Ob das Bezirksliga-Derby zwischen dem TSV Grafenau (in blau) und dem SV Grainet stattfinden kann, ist nicht nur wegen möglicher Regierungsvorgaben fraglich
Ob das Bezirksliga-Derby zwischen dem TSV Grafenau (in blau) und dem SV Grainet stattfinden kann, ist nicht nur wegen möglicher Regierungsvorgaben fraglich – Foto: Robert Geisler

Zwischen Hoffen und Bangen, Sinn- und Sinnhaftigkeit

In der Bezirksliga Ost stehen am Wochenende noch vier Nachholpartien auf dem Programm, welche die Vereine grundsätzlich gerne austragen würden

Es gibt einige Klubs, die aufgrund der aktuellen Corona-Situation bereits einen Schlussstrich gezogen und sich in die Winterpause verabschiedet haben. Es gibt aber auch ein paar Vereine, die am Wochenende - sofern es bis dahin noch erlaubt ist - gerne kicken würden.

"Wir hoffen, dass wir unsere Partie gegen Schöfweg noch durchziehen können. Wenn es von der Politik keine Einwände gibt, wollen wir auf alle Fälle spielen", sagt Osterhofens Coach Martin Oslislo. An den Gästen soll eine Austragung nicht scheitern. "Wir haben nicht vor, die Partie abzusagen. Wenn wir grünes Licht erhalten, werden wir auch spielen", lautet die Ansage von Schöfwegs Übungsleiter Matthias Süß. Der Landkreis Passau hat derzeit einen Inzidenzwert von weit über 100, der zur Folge hat, dass Fußballspiele vor nur 50 Zuschauer stattfinden müssen. "Wenn es von der Politik kein Spielverbot gibt, würden wir am Samstag trotzdem gerne spielen. Ansonsten erschlagen uns im Frühjahr die Nachholspiele", seufzt Salzwegs Spartenleiter Stefan Holzinger. Neben dem SV Oberpolling sind die Rot-Weißen der einzige Klub, der erst 20 Ligapartien ausgetragen hat.

Allerdings weiß Holzinger aus der Erfahrung der letzten Wochen, dass eine hundertprozentige Austragung in der aktuellen Zeit ohnehin nie gesichert ist. "Am Freitag können sich beispielsweise zwei Spieler mit Corona-Symptomen krank melden. Dann können wir alles wieder vergessen." Im Lager der SpVgg Ruhmannsfelden würde man es begrüßen, wenn die Partie stattfinden kann. "Wir sind gut drauf und haben immer noch eine überragende Trainingsbeteiligung. Wir würden sehr gerne spielen", verrät SpVgg-Abteilungsleiter Alois Wittenzellner. Über die Bühne gehen soll nach Wunsch des TSV Grafenau das Landkreis-Duell gegen den SV Grainet. "Grundsätzlich möchten wir schon noch spielen, allerdings sind wir natürlich von den Vorgaben der Politik abhängig. Leider sind in den letzten Tagen auch die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Landkreis Freyung-Grafenau stark angestiegen. Wenn der Inzidenzwert über 100 steigt, werden wir wohl nicht spielen. Wir wollen keine Zuschauer nach Hause schicken und zudem ist es ab diesem kritischen Wert auch moralisch irgendwann nicht mehr vertretbar", sagt Grafenaus langjähriger sportlicher Lenker Franz Seitz. "Wir würden das Derby gerne noch durchziehen", signalisiert Grainets Chefanweiser Jürgen Eder auf alle Fälle Bereitschaft, beim Landkreiskontrahenten anzutreten.

Im Landkreis Deggendorf hat Landrat Christian Bernreiter schon am Montag die Empfehlung ausgesprochen, den Trainings- und Spielbetrieb im Mannschaftssport ruhen zu lassen. "Wir warten das Ergebnis der Ministerpräsidenten-Konferenz am Mittwoch ab. Sollte wirklich noch gespielt werden dürfen, müssen wir uns intern nochmal beraten. Mittlerweile gibt es in der Mannschaft eine zweigeteilte Meinung über die ganze Situation. Außerdem besteht die Gefahr, dass im Landkreis Deggendorf die Corona-Ampel auf dunkelrot springt. Das würde bedeuten, dass wir vor nur 50 Zuschauern spielen dürften. Das ist auch ein Argument, das man berücksichtigen muss", informiert Plattlings Funktionär Werner Breu. Der SV Türk Gücü Straubing möchte unbedingt an der Rennbahn antreten. "Wir sind richtig heiß und wollen uns mit einem positiven Ergebnis in die dann zu erwartende Pause verabschieden. Es wäre sehr bitter, wenn wir erneut nicht spielen dürften", seufzt Spartenboss Onur Örs.

2328 Aufrufe28.10.2020, 10:30 Uhr
Thomas SeidlAutor

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