Seit ein paar Wochen gibt Martin Wimber bei der SpVgg Osterhofen die Richtung vor
Seit ein paar Wochen gibt Martin Wimber bei der SpVgg Osterhofen die Richtung vor – Foto: Harry Rindler

Wimber: »Personell irgendwie durchwurschteln«

Die SpVgg Osterhofen zählt zum Favoritenkreis der Landesliga Mitte - hat aber seit Wochen akute Personalsorgen

Nach vierjähriger Abwesenheit ist die SpVgg Osterhofen zurück in der Landesliga Mitte. Die Herzogstädter haben in den vergangenen Jahren eine Reihe von beachtlicher Transfers getätigt, so dass der Aufstieg in die dritthöchste Amateurklasse die logische Konsequenz war. Mit dem früheren Bayernligakicker Martin Wimber hat seit einigen Wochen ein neuer Chefanweiser das Sagen. Der 39-jähriger Lehrer coachte bereits die SpVgg GW Deggendorf und den FC Vilshofen und hat mit seinem neuen Klub einiges vor. Wir haben uns kurz vor dem Saisonstart mit dem Osterhofener Coach unterhalten.

Martin, die Vorbereitung ist vorbei. Welches Fazit ziehst du nach der Aufbauphase?
Martin Wimber (39): Ehrlich gesagt sind die Gefühle etwas gemischt. Wir sind mit einem sehr großen Kader in die Vorbereitung gestartet. Aufgrund vieler Verletzungen ist dieser mittlerweile jedoch stark ausgedünnt. Am vorletzten Wochenende mussten wir deshalb sogar ein Testspiel absagen. Auch im Training müssen wir Abstriche machen, weil wir uns keine weiteren Ausfälle erlauben können und daher oft etwas improvisieren müssen. Die Qualität in der Mannschaft ist aber immer noch richtig gut und es macht Spaß, mit den Jungs zu arbeiten.



Stichwort Verletzungen: Gibt es auch langfristige Ausfälle?
Ja, leider. Tobias Eckl hat sich das Kreuzband gerissen und Michael Faber hatte einen schweren Fahrradunfall. Beide werden 2021 nicht mehr spielen können. Bei Mehmet Filiz ist derzeit nicht absehbar, wann er wieder einsatzfähig sein wird. Andreas Obermeier musste sich vor Kurzem am Sprunggelenk operieren lassen, Neuzugang Julian Beer verpasste aus gesundheitlichen Schwierigkeiten die komplette Vorbereitung. Florian Weber plagt sich seit Wochen mit muskulären Problemen herum, Tim Hain laboriert noch an den Folgen eines Muskelfaserrisses. Wir hoffen, dass der eine oder andere zeitnah zurückkehren kann.

Für Michael Faber ist das Fußballjahr 2021 gelaufen
Für Michael Faber ist das Fußballjahr 2021 gelaufen – Foto: Harry Rindler




Du bist in den Testspielen bereits selbst auf dem Platz gestanden. Wirst du doch mehr als ein Standby-Spieler sein?
Wenn Not am Mann ist, werde ich mich auch als Spieler zur Verfügung stellen - das haben wir im Vorfeld intern so vereinbart. Leider habe ich mir aber letzte Woche im Training einen Faserriss in der Wade geholt und bin deshalb für einige Zeit außer Gefecht.



Wie zufrieden bist du mit den Testspiel-Ergebnissen und den gezeigten Leistungen? Gegen Regionalligist Schalding habt ihr nur knapp mit 0:1 verloren, gegen Bayernligist Hankofen ein 1:1-Unentschieden verbucht. Bei den Bezirksligisten Teisbach (1:1) und Türk Gücü Straubing (2:3) habt ihr euch aber nicht mit Ruhm bekleckert...
Das stimmt. Gegen die höherklassigen Vereine haben wir es phasenweise richtig gut gemacht, gegen die beiden Bezirksligisten hat einiges nicht gepasst. Das war aber weitestgehend eine Einstellungsgeschichte, die in den Griff zu bekommen ist. Ich bin überzeugt, dass uns das in den Punktspielen nicht passieren wird. Halb- oder Dreiviertelgas wird in der Landesliga gegen keinen Gegner reichen.



Du bist erst seit ein paar Wochen in Osterhofen. Gibt es im taktischen Bereich Veränderungen? Auf welchen Fußball dürfen sich die Zuschauer einstellen?
An der Ausrichtung habe ich nicht viel verändert. Wir wollen ansehnlichen Fußball spielen, aber auch so agieren, um am Ende des Tages erfolgreich zu sein.



Von der Konkurrenz habt ihr die Rolle des Geheimfavoriten zugeschoben bekommen. Welche Erwartungen hast du an deine Mannschaft?
Wir haben die Qualität, um eine gute Rolle spielen zu können. Ich halte aber wenig davon, im Vorfeld große Prognosen abzugeben. Nach acht bis zehn Spieltagen bekommt die Tabelle ein Bild und dann kann man mehr sagen. Aufgrund der vielen Ausfälle darf bei uns nicht mehr viel passieren und wir müssen uns die kommenden Wochen personell irgendwie durchwurschteln. Wenn wir das einigermaßen gut hinbekommen, ist vieles möglich.



Mit dem SC Ettmannsdorf kommt am Samstag gleich ein Liga-Schwergewicht nach Osterhofen, dann folgt das Derby beim formstarken 1. FC Passau. Ein kerniges Auftaktprogramm...
Absolut. Wir freuen uns auf diese beiden reizvollen Partien und wissen, dass das gleich zwei echte Hausnummern sind. Unser Ziel ist es aber schon, gut reinzukommen und Punkte zu holen. Ich bin guter Dinge, dass das auch klappen wird.



Aufrufe: 021.7.2021, 07:00 Uhr
Thomas SeidlAutor

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