Der Jubel kannte am Weidener Wasserwerk keine Grenzen mehr nach Schlusspfiff und Aufstieg. Mittendrin Meistertrainer Andreas Scheler (Mitte).
Der Jubel kannte am Weidener Wasserwerk keine Grenzen mehr nach Schlusspfiff und Aufstieg. Mittendrin Meistertrainer Andreas Scheler (Mitte). – Foto: Dagmar Nachtigall

Weidener „Tollhaus“ – Neutraubling muss runter

Landesliga Mitte: Im Herzschlagfinale mit Fortuna zeigt Meister SpVgg SV Weiden keinerlei Nervenflattern +++ BUL nach tollem Schlussspurt Relegant – genau wie Lam und Passau

Vier Jahre Abstinenz waren genug: Ein nie gefährdeter 4:0-Heimsieg gegen den FC Passau bringt die SpVgg SV Weiden zurück in die Bayernliga! Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel auf und abseits des Rasen keine Grenzen mehr im mit 1.250 Leuten besetzten „Tollhaus“ am Wasserwerk; Alt und Jung lagen sich in den Armen, der ein oder andere Alteingesessene verkniff sich Freudentränen. Derweil erledigte auch die punktgleiche Fortuna Regensburg ihre Hausaufgabe in Lam (3:1), und doch bleibt ihr trotz sensationeller 86 Saisonpunkte „nur“ die Aufstiegsrelegation. Erster Gegner am Mittwoch und Samstag ist der VfB Hallbergmoos. Auf der anderen Seite relegieren die Gegner des Spitzenduos aus Passau aus Lam sowie der noch an Neutraubling vorbeigezogene ASV Burglengenfeld.

„Ich bin überglücklich“, sagte der Vorsitzende der SpVgg SV Weiden, Michael Kurz: „Was wir in den letzten zwei Jahren geschafft haben. Diesen Aufstieg haben wir mit unseren einheimischen Jungs erreicht“. Andreas Scheler merkte man an, dass ihm ein großer Stein vom Herzen fiel in diesem so engen Rennen um den Meistertitel. Der Meistertrainer, welcher der SpVgg erhalten bleibt, ließ sich entlocken: „Im direkten Vergleich waren wir die bessere Mannschaft, da wir gegen Fortuna siegten. Jetzt sind wir endlich wieder in die Bayernliga aufgestiegen!“ Und Stürmer Niko Vasilic, der beim souverän eingefahrenen 4:0 über Passau einen Doppelpack schnürte, jubelte: „Wir haben so was von verdient die Meisterschaft geholt.“

Das erste Landesliga-Jahr in seiner Historie bleibt für den TSV Neutraubling derweil vorerst das einzige. Am Samstag trat der „Worst Case“ ein, jener, den die interimsweise von Alex Eirich und Tobias Hauser trainierte Mannschaft unter allen Umständen abwenden wollte. Selbst überfordert im Auswärtsspiel beim 1. FC Bad Kötzting und mit einer 1:6 (0:4)-Niederlage beinahe noch gut bedient, gewann Burglengenfeld das Parallelspiel in Seebach (2:0) – und überflügelt den TSV auf den letzten Drücker, um ihn so auf direktem Wege in die Bezirksliga zu schicken.

Während der ASV unbändig jubelte nach zwei Siegen im Saisonfinish und jetzt in der Relegation auf den Bezirksliga-Zweiten SV Grafenwöhr trifft, versinkt Neutraubling im Tal der Tränen. TSV-Abteilungsleiter und Interimstrainer Alex Eirich tat sich auch am Tag nach der zweithöchsten Niederlage der Saison nicht leicht, einen Erklärungsansatz zu finden. „Uns haben die zwei frühen Gegentore das Genick gebrochen“, meinte Eirich: „Das Spiel war dann schnell gelaufen.“ Kötzting sei effektiv mit seinen Torchancen umgegangen und hätte seinem TSV aufgezeigt, wie man als Mannschaft Erfolg haben kann. Nun geht der Blick nach vorne. Zeitnah soll der neue Cheftrainer vorgestellt werden für den Wiederangriff in der Bezirksliga.

Die siegreichen Teams vom FC Amberg (1:0 gegen Neukirchen) und vom VfB Straubing, der mit selbigem Ergebnis in Bad Abbach per Elfmetertor triumphierte, sind dagegen jetzt im Feiermodus. Der direkte Liga-Erhalt ist fix! Genau so für Tegernheim, trotz einer abschließenden 1:3-Heimniederlage gegen Ettmannsdorf.

Die Ergebnisse und Spielberichte des letzten Spieltags in der Übersicht:

SpVgg Lam
1:3
SV Fortuna

SpVgg Weiden
4:0
FC Passau

Tegernheim
1:3
Ettmannsdorf

Osterhofen
1:4
Bogen

Seebach
0:2
B'lengenfeld

FC Amberg
1:0
Neukirchen/B

Hauzenberg
2:2
Kareth-Lapp.

Bad Kötzting
6:1
Neutraubling

Bad Abbach
0:1
Straubing

Aufrufe: 022.5.2022, 09:02 Uhr
Florian WürtheleAutor