Martin Oslislo wird seine Trainertätigkeit bei der SpVgg Osterhofen vermutlich mit der Rückkehr in die Landesliga abschließen können
Martin Oslislo wird seine Trainertätigkeit bei der SpVgg Osterhofen vermutlich mit der Rückkehr in die Landesliga abschließen können – Foto: Harry Rindler

Oslislo: »Für die Quotienten-Regelung können wir nichts«

Osterhofens scheidender Coach rechnet mit einem Abbruch, der für sein Team gleichbedeutend mit dem Aufstieg wäre

Blickt man auf die Tabelle der Bezirksliga Ost, steht der TSV Grafenau ganz oben. Die Beyer-Truppe hat bis dato zwei Punkte mehr als die SpVgg Osterhofen eingespielt - aber auch eine Partie mehr ausgetragen. Kommt es zu einem Abbruch, wird der Paragraph 93 der BFV-Spielordnung angewandt, der die Herzogstädter zum (Quotienten-)Meister machen würde. Im Schnitt holten Heindl, Kabak, Eckl & Co. 2,29 Punkte pro Spiel, Aufstiegsmitkonkurrent Grafenau 2,27.

"Ich habe bereits vor ein paar Wochen in einer Umfrage gesagt, dass wir die Saison gerne auf sportlichem Weg zu Ende bringen würden. Mittlerweile fehlt mir aber der Glauben daran. Der Inzidenzwert steigt täglich an und wir müssen vermutlich sogar froh sein, wenn uns ein erneuter Voll-Lockdown erspart bleibt", sagt Osterhofens Coach Martin Oslislo, der natürlich weiß, dass sein Team bei einem Saisonabbruch definitiv in die Landesliga aufsteigen würde: "Grundsätzlich finde ich es gut, dass endlich eine Deadline gesetzt wurde. Dass spätestens ab dem 3. Mai in ganz Bayern uneingeschränkt trainiert werden darf, noch dazu ohne die Vorlage von Schnelltests, wäre - Stand heute - ein Wunder. Für die Quotienten-Regelung können wir nichts. Natürlich rede ich mich jetzt leicht - aber wir würden jederzeit den Aufstieg mit Grafenau in einem Modus mit Hin- und Rückspiel ausspielen. Dann könnten wir auf dem grünen Rasen zeigen, dass wir die beste Mannschaft der Liga sind."



Da ein solches Szenario aber mehr als unrealistisch ist, können die Herzogstädter wohl endgültig für die Landesliga planen. Im Kader wird es keine großen Veränderungen geben. "Mit Johannes Stingl haben wir unseren Wunschspieler bekommen. Zudem haben uns zwei Jungs von unterklassigen Vereinen zugesagt. Ansonsten wird sich nicht mehr viel tun. Unsere Leistungsträger bleiben uns erhalten. Mein Nachfolger Martin Wimber wird eine starke Mannschaft zur Verfügung haben", ist Oslislo, der künftig mit Sepp Holler die Geschicke außerhalb des Spielfelds lenken wird, überzeugt. Der frühere Zweitliga-Profi hofft, dass im zweiten Halbjahr wieder etwas mehr Normalität einkehren wird: "Ich bin in der Corona-Zeit eigentlich immer total positiv gewesen, aber mittlerweile bin ich skeptisch geworden. Die momentane Lage ist katastrophal und ich wünsche mir für den gesamten Amateur- und Jugendfußball, dass ab dem Sommer wieder regelmäßig und ohne große Einschränkungen gekickt werden kann. Ob das möglich sein wird, muss sich aber erst noch herausstellen. Das Impfen ist scheinbar der einzige Weg, um aus dieser furchtbaren Pandemie herauszukommen."

2898 Aufrufe31.3.2021, 14:15 Uhr
Thomas SeidlAutor

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