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SpVgg Sterkrade 06/07 hält geringe Aufstiegschance mit 3:1 am Leben

Man könnte sagen, dass der wirkliche Gewinner beim 3:1-Sieg der SpVgg Sterkrade gegen den VfL Tönisberg gar nicht auf dem Platz stand. Die 1. Spvg Solingen-Wald 03 braucht am Mittwoch gegen den Tönisberg nur ein Remis für den Aufstieg.

von Markus Becker · 08.06.2025, 19:57 Uhr · 0 Leser
Sterkrade setzte sich am Ende eines umkämpften Spiels mit 3:1 durch.
Sterkrade setzte sich am Ende eines umkämpften Spiels mit 3:1 durch. – Foto: Markus Becker

Nach Schlusspfiff durften man in bedrückte Gesichter auf beiden Seiten schauen: Die SpVgg Sterkrade 06/07 hatte sich vorgenommen mit drei Treffern zu gewinnen, der VfL Tönisberg steht nach der 1:3-Pleite vor der Mammutaufgabe gegen die 1. Spvg Solingen-Wald.

Ein Patzer wird Solingen nicht zugetraut

Eins vorweg: Gewinnt Tönisberg am kommenden Mittwoch (11. Juni, 19.30 Uhr) mit 3:1 gegen Solingen, stünden zwei weitere Entscheidungsspiele an. Unter den drei Mannschaften wird dann zunächst eine Begegnung ausgelost, der Gewinner der Partie spielt gegen die zuvor spielfreie Mannschaft. Dies nur als Anmerkung am Rande, da keines der drei Teams einem solchen Szenario ernsthaft Glauben schenkt: "Solingen hat eine Mannschaft mit Oberliga-Niveau, davon bin ich wirklich überzeugt. Die haben auch ein Budget, was Oberliga-Niveau hat. Alles andere als ein Aufstieg von Solingen wäre eine Überraschung", sagte Tönisbergs Coach Justin Müller nach der Niederlage in Sterkrade.

Ähnlich sieht es sein Gegenüber Lars Mühlbauer: "Wir sind uns bewusst, dass die Chance sehr gering ist, weil Solingen einfach eine Übermannschaft ist. Ich habe auch wenig Hoffnung, dass da am Mittwoch etwas passiert."

Zuvor leisteten sich beide Seiten einen kurzweiligen Fight mit reichlich Chancen in den jeweiligen Gefahrenzonen. Dabei ging es nach knapp fünf Spielminuten wieder kurzzeitig zurück in die Kabinentrakte – Schiedsrichter Lars Aarts unterbrach die Partie aufgrund eines sich androhenden Gewitters. Dazu kam es jedoch nicht und die Mannschaften gerieten auch blitzschnell wieder auf Betriebstemperatur. Die erste dicke Chance hatte Gerrit Kriegisch, der nach einem Solo das obere Kreuzeck nur knapp verfehlte (11.), wenig später kam Sverre Müller nach einem Pass in den Rückraum recht freistehend zum Abschluss, wurde aber noch kurz vor der Linie geblockt (12.). Auch Tönisberg beteiligte sich aktiv an der Partie, nach Vorarbeit von Cihan Rüzgar setzte Elias Omsels das Spielgerät ans Lattenkreuz (14.).

Hüben wie drüben war das Tempo bis dahin sehr hoch, beide Teams waren offenbar darauf bedachtm, früh ein Zeichen zu setzen. Der Wirkungstreffer gelang schließlich 06/07. Sverre Müller leitete den Ball weiter auf Damian Vergara Schlootz, der seinen Gegenspieler mit einem Haken alt aussehen ließ und schließlich cool zur Führung vollendete (28.). In der Folge wirkte der VfL in einigen Situationen nicht gedankenschnell genug, Sterkrade gewann an Oberwasser und legte eiskalt nach. Nach einem kurz ausgeführten Eckball ging Sverre Müller mit einem einfachen Trick an der Grundlinie an seinem Gegenspieler vorbei und versetzte Keeper Robin Bertok zur Krönung aus spitzem Winkel noch einen Beinschuss (36.).

Verhaltener Jubel nach dem Führungstor durch Schlootz.
Verhaltener Jubel nach dem Führungstor durch Schlootz. – Foto: Markus Becker

Tönisberg schöpft nach Anschlusstreffer wieder Hoffnung

Nach dem Seitenwechsel kam Tönisberg mit neuem Mut aus den Kabinen und zeigte auch eine grundsätzlich veränderte Körpersprache. Das wurde auch schnell belohnt. Dem VfL wurde auf der rechten Seite zu viel Platz geboten. Nach einem Querpass durch den Sechzehner musste Manuel Franken das Spielgerät nur noch über die Linie drücken (49.). Und plötzlich durfte auch Tönisberg wieder rechnen. Mit einem Remis in Sterkrade bräuchte es schließlich "nur" noch einen Heimsieg – egal in welcher Form – gegen Solingen.

In der Folge wurde es eine zerfahrene Partie, Kontermöglichkeiten ergaben sich auf beiden Seiten, doch fanden entweder im Ansatz oder im Abschluss keinen Erfolg: Vergara Schlootz (66., 87.) und der eingewechselte Elias Rams (73.) vergaben aus gefährlicher Position. Auf der anderen Seite hatten Rüzgar (75.) und Brian Dollen (90.) aussichtsreiche Gelegenheit auf den Ausgleich. Letztlich war Sterkrade in Person von Artur Stankewizius noch einmal erfolgreich (90.+2) und verpasste das zuvor anvisierte Ziel dennoch nur knapp.

"Wir wollten auf jeden Fall mit drei Toren Unterschied gewinnen, um vielleicht eine Minimalchance zu bekommen", sagte Sterkrades Coach Lars Mühlbauer nach Spielschluss und zeigte sich mit der Chancenwertung in Durchgang zwei unzufrieden. "Ich fand, in der zweiten Hälfte mussten wir mehr Tore machen. Wenn ich sehe wie viele Konterchancen wir hatten und die leider kläglich ausgespielt haben, dann ist man selbst schuld, dass man nur 3:1 gewinnt."

Der 47-Jährige hat die Saison damit auch schon abgehakt: "Ich finde es natürlich geil, dass die Mannschaft mit Applaus verabschiedet wird, hat eine gute Saison gespielt. Es macht auch etwas mit dem Kopf, wenn man das zweite Mal hintereinander so knapp scheitert. Aber ich habe den Jungs auch gesagt, dass wir echt stolz auf die Saison sein können. Wir sollen jetzt alle Kraft tanken, alle mal Pause machen."

Kann Müller mit seinem Team noch für die große Überraschung gegen Solingen sorgen?
Kann Müller mit seinem Team noch für die große Überraschung gegen Solingen sorgen? – Foto: Markus Becker

Tönisberg hat nun die hochkomplizierte Aufgabe gegen Solingen vor der Brust, macht sich aber auch keine falschen Hoffnungen: "Es ist ein hartes Brett am Mittwoch, keine Frage. Das ist natürlich eine unfassbar gute Mannschaft. Die haben extrem hohe individuelle Qualität – auch in der Breite", analysierte Justin Müller, der trotz der Pleite nicht unzufrieden mit seiner Mannschaft war. "Wir haben heute ohne fünf Stammspieler gespielt. Wir haben in der Startelf mit einem Spieler aus der zweiten Mannschaft gespielt, der kein einziges Mal bei uns trainiert oder gespielt hat (Elias Omsels, Anm. d. Red.)."

Vor dem wohl letzten Saisonspiel gilt es noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren: "Es hört sich immer blöd an nach einem 1:3, aber dafür waren wir heute mindestens gleichwertig. Ob wir dann Mittwoch eine Chance haben, wird man sehen. Wir werden alles reinwerfen – mehr kann man nicht machen."

SpVgg Sterkrade 06/07 – VfL Tönisberg 3:1
SpVgg Sterkrade 06/07: Thomas Bach, Serkan Karaüzüm, Finn Müller (63. Elias Rams), Mats Müller, Enver Ünal (63. Artur Stankewizius), Gerrit Kriegisch, Robin Papert (63. Joshua Eberth), Moritz Anderheide (84. Florian Pascal Lauer), Sverre Müller (89. Torben Wissen), Jannik Hoppe, Damian Vergara Schlootz - Trainer: Lars Mühlbauer
VfL Tönisberg: Robin Bertok, Jan-Niklas Esser, Luke Heidrich, Nils Koths, Fabian Kempkens, Janik Dünwald, Elias Omsels, Daniel Franken, Manuel Franken, Brian Dollen, Cihan Mustafa Rüzgar (83. Leonard Koeters) - Trainer: David Machnik - Trainer: Justin Müller
Schiedsrichter: Lars Aarts (Goch) - Zuschauer: 250
Tore: 1:0 Damian Vergara Schlootz (28.), 2:0 Sverre Müller (36.), 2:1 Manuel Franken (49.), 3:1 Artur Stankewizius (90.+2)