2026-05-29T11:52:36.002Z

Interview

SpVgg SV Weiden stellt sich in der Chefetage breiter auf

Rudolf Winter und Max Urban neue Gesichter +++ Präsident Michael Kurz „überzeugt, dass wir im Verein eine sehr sichere und planbare Zukunft vor uns haben“

von Redaktion · Heute, 08:00 Uhr · 0 Leser
Von links: SpVgg-Präsident Michael Kurz, Max Urban, Rudolf Winter, Manfred Biebl und SpVgg-Vorsitzender Rainer Lindner.
Von links: SpVgg-Präsident Michael Kurz, Max Urban, Rudolf Winter, Manfred Biebl und SpVgg-Vorsitzender Rainer Lindner. – Foto: SpVgg SV Weiden

Weichenstellung am Wasserwerk: Die SpVgg SV Weiden stellt ihre Vereinsführung breiter auf. Neben Rudolf Winter und Max Urban im Vorstand wird künftig auch Steuerberater Manfred Biebl den Verein beratend unterstützen. Das Trio rückt an die Seite von SpVgg-Präsident Michael Kurz und vom SpVgg-Vorsitzenden Rainer Lindner. Die neuen „Macher“ im Hintergrund haben der Medienabteilung des Bayernligisten ein Interview gegeben:

Rudi, Du übernimmst das Amt des kürzlich verstorbenen und schmerzlich vermissten Schatzmeisters Karl Lang. Zudem wirst Du bei den anstehenden Neuwahlen offiziell als Kassier und Schatzmeister kandidieren. Wie möchtest Du dieses bedeutende Erbe fortführen und gleichzeitig deine eigene Note aus deiner Zeit als Bankvorstand einbringen?
Rudi Winter: Ich kannte Karl Lang sehr gut und schätzte seine Arbeit enorm. Für mich war sofort klar, dass ich unseren Präsidenten Michael in dieser Situation nicht alleine lassen möchte. Da ich das Amt gerade erst antrete, muss ich mich in die genauen aktuellen Aufgaben natürlich erst noch hineinfuchsen. Dennoch bringe ich meine Erfahrung sehr gerne bei der SpVgg ein. Ich werde im Amt des Schatzmeisters alles tun, was menschenmöglich ist, um den Verein solide zu führen.


Michael, wie kam es eigentlich dazu, Rudi als Nachfolger für diese Schlüsselposition anzusprechen?
Michael Kurz: Das ergab sich tatsächlich bei einer privaten Feier, auf der wir einen sehr intensiven Austausch hatten. In Weiden gibt es verständlicherweise nicht allzu viele Persönlichkeiten, die ein solches Fachwissen und diese immense berufliche Erfahrung aufweisen können. Da Rudi zudem ohnehin regelmäßig als treuer Zuschauer bei uns am Wasserwerk aufschlägt, war das für mich der perfekte Moment, ihn einfach direkt auf ein Engagement anzusprechen.

In welchen Strukturen und Prozessen siehst Du aktuell die größte Notwendigkeit, Rudi von Beginn an tief mit einzubinden?
Michael Kurz: Man muss der Realität ins Auge blicken: Die SpVgg SV Weiden ist inzwischen wie ein kleines, mittelständisches Unternehmen strukturiert. Viele der dafür notwendigen, komplexen Finanzthemen werden aktuell bei uns aber noch komplett im Ehrenamt geschultert. Wir müssen diese Abläufe so professionell wie nur möglich gestalten. Und das funktioniert auf Dauer eben nur, wenn du als Verein eine entsprechende Kraft und Fachkompetenz auf den einzelnen Positionen installierst. Dazu passt es übrigens hervorragend, dass uns künftig auch Steuerberater Manfred Biebl mit seiner wertvollen Fachexpertise beratend unterstützt.




Rudi, Du hast in Deiner erfolgreichen beruflichen Karriere eine Bank geleitet und bringst das perfekte Fundament für die Finanzen mit. Worin siehst Du – mit Blick auf den Spagat zwischen wirtschaftlicher Vernunft und sportlichem Ehrgeiz – Deine Hauptaufgabe?
Rudi Winter: In 25 Jahren Erfahrung als Bankvorstand habe ich das wirtschaftliche Handwerk sicher nicht ganz vergessen (schmunzelt). Ich bin ein großer Fan vom „Michl“ (Michael Kurz) und habe tiefen Respekt vor all den Menschen, die sich hier bei der SpVgg so aufopferungsvoll engagieren. Genau deshalb wollte ich jetzt selbst mit anpacken. Meine Aufgabe sehe ich darin, dem Verein als verlässlicher wirtschaftlicher Rückraum zu dienen, damit sich die sportliche Abteilung auf ihre Ziele konzentrieren kann.


Max, Du wirkst ja bei uns im Verein ebenfalls schon länger im Hintergrund mit. Du bist treuer Fan bei Heim- und Auswärtsspielen, Trikotsponsor und hilfst in sämtlichen technischen Belangen am Wasserwerk. Was hat Dich jetzt dazu bewogen, den nächsten Schritt zu gehen und direkt in der Vorstandschaft mitanzupacken?
Max Urban: Bei der SpVgg SV Weiden findet man einfach einen unglaublich familiär geführten Verein vor. Hier gibt jeder Beteiligte absolut alles, damit am Ende der notwendige Erfolg herauskommt. Dieses leidenschaftliche Umfeld hat mich einfach angesteckt, mich jetzt noch intensiver einzubringen.


Wie denkst du, kannst Du Dich künftig als neues Mitglied der Vorstandschaft am besten einbringen? Welche Akzente möchtest Du setzen?
Max Urban: Ich möchte dem Verein mit meiner Erfahrung aus der Wirtschaft helfen und als junger Unternehmer frisches Blut sowie neue Ideen in die Runde einbringen. Unser gemeinsames Ziel ist es, langfristig und nachhaltig stabil zu bleiben. Ich kenne die Dynamik aus der eigenen firma im Zusammenspiel mit meinem Vater: Als junger Mensch sieht man manche Dinge einfach aus einem anderen Blickwinkel als die ältere Generation. Im Kern geht es dabei oft um viele Kleinigkeiten, über die man sich austauschen und am Ende zu einem gemeinsamen, starken Konsens kommen muss.


Blicken wir ein wenig nach vorne, Michael. Wenn wir uns hier in drei Jahren wiedersehen: Wo befindet sich die SpVgg SV Weiden dann sportlich und wirtschaftlich im Vergleich zum heutigen Tag?
Michael Kurz: Wir gehen aktuell alle gesamtwirtschaftlich extrem unsicheren und schweren Zeiten entgegen – das betrifft die Unternehmen genauso wie den Sport. Dennoch sind wir bei der SpVgg derzeit an einem Punkt angelangt, auf den wir fast zehn Jahre lang hart hingearbeitet haben. Andere Vereine müssen diesen Weg erst noch mühsam gehen. Wir wollen uns sportlich definitiv weiterentwickeln und attraktiven, erfolgreichen Fußball bieten, unabhängig von der Liga. Vor allem wollen wir den Fokus auf unsere eigenen, top ausgebildeten Talente aus dem Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) richten. Gemischt mit gezielter Qualität von außen, wollen wir den Fans am Freitagabend am Wasserwerk eine Mannschaft präsentieren, mit der sich die Stadt Weiden zu einhundert Prozent identifizieren kann. Dank der neuen personellen Struktur bin ich fest davon überzeugt, dass wir im Verein eine sehr sichere und planbare Zukunft vor uns haben.