Kampf um den Ball – für längere Zeit tabu: Auch die Amateurfußballer sind ab Montag in einer Zwangspause. Das Foto zeigt eine Szene aus dem Ligapokal-Duell zwischen Bernbeuren (in Weiß, Dominik Niggl) und dem TSV Peiting (Benedikt Multerer). 
Kampf um den Ball – für längere Zeit tabu: Auch die Amateurfußballer sind ab Montag in einer Zwangspause. Das Foto zeigt eine Szene aus dem Ligapokal-Duell zwischen Bernbeuren (in Weiß, Dominik Niggl) und dem TSV Peiting (Benedikt Multerer).  – Foto: Roland Halmel

Vereine im Landkreis Schongau sprechen über den Saisonabbruch

Landkreis Schongau: Stimmen zum Saisonende

Vereine im Landkreis Schongau sprechen über den Saisonabbruch. Der SV Raisting wird seine Spiele dieses Wochenende noch bestreiten. Der FC Penzberg sagt bereits ab.

Landkreis – Seit dem 19. September rollte in Bayern wieder der Fußball. Und viele Kicker und Fans hatten gehofft, dass bis zum geplanten Ende im November Meisterschafts- und Ligapokalspiele stattfinden können. Dem ist nun nicht so. Der erneute Corona-Lockdown sorgt bei den Amateuren für eine weitere Zwangspause. Die Heimatzeitung hat sich in Vereinen diesbezüglich umgehört.

„Auf die zwei Wochen, die bei uns noch gespielt worden wären, wäre es jetzt auch nicht angekommen“, sagt Johannes Franz, Coach beim Bezirksligisten SV Raisting. „Ich denke, im Fußball hat es nachweislich keine Ansteckungen auf dem Platz gegeben. Aber wie schon im Sommer gesagt, akzeptiere ich jede Entscheidung der Politik und des Verbands.“ Franz würde es begrüßen, „wenn der Ligapokal, der eh’ nur Lückenfüller ist, im neuen Jahr ad acta gelegt wird. Lieber fängt man früher mit den restlichen Ligaspielen an und ist dann früher fertig.“ Gegen eine längere Sommerpause „hat bestimmt keiner was einzuwenden“.

Bezirksligist FC Penzberg wird – anders als die Raistinger – am Samstag nicht mehr im Ligapokal spielen. „Wolfratshausen hat aufgrund der aktuellen Situation abgesagt, deshalb war für uns am Donnerstag das letzte Training. Für uns ist jetzt Winterpause“, sagt FCP-Trainer Martin Wagner. „Wir werden uns, wenn das nach dem Lockdown wieder möglich ist, in der Halle etwas fit halten. Ansonsten greifen wir im Frühjahr wieder an.“ Durch den Bezirksliga-Erfolg gegen den MTV Berg „haben wir uns zum Glück in eine interessante Position für die Restsaison gebracht. Ich hoffe, dass der Lockdown die Corona-Welle wirklich bricht. Ich vertraue da auf die Entscheidung der Regierung.“

Die Pause tut dem TSV Peiting und dem TSV Bernbeuren gut, um neue Kraft zu schöpfen

Der Entschluss der Regierung kam für Fabian Melzer, Trainer beim Kreisligisten TSV Peiting, nicht wirklich überraschend: „Die Entscheidung über den Lockdown hat sich abgezeichnet und ich habe ihn auch fast erwartet. Gedanklich gehen wir jetzt in die Winterpause, egal was der BFV entscheidet. Das ist auch gut so, weil die Jungs, die super mitgezogen haben, nach dem Trainingsstart ständig gefordert waren.“ Die Pause tue richtig gut. „Jetzt heißt es Kräfte sammeln, damit wir im Frühjahr wieder voll angreifen können.“

Für den TSV Bernbeuren begann die Fußball-Zwangspause schon unter der Woche. Sowohl die Partie am Donnerstag (gegen Denklingen) als auch das Heimspiel am Samstag (gegen Altenstadt) wurden abgesagt. Grund sei die Infektionslage im Ort gewesen und nicht die Angst vor Corona, stellt Trainer Daniel Deli klar: „In Bernbeuren gibt es viele Corona-Fälle. Da hätte es kein gutes Gesamtbild abgegeben, wenn wir gespielt hätten.“ Zudem seien drei, vier Spieler als Kontaktpersonen zu den Positiv-Getesteten eingestuft worden. Grundsätzlich findet er es problematisch, den Sport zu stoppen, der nachgewiesen kein hohes Infektionsrisiko darstellt. Für den Trainer des Kreisligisten ist klar: „Jetzt ist Winterpause.“ Für den Kopf sei es ein sehr anstrengendes Jahr gewesen. „Ich bin meinem Team sehr dankbar, dass es so mitgezogen hat.“

Die SpvGG Schwabbruck/Schwabsoien und der ASV Antdorf sind mit dem Ligapokal zufrieden gewesen

„Es ist eine kuriose Zeit“, sagt Hubert Strobel, Trainer der SpVgg Schwabbruck/Schwabsoien. Er ist hin- und hergerissen, was die staatlich verordnete Zwangspause angeht. Denn sportlich lief es bei der Spielvereinigung zuletzt richtig gut. In der Kreisklasse 4 blieb sie nach dem Re-Start ungeschlagen. „Das war toll und hat Spaß gemacht“, sagt Strobel. Aus Vernunftgründen sei es aber eventuell die richtige Entscheidung, jetzt nicht weiterzuspielen. „Es ist ein schwieriges Thema.“ Der Trainer kann auch jeden Spieler verstehen, der nicht mehr zum Fußball kommt, weil er sich im Job keine Quarantäne erlauben kann. Was jetzt droht, findet Strobel nicht sonderlich gut – „eine ewig lange Winterpause“. Um die möglichst kurzweilig zu gestalten und den Zusammenhalt im Team zu fördern, wird er sich nun mit seinem Trainerstab einen Plan überlegen.

Der Kreisklassist ASV Antdorf hätte im Ligapokal in seiner Gruppe das Spitzenspiel gegen den TSV Benediktbeuern absolviert. Beide Teams verständigten sich darauf, es nicht auszutragen, berichtet ASV-Coach Aleks Simic: „Man muss nicht alles ausreizen und zwei Tage vor Lockdown-Beginn noch versuchen, etwas übers Knie zu brechen.“ Die Zwangspause sieht Simic „mit gemischten Gefühlen“. Sehr gern hätten die Antdorfer heuer noch die restlichen Partien absolviert. „Egal ob Ligapokal oder Meisterschaft: Wir schätzen den Wettkampf“, sagt der Coach. Ob die Maßnahmen der Regierung „in der Konsequenz richtig sind oder nicht, kann ich schlecht beurteilen“, sagt Simic. „Die Politiker lassen sich schließlich von Experten beraten.“ Seine persönliche Meinung sei jedoch, dass die Entscheidungen „etwas hart“ seien. Simic glaubt eher nicht, dass der Ligapokal im Frühjahr tatsächlich zu Ende gespielt wird. Womöglich „wird nicht so viel Zeit dafür bleiben“. Durch diverse Rückzüge von Teams „hat die Wertigkeit abgenommen“, was er schade findet. Priorität beim ASV Antdorf genießt die Meisterschaft. In der Kreisklasse 3 steht das Team auf dem sechsten Platz, der Abstand zur Abstiegszone beträgt aber nur drei Punkte. Am Wochenende wollen Trainer-Team und Vorstand sich abstimmen, wie der Plan für den Winter ausschaut und ob es eigene Trainingspläne für die Spieler gibt. (Von Roland Halmel,
Paul Hopp und Phillip Plesch)

Aufrufe: 30.10.2020, 19:23 Uhr
Schongauer Nachrichten / Roland Phillip Paul HalmeAutor

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