Stadtamhof-Coach Alexander Hofmann (r.)
Stadtamhof-Coach Alexander Hofmann (r.) – Foto: Schmautz

In Stadtamhof herrscht Zuversicht

Trainer Alexander Hofmann blickt vor und zurück +++ Lob für die Verantwortlichen des BFV

Die SpVgg Stadtamhof steckt in der Kreisklasse 2 mitten im Abstiegskampf. Nur 14 Zähler konnte der Aufsteiger aus 21 Partien holen. Trainer Alexander Hofmann nahm sich Zeit, um die aktuelle Lage zu beleuchten.

Das Jahr 2020:

Ich denke ich spreche allen Fußballern aus der Seele, wenn ich sage, dass 2020 sportlich ein eher trauriges Fußballjahr war. Als Fußballer und Trainer möchte man auf dem Platz stehen und dies war längere Zeit leider einfach nicht möglich. Dennoch denke ich haben alle Vereine die Herausforderung angenommen und diese bestmöglich bewältigt.

Mit am schwierigsten war es die Motivation der Spieler aufrechtzuerhalten, da der Punktspielstart immer wieder verschoben wurde. Man wusste nicht so recht, ob wann und wie es weitergeht. Ungewöhnlich war sicher auch, dass wir in etwa dreimal so viele Testspiele als Punktspiele im Jahr 2020 hatten. Im Winter waren wir richtig gut drauf und gingen hochmotiviert in die Rückrunde, die dann leider verschoben werden musste.

Als einer der ersten Vereine waren wir – sobald es unter Einhaltung des Abstandes möglich war- wieder am Platz, weil wir unseren Jungs die Möglichkeit geben wollten, wieder gegen einen Ball zu treten. Die Mannschaft nahm das überragend an, sodass wir bei manchen Trainings Problem hatten, die maximale Anzahl an Personen nicht zu überschreiten. Als dann die erste Lockerung zum normalen Trainingsbetrieb kam, waren wir begeistert, auch wieder eine Grätsche auspacken zu können und nicht die x.-te Torschussübung zu machen. Leider zog sich die Zeit dann bis zum ersten Punktspiel viel zu lange hin. Hier hoffe ich, dass der BFV dies im Frühjahr- soweit möglich- früh kundtun und einhalten kann.

Als Verein stellte natürlich jedes Training und Heimspiel einen hohen organisatorischen Aufwand dar, da alle Regeln einzuhalten waren. Aber mit tatkräftiger Unterstützung von Spielern ist uns auch das gelungen.

Zufriedenheit mit sportlicher Ausbeute heuer:

Mit der sportlichen Ausbeute von drei Unentschieden aus vier Spielern kann man als Abstiegskandidat nicht zufrieden sein, zumal die Konkurrenten reihenweise Dreier einfuhren. Mit der Leistung der Mannschaft jedoch, war ich in drei der vier Spielen vollkommen zufrieden, schließlich ging es ausschließlich gegen Gegner in der oberen Tabellenhälfte. Zum Auftakt holten wir gegen Sallern ein unnötiges Remis trotz zweimaliger Führung und einem erheblichen Chancenplus. Über das Spiel in Harting verlieren wir lieber kein Wort, das hatte mit Fußball wenig zu tun. Die Mannschaft zeigte eine starke Reaktion und lieferte gegen Kallmünz eines der besten Spiele unter meine Regie. Leider reichte es nur zu einem 1:1, da man vorne zu viel liegen ließ und der Gegner- wie es eben ist, wenn man unten steht- aus keiner Chance ein Tor machte. Gegen Tabellenprimus Lorenzen holte man dank einer überragenden kämpferischen Leistung und Einstellung und dem Quäntchen Glück sowie einen starken Torwart einen Punkt. Im Nachhinein tun die vier verlorenen Punkte weh, jedoch muss man sagen, dass wir mit einem immensen Verletzungspech zu kämpfen hatten. In keinem Spiel hatten wir den Kader beisammen, kam einer zurück, so verabschiedeten sich zwei weitere in die Winterpause. Darunter litt unsere zweite Mannschaft, die jeden Spieltag eine Handvoll Spieler abstellen musste, die ihre Sache aber richtig gut machten.

Entscheidung BFV:

Zunächst einmal ein Kompliment an den BFV, denn auch für die Verantwortlichen war es schlichtweg keine einfache Situation. Man kann es sowieso nie allen recht machen. Die Saison zu beenden ist sportlich sicher die fairste Lösung. Jedoch sieht man an den Ergebnissen der einzelnen Ligen auch, dass sich manche Vereine einfach extrem verstärkten, sodass es doch Glückssache ist, gegen welchen Verein man noch spielt und gegen welchen eben nicht. Wir blickten der Entscheidung des BFV, die Saison fortzusetzen zunächst skeptisch entgegen. Stand jetzt muss man aber sagen: es war absolut richtig, die Saison fortzusetzen. Die vier bis fünf Spiele werden wir über die Bühne bekommen und haben keinen Terminstress wie andere Länder. Dann hoffen wir auf eine möglichst normale Saison ab Juli.

Wir hoffen lediglich darauf, dass man sich mit der Politik frühzeitig auf einen Termin festlegen kann, wo man sagt: Jetzt geht’s weiter, sofern dies mit den Fallzahlen natürlich möglich und abschätzbar ist. Für eine gute Idee würde ich es halten, statt unzähliger Testspiele den Ligapokal vorzuziehen und die Spiele auf Kunstrasen austragen zu können, sodass man im März beginnen könnte. Sollte die Pandemie das nicht zulassen, halte ich eine Totalabsage der eigentlich guten Idee Ligapokal für unausweichlich.

Fitnessprogramm während der Winterpause:

Wie bereits zur Zeit des ersten Lockdowns biete ich ein wöchentliches Online-Workout-Training an. Die Jungs nahmen das Angebot gerne an und freuten sich über etwas Abwechslung im Alltag. Dies ersetzt natürlich kein Laufen oder Fitnessstudio, sodass ich denke, dass die Vorbereitung zum Frühjahr hin eine längere werden wird. Wir haben einige begeisterte Hallenkicker, die in den letzten Jahren kaum an Fitness verloren haben. Dies fällt zunächst auch flach. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass der Großteil sich selbständig fit hält und laufen geht. Die Verantwortung liegt natürlich bei jedem einzelnen. Wir werden eine Bestandsaufnahme machen im Winter, desto fitter die Jungs sind, desto weniger müssen wir im Konditionsbereich arbeiten. Dies sollte Ansporn genug sein. Sobald möglich, werden wir auch sicher Lauftreffs anbieten, denn wie langweilig alleine laufen sein kann, weiß ich selbst. Auch hoffe ich, dass wir zumindest im Januar, vielleicht das ein oder andere mal die Halle nutzen können.

Kontakt in Zeiten von Corona:

Durch Skype, Whatsapp und Co ist es heutzutage ja ohne Probleme möglich, sich zu verständigen. Auch bietet sich das Online-Training an zum Kontakt halten. So war ein Bier danach im ersten Lockdown bei einigen Ritual, bei anderen der einzige Grund vorher mit Sport zu machen;-) Viele unserer Jungs sind privat eng befreundet und sehen sich im Rahmen der erlaubten Regeln. Auch ansonsten sind sie kreativ. Einige pokern online zusammen, andere spielen Online-Schafkopf, Fifa oder ähnliches.

Sobald es natürlich erlaubt ist, werden wir auch etwas für den Teamgeist tun. Dies kam wie bei vielen Vereinen sicherlich zu kurz, da es einfach nicht möglich bzw. verboten war.

Aufrufe: 17.11.2020, 06:00 Uhr
Markus SchmautzAutor

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