wieder in Rückstand geraten, kurz vor Schluss führt ein dämlicher Elfmeter zur Niederlage. War die Pleite in Lautern symptomatisch für eine völlig missratene Saison?
Kann man so sagen, ja. Vor dem Spiel in Lautern sind wir jeweils schon in den ersten Minuten in Rückstand geraten. Der Elfer in Lautern passt dann auch irgendwie perfekt ins Bild. So reicht`s am Ende des Tages einfach nicht.

Wie konnte diese Spielzeit so kolossal schiefgehen?
Wir sind nicht blauäugig an die Sache rangegangen und wussten, dass es nach der negativen Phase nach Corona im letzten Sommer schon schwer werden könnte. Von oben mitspielen war ohnehin intern bei uns nie die Rede, es ging grundsätzlich um den Klassenerhalt. Dass es aber derart nach hinten losgeht, damit hatte keiner gerechnet.

Völlig bedient: Markus Schwabl nach der 2:3-Niederlage in Kaiserslautern.
Völlig bedient: Markus Schwabl nach der 2:3-Niederlage in Kaiserslautern. – Foto: Sven Leifer


Erstaunlich, auch wenn in Unterhaching immer vieles ein wenig anders ist, als an anderen Profistandorten: Bis zuletzt sitzt Coach Arie van Lent scheinbar fest im Sattel, trotz fast unausweichlichem Abstieg. Woher kommt die Nibelungentreue?
Weil der Verein und auch die Mannschaft von der Arbeit des Trainers absolut überzeugt sind. Das hat rein gar nichts damit zu tun, dass Arie so ein netter Typ ist. Schon mit Blick darauf, dass wir als Klub an der Börse notiert sind, gibt`s bei uns keine Vetternwirtschaft.

In Erinnerung ist auch ein Interview von dir geblieben, das du nach der 1:3-Derbyniederlage bei den Löwen gegeben hast. Zitat: "Ich könnte hier vor Wut in den Zaun beißen. Wir waren mindestens gleichwertig, und werfen uns drei Dinger fast selbst rein." Ist es am Ende einfach auch eine Qualitätsfrage?
Auf alle Fälle. Gefühlt haben wir fast jedes Spiel mit nur einem Tor Unterschied verloren. Heißt: Die anderen Teams waren einfach abgezockter. Wir haben unsere zweifelsohne vorhandenen Qualitäten nicht auf den Platz gebracht. Ich habe ja auch die Mannschaft angezählt, indem ich gesagt hatte, ich weiß nicht, ob jeder alles gegeben hat. Und dabei bleibe ich auch: Ich weiß nicht, ob jeder nach der Saison in den Spiegel schauen und sagen kann: Jawoll, ich habe alles gegeben.

Wie erlebst du deinen Papa Manni in diesen Tagen?
Die Enttäuschung über unsere Leistung ist bei ihm groß. Er gibt jeden Tag 150 Prozent für den Verein, ist von morgens bis abends im Büro. Weil das in der 3. Liga und vor allem für Haching finanziell alles andere als ein Selbstläufer ist. Das setzt ihm schon alles zu. Aber es entspricht nicht dem Naturell meines Vaters, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken. Der krempelt schon wieder die Ärmel hoch und setzt im Zweifelsfall alles daran, dass wir in der kommenden Spielzeit wieder in die 3. Liga zurückkehren können.

Was passiert im Falle eines Abstiegs, wie geht`s dann mit dir persönlich weiter?
Darüber mache ich mir in der Sommerpause meine Gedanken. Ich schließe es auf keinen Fall aus, in Haching zu bleiben. Für mich persönlich lief`s aber dieses Jahr eigentlich recht ordentlich, ich habe auch ein paar Anfragen aus dem In- und Ausland vorliegen. Ich bin jetzt 30, wenn mich was reizt, komme ich schon ins Überlegen. Ich habe noch nie ein Abenteuer gescheut.

Das Interview führte Mathias Willmerdinger.

5042 Aufrufe1.5.2021, 11:00 Uhr
Mathias WillmerdingerAutor

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