Bastian Lobinger (rechts, rotes Trikot) wird ab dem Sommer alleinverantwortlicher Spielertrainer bei seinem Heimatverein SpVgg Pfreimd.
Bastian Lobinger (rechts, rotes Trikot) wird ab dem Sommer alleinverantwortlicher Spielertrainer bei seinem Heimatverein SpVgg Pfreimd. – Foto: Simon Tschannerl

SpVgg Pfreimd: Bernklau übergibt den Stab an Lobinger

Dem Abstieg aus der Landesliga wird die SpVgg Pfreimd nicht mehr entkommen. So planen die „Macher“ schon die Zukunft, wo in der Bezirksliga ein erfahrener Spieler die sportlichen Geschicke leiten soll.

Trainerwechsel beim Fußball-Landesligisten SpVgg Pfreimd: Weil der noch aktuelle Coach Tobias Bernklau aus familiären Gründen kürzer treten will, steigt sein bisheriger „Co“ Bastian Lobinger zum Chefanweiser auf. Der langjährige Goalgetter übernimmt zur Saison 2021/22 seinen Heimatverein als Spielertrainer, ein Schritt, der ohnehin schon länger geplant war. Gerechnet damit habe der „Beförderte“ allerdings erst im nächsten Jahr, so Lobinger.

Dass Lobinger nun schon ab dem Sommer „in der Bütt“ steht, hat mit der erfreulichen Nachricht zu tun, dass sich bei Tobias Bernklau ein weiteres Mal Nachwuchs ankündigt und die Familie nun noch mehr in den Mittelpunkt rückt. Für Bastian Lobinger erfüllt sich nun schon früher ein lange gehegter Wunsch, als Spielertrainer bei seinem Heimatverein wirken zu können, sagt der beruflich als Lehrer tätige Sturmtank, der in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feiern darf.

Sechs Jahre fungierte Tobias Bernklau, zunächst in der zweiten und anschließend in der ersten Mannschaft, als Coach mit dem Höhepunkt „Abenteuer Landesliga“. In einer Vereinsmitteilung bedankt sich Abteilungsleiter Stefan Mohaupt für das engagierte Wirken des nun scheidenden Coaches, der gerne auf seine Zeit an der Außenlinie zurückblickt. Er sei den Verantwortlichen sehr dankbar für die Unterstützung und das in der gesamten Zeit entgegengebrachte Vertrauen auch in schwierigen Phasen. Es wäre immer eine Freude gewesen, Teil dieser Mannschaft zu sein, sagte der nun bald den Stab übergebende Trainer in einem Resümee.

Aktuell nun schon über zukünftige Ziele der Rot-Weißen zu sprechen, macht schon aufgrund der derzeit fehlenden Perspektiven, ob und wann es noch einmal zu einer Wiederaufnahme des Punktspielbetriebs kommt, keinen Sinn. An ein Wunder glaubt in Pfreimd ohnehin niemand mehr. Man hat sich damit abgefunden, in der nächsten Spielzeit in der Bezirksliga an den Start zu gehen. Das zweijährige Dasein in der Landesliga war ein Erlebnis für alle, die dort gemachten Erfahrungen auf hohem Niveau waren für jeden Spieler eine Herausforderung, aber auch eine unvergessliche Zeit.

In der Bezirksliga muss die SpVgg, wie vermutlich viele Teams, erst einmal schauen, wo sie leistungsmäßig nach langer fußballloser Zeit steht. Bastian Lobinger erwartet, dass sich das Team umstellen muss, nicht zuletzt deshalb, weil die SpVgg als „Underdog“ der Landesliga zwei Spielzeiten fast durchwegs nur in der Defensivarbeit gefordert war. „Wir werden nun wieder mehr das Spiel mit dem Ball in den Vordergrund rücken müssen“, beschreibt Lobinger eine erste Schraube, an der er als „Neuer“ zu drehen gedenkt. Man wolle versuchen, in der Bezirksliga wieder Fuß zu fassen, so der zukünftige Mann auf der Kommandobrücke.

Während alle Fußballer hierzulande weiter ungeduldig mit den Füssen scharren und sich weiter in der Warteposition befinden, die immer noch fest angezogene Handbremse in puncto Trainings- und Spielbetrieb hat speziell für Bastian Lobinger Positives, kann er sich doch voll darauf konzentrieren, am Erwerb der Trainer-B-Lizenz zu arbeiten. Angesprochen darauf, ob Lobinger überhaupt mit einem Re-Start rechnet, ist seinen Worten eine gehörige Portion Skepsis zu entnehmen: „Ich rechne eher mit einem Saisonabbruch und der Wertung nach dem Punktequotienten. Das Erreichen eines stabilen Inzidenzwertes unter 35 ist in der mittleren und nördlichen Oberpfalz doch utopisch. Vielmehr sollten wir erst einmal schauen, die nächste Saison rechtzeitig beginnen und durchbringen zu können“, sagt der gelernte Angreifer, der in der Bezirksliga-Meistersaison 2017/18 mit 32 Saisontoren für Furore sorgte.

Der Pfreimder „Neu-Trainer aus dem eigenen Stall“ freut sich natürlich auf seine neue Aufgabe, die unter anderem darin besteht, gleich zwölf A-Jugendliche, die in den Seniorenkader aufrücken, zu integrieren. „Die bringen einen Schub ins Team“, ist er sich sicher. Für einen Neuanfang also sehr gute Voraussetzungen.

Aufrufe: 018.3.2021, 10:30 Uhr
Werner SchaupertAutor

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