In der Kreis- und auch in der Bezirksliga lieferten sich die Lokalrivalen SpVgg Teunz und TSV Oberviechtach rassige Derbys. In Zukunft gehen die Fußballer beider Vereine als ?FC OVI-Teunz 2014 e. V.? auf Torejagd. Fotomontage: lg
In der Kreis- und auch in der Bezirksliga lieferten sich die Lokalrivalen SpVgg Teunz und TSV Oberviechtach rassige Derbys. In Zukunft gehen die Fußballer beider Vereine als ?FC OVI-Teunz 2014 e. V.? auf Torejagd. Fotomontage: lg

SpVgg Teunz und TSV Oberviechtach fusionieren

Als "FC OVI-Teunz 2014 e. V." wird mittelfristig die Bezirksliga angepeilt +++ Demografischer Wandel und dünne Spielerdecken machen Zusammenschluss notwendig +++ Am 5. April ist Gründungsversammlung

Der demografische Wandel zeigt Wirkung. Die Vereine haben es immer schwerer, genügend Spieler für ihre Mannschaften zu finden. Ein Problem, das auch die Verantwortlichen der Traditionsklubs SpVgg Teunz und TSV Oberviechtach kennen. „Die Spielerdecken werden immer dünner“, weiß Stephan Zimmet, Fußball-Abteilungsleiter der SpVgg. Dem wird im Westen des Kreises Cham/Schwandorf nun Abhilfe geschaffen. Denn ab der Saison 2014/15 fusionieren die Fußballer aus Teunz und Oberviechtach zu einem Verein und gehen unter dem Namen „FC OVI-Teunz 2014 e. V.“ gemeinsam auf Tore- und Punktejagd.

Ein langer Weg, gepflastert mit vielen Sitzungen und Treffen, findet am 5. April sein Ende. In der gemeinsamen Gründungsversammlung, die aller Voraussicht gegen 19 bis 19.30 Uhr im Teunzer Sportheim beginnen wird, wählen die Fußballer beider Vereine ihre neue Führungsmannschaft. Vorausgesetzt, dass bei den Jahreshauptversammlungen des TSV Oberviechtach und der SpVgg Teunz Ende März der geplanten Fusion zugestimmt wird.

Große Einigkeit unter den SpVgg- und TSV-Kickern

„Das sind die letzten Hürden“, weiß Zimmet. Denn intern sind sich die Fußballer aus Teunz und Oberviechtach bereits seit den fünf Sitzungen in den letzten sechs Wochen einig: „Nur gemeinsam hat der Fußball in unserer Gegend in der Zukunft eine Chance“, bringt er die Meinung aller Beteiligten auf den Punkt. Unter den SpVgg- und TSV-Kickern, die von ihren jeweiligen Verantwortlichen bereits Anfang Januar über die Fusionspläne informiert worden waren und in einer getrennten Abstimmung für den Zusammenschluss votierten, herrscht große Einigkeit.

„Es gibt, bis auf wirklich ganz wenige Ausnahmen, eine breite Basis, die diese Vorreiterrolle, die wir in unserer Region einnehmen werden, gemeinsam trägt“, beschreibt der Teunzer Fußball-Chef die ungemein positive Aufbruchsstimmung. Ein deutliches Zeichen dafür: Es gibt sogar schon ein von den Spielern entworfenes Logo, das bei der Gründungsversammlung präsentiert wird.

Wertvolle Tipps von der SG Chambtal

Viel Arbeit hatten die SpVgg- und TSV-Verantwortlichen zuletzt zu bewältigen. Wobei bei einer der Sitzungen, so Zimmet, der Vorsitzende der SG Chambtal, Josef Heigl, den Teunzer und Oberviechtacher Funktionären wertvolle Tipps gab. Denn am 23. Mai 2003 beschritten die Kicker des FC Dalking und des SV Weiding den gleichen Weg, fusionierten erfolgreich zur SG Chambtal und hatten damals mit den gleichen Geburtsschwierigkeiten wie heute der FC OVI-Teunz 2014 zu kämpfen.

„Die Einblicke und Schilderungen, die wir von Josef Heigl bekamen, waren ungemein wertvoll und hilfreich“, weiß Zimmet. Die letzten vorhandenen Zweifel seien so ausgeräumt worden, die Basis für den vernünftigen Schritt zur Sicherung des Fußballs war danach endgültig breit genug. Die hatte es in Teunz noch vor rund einem Jahr gegeben, als die SpVgg-Verantwortlichen mit der DJK Gleiritsch über einen Zusammenschluss gesprochen hatten. Gespräche, die schließlich im Sand verliefen.

Nachdem auch der TSV Oberviechtach mit den gleichen Problemen wie die SpVgg Teunz zu kämpfen hat, wurden schließlich Ende letzten Jahres die ersten Kontakte zum Nachbarn geknüpft. Die darauffolgenden Gespräche seien dann ungemein harmonisch gewesen. „Wir waren sofort auf einer Wellenlänge. Denn in Oberviechtach ist die Situation ähnlich wie bei uns. Der demografische Wandel hat uns und auch den TSV eingeholt“, erklärt Zimmet. Wie die SpVgg Teunz tue sich der TSV ebenfalls schwer, für die Ligaspiele jedes Wochenende ausreichend Akteure aufbieten zu können. „Beide Vereine haben viele ältere Kicker in ihren Reihen, junge kommen nicht ausreichend nach“, weiß der SpVgg-Abteilungsleiter.

Neuer Großverein mit rund 1000 Mitgliedern

Mit dem FC OVI-Teunz 2014 hoffen die Vereinsmitarbeiter nun, diese Probleme endgültig ad acta gelegt zu haben. Die Fusion betrifft beim TSV Oberviechtach lediglich die rund 520 Mitglieder der Fußball-Abteilung mit den Jugendteams und den Damen, der Hauptverein bleibt in gewohnter Art und Weise erhalten. In Teunz besteht die SpVgg mit ihren ca. 500 Mitgliedern eh lediglich aus den Abteilungen „Fußball“ und „Kinderturnen“, die künftig beide unter dem Dach des FC OVI-Teunz 2014 logieren.

Bei der Gründungsversammlung des neuen Vereins, der dann bis Ende Mai die entsprechenden Unterlagen beim Bayerischen Fußball-Verband eingereicht haben muss, wird dann die Vorstandschaft des FC OVI-Teunz 2014 gewählt. Die Führungsriege soll, so erklärt Zimmet, abwechselnd mit den Beteiligten des TSV Oberviechtach und der SpVgg Teunz besetzt werden.


Gemeinsam wollen die Kicker mittelfristig wieder in die Bezirksliga Nord aufsteigen. Foto: FuPa Oberpfalz

Auch die sportlichen Ziele für die Saison 2014/15 sind schon definiert: „Wir wollen in der Kreisliga West natürlich vorne mitspielen“, sagt Zimmet. Wobei er klar macht, dass dies hauptsächlich nur mit den Spielern aus den eigenen Reihen bewerkstelligt werden soll, finanzielle Aufwendungen und teure externe Akteure werde es keinesfalls geben. „Denn nur so identifizieren sich die Fans in unserer Region mit dem neuen Verein.“

Am 6. April letztes Derby der Vereinsgeschichten

Mittelfristig peilt der FC OVI-Teunz 2014 die Bezirksliga Nord an, in der die SpVgg Teunz bereits in der Saison 2011/12 kickte und dort auch auf den zukünftigen Partner TSV Oberviechtach traf. Beide Klubs stiegen dann in der Spielzeit 2012/13 gemeinsam ab und kämpfen heuer noch um den Klassenerhalt in der Kreisliga West. Besonders pikant dabei: Nach der Gründungsversammlung am 5. April treffen die Teams nur einen Tag später zum letzten Derby der Vereinsgeschichten an. „Da wird es sicherlich keine Wettbewerbsverzerrung geben. Denn einer der beiden Klubs muss die Liga erhalten. Und schließlich will auch jeder gewinnen“, so Zimmet.

Aufrufe: 011.3.2014, 13:08 Uhr
Stephan LandgrafAutor

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