Christopher Prester traf beim 4:1-Heimsieg gegen Ruhmannsfelden doppelt. Bach machte eine 0:2-Hinspielniederlage wett. Foto: Markus Schmautz
Christopher Prester traf beim 4:1-Heimsieg gegen Ruhmannsfelden doppelt. Bach machte eine 0:2-Hinspielniederlage wett. Foto: Markus Schmautz

Bach sorgt für die Sensation

Mit einem 4:1-Heimsieg kegelte der VfB die Ruhmannsfel dener aus dem Rennen +++ Keeper Thomas Doblinger hielt überragend

Die Sensation ist perfekt! Nach einer 0:2-Niederlage im Hinspiel und trotz mehrerer verletzter oder angeschlagener Spieler schaffte der VfB Bach am Sonntag im Rückspiel gegen Ruhmannsfelden einen 4:1-Erfolg und zog damit in die zweite und entscheidende Runde der Relegation ein. Am Mittwoch soll in Pfreimd der nächste Schritt in Richtung Klassenerhalt in der Landesliga geschafft werden. “Meine Mannschaft hat Charakter gezeigt. Ich habe immer an sie geglaubt. Das Team hat aufopferungsvoll gekämpft und sich den Erfolg verdient”, so VfB-Trainer Thomas Semmelmann.

Die Bacher gingen offensiv ausgerichtet ins Spiel, wollten unbedingt ein frühes 1:0. Und dies gelang Marco Jordan nach einer Kindler-Ecke bereits nach acht Minuten. Ruhmannsfelden fing sich, ließ nicht mehr viel zu und kam vor der Pause selbst zu guten Chancen. Pech hatte Stefan Wittenzellner mit einem Pfostenknaller (30.). Vier Minuten später konnten die Gäste dann aber den Ausgleich bejubeln. Nach einer Ecke von Michael Wittenzellner stieg Stefan Wittenzellner am höchsten und köpfte ein. Zur Halbzeit stand es 1:1. Die Bacher mussten also drei Tore erzielen, um weiterzukommen.

Semmelmann: Nur noch ein Tor
Trainer Thomas Semmelmann sprach seinem Team in der Pause nochmals Mut zu. Offenbar mit durchschlagendem Erfolg. In Minute 50 musste SpVgg-Keeper Wittenzellner mit einer Fußparade sein ganzes Können gegen Christopher Prester unter Beweis stellen. Auch einen Drehschuss von Dino Mrkic konnte der Tormann noch um den Pfosten lenken (56.). Bach hatte aber nun Lunte gerochen und spielte forsch nach vorne. Genau nach einer Stunde stoppte sich Markus Kindler einen Diagonalball gekonnt mit der Brust herunter und chipte nach innen. Christopher Prester stand goldrichtig und köpfte den Ball zum 2:1 über die Linie.

In der 64. Minute brachte Nico Ludewig den Ball gefährlich vors Tor. Christopher Prester vollendete per Kopf zum 3:1. “Nur noch ein Tor”, brüllte Coach Semmelmann und pushte seine Jungs weiter nach vorne. Nach 68 Minuten fischte Keeper Wittenzellner einen tollen Freistoß von Marco Jordan gerade noch aus dem Winkel. Zwei Minuten später war der gute Schlussmann allerdings chancenlos. Markus Kindler bereitete sein drittes Tor vor. Seine Ecke landete genau bei Nico Ludewig, der sich nicht beirren ließ, mit Wucht dem Ball entgegenlief und einköpfte. Der Bacher Jubel war grenzenlos.

Ruhmannsfelden wusste allerdings genau: Nur ein einziger Treffer fehlt zum Weiterkommen. Mit dem Mut der Verzweiflung rannten die Gäste aus Ruhmannsfelden an. Bach warf sich in jeden Ball, verteidigte mit aller Macht - und lauerte auf Konter. Der bärenstarke Christopher Prester ließ sich im allerletzten Moment von Keeper Wittenzellner den Ball vom Fuß klauen (78.). Ruhmannsfelden warf alles nach vorne und kam noch zu einigen guten Chancen. Allerdings wuchs Hausherren-Keeper Thomas Doblinger über sich hinaus. “Es besteht kein Zweifel mehr daran, wer der beste Keeper der Liga ist”, lobte Semmelmann seinen Torhüter nach vier Wahnsinnsparaden in der Schlussphase.

Zuerst faustete er einen Hammer-Schuss von Bastian Kilger aus dem Eck (84.), dann brachte er Ondrej Sima mit einem Wahnsinns-Reflex zur Verzweiflung (84.). Doblinger war anschließend nochmals Sieger gegen Sima nach einem nahezu unhaltbaren Schlenzer ins lange Eck, den der Keeper gerade noch an die Latte lenken konnte (86.). Und in der vierten Minute der Nachspielzeit köpfte Martin Kress gegen die Laufrichtung von Doblinger. Jener reagierte abermals blitzschnell, machte sich lang, griff gekonnt über und rettete seinem Team den Sieg mit drei Toren Vorsprung.

Vergleich mit Anfield Road
Kurz darauf pfiff Schiri Pantelis Gitopoulos die an Spannung und Dramatik nicht mehr zu überbietende Partie ab. Im Lager der SpVgg Ruhmannsfelden herrschte Fassungslosigkeit. Die Bacher liefen auf das Spielfeld, umarmten und beglückwünschten ihre Helden. “Die Anfield Raod steht nun in Bach”, jubelte ein Fan in Anspielung an das Wunder von Liverpool gegen Barcelona.

Zweite Runde: Am Mittwoch um 18.30 Uhr steht für den VfB das Hinspiel der zweiten und entscheidenden Relegations-Runde in Pfreimd an. Am Samstag steigt in Bach das Rückspiel. Gegner: In der regulären Saison konnte Pfreimd mit 6:2 und 4:3 bezwungen werden. Die SpVgg machte mit einem 2:0-Heimsieg eine 0:1-Hinspielniederlage gegen den FC Kosova wett.

Aufrufe: 027.5.2019, 06:03 Uhr
Markus SchmautzAutor

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