Übernahm auch als Kapitän Verantwortung: Stefan Früchtl hinterlässt eine Lücke bei der SpVgg Ruhmannsfelden.
Übernahm auch als Kapitän Verantwortung: Stefan Früchtl hinterlässt eine Lücke bei der SpVgg Ruhmannsfelden. – Foto: Bernhard Enzesberger

Viel Wehmut: Ein »absolutes Vorbild« sagt nach 18 Jahren Servus

Stefan Früchtl verabschiedet sich von der SpVgg Ruhmannsfelden und hängt die Fußballschuhe an den Nagel

"Time to say goodbye" - kein Song hätte besser gepasst. Vergangenen Samstag wurde es im Lerchenfeldstadion andächtig ruhig. Vorm Anpfiff der Pokalpartie gegen die DJK Vilzing schritt der Sportliche Leiter Alois Wittenzellner auf den Rasen und ergriff das Mikrofon. Mit emotionalen Worten bedankte er sich bei Stefan Früchtl, der 18 Jahre lang die Schuhe für die SpVgg Ruhmannsfelden schnürte. Der 33-Jährige hat mehr als sein halbes Leben bei den Bayerwädlern verbracht, Sternstunden und Tiefpunkte mitgemacht und den Fußball in der Marktgemeinde fast zwei Jahrzehnte lang mitgeprägt. Jetzt ist aber Schluss, er hängt die Schuhe an den Nagel.

Leicht fiel ihm die Verabschiedung nicht, dass gibt Stefan Früchtl zu: "Das war schon ein bewegender Moment. Ich bin eigentlich nicht der Typ, der gerne im Rampenlicht steht. Aber es hat mich schon ungemein gefreut, dass der Verein das extra für mich arrangiert hat." Und dann gibt er zu: "Jetzt wo ich die ganzen bekannten Gesichter wieder gesehen habe, dann muss ich sagen, dass ich es schon ein wenig vermisse. Da schwingt eine ordentliche Portion Wehmut mit und es fällt mir schwer, nicht mehr auf dem Rasen zu stehen. Aber alles hat seine Zeit. Und jetzt ist eben die Zeit gekommen, sich um andere Sachen zu kümmern."


Familie und Hausbau - die Prioritäten haben sich verschoben.


Fußball spielt ab sofort nur noch eine Nebenrolle im Leben des Stefan Früchtl. Der Maschinenbauingenieur, der in Straubing bei der Firma Sennebogen arbeitet, ist im vergangenen Jahr Vater geworden und will mehr Zeit mit der Familie verbringen. "Die musste in den letzten Jahren immer zurückstecken. Das soll sich nun ändern." Zudem steht die Errichtung des Eigenheims zuhause in Rattenberg (Lkr. Straubing-Bogen) unmittelbar bevor. "Nächste Woche geht`s los mit Hausbau. Mit Familie und Baustelle bin ich dann sehr gut ausgelastet", schmunzelt Früchtl. Deshalb sei es auch in absehbarer Zukunft nicht geplant, dass er noch einmal gegen den Ball tritt. "Das schließe ich fast aus. Ich habe jetzt fast ein Jahr lang nicht mehr gespielt und werde auch nicht jünger. Ob ich vielleicht mal Trainer mache, oder bei den Alten Herren kicke, das kann ich jetzt noch nicht sagen. Auf jeden Fall werde ich jetzt erst mal eine Pause vom Fußball einlegen", meint der bescheidene Mittelfeldlenker a.D.

Musste sich fast eine Träne verdrücken: Alois Wittenzellner (vorne am Mikrofon) bei der offiziellen Verabschiedung von Stefan Früchtl im Rahmen der Pokalpartie gegen die DJK Vilzing.
Musste sich fast eine Träne verdrücken: Alois Wittenzellner (vorne am Mikrofon) bei der offiziellen Verabschiedung von Stefan Früchtl im Rahmen der Pokalpartie gegen die DJK Vilzing. – Foto: Helmut Weiderer


Am Lerchenfeld wird er eine Lücke hinterlassen. Ruhmannsfeldens Fußballboss Alois Wittenzellner singt ein Loblied auf seinen langjährigen Weggefährten: "Für mich persönlich ist das eine ganz emotionale Geschichte. Wir haben damals eine Fahrgemeinschaft von Regensburg nach Ruhmannsfelden gebildet. Ich habe dort gearbeitet, er studiert. Stefan war über all die Jahre auf und neben dem Platz ein absolutes Vorbild. Er wurde mehr und mehr zum Führungsspieler und hat uns auch in schwierigen Zeiten immer die Treue gehalten. Er war dabei immer darauf bedacht, dass der Verein nicht nur mit der ersten Mannschaft vorankommt. So ein Engagement ist wirklich außergewöhnlich."

Aufrufe: 022.7.2021, 13:45 Uhr
Mathias WillmerdingerAutor

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