Neuer Impuls auf der Trainerbank
Bei der SpVgg Lindau hat sich im Winter strukturell etwas verändert: Kaan Basar ist nun Spielertrainer, nachdem der bisherige Trainer Srdan Gemaljevic in den Jugendbereich wechselt. Basar spricht respektvoll über die gemeinsame Zeit: „Ein paar intensive Trainingsinhalte konnte ich mir abschauen, die ich bei Bedarf einsetzen kann/werde.“
Fitness und Disziplin als Leitlinie
Inhaltlich ist die Vorbereitung klar definiert. „Den Schwerpunkt setzen wir auf körperliche Fitness und taktische Disziplin“, erklärt Basar. „Ein besonderes Highlight hatten wir bereits am 31.01. gegen den Landesligisten SV Reinstetten.“ Dieses Testspiel gewann Lindau deutlich mit 4:0 – ein Ergebnis, das intern als Bestätigung wahrgenommen wird. Der klare Sieg gegen einen höherklassigen Gegner unterstreicht den Anspruch, strukturierter und stabiler aufzutreten.
Unkonstante Hinrunde als Lernprozess
Trotz Tabellenplatz drei blickt Basar selbstkritisch auf die Hinrunde. „Die Konstanz in unserer Spielweise hat gefehlt, daher hatten wir ein paar Totalausfälle.“ Besonders defensiv sieht er Versäumnisse: „Wir haben zu oft zu einfache Tore kassiert.“ Lindau steht mit 47 erzielten Treffern offensiv stark da, kassierte aber auch 33 Gegentore.
Offensivspiel als Lichtblick
Positiv bewertet der Trainer die Entwicklung nach vorne. „Die Abstimmung im offensiven Spiel“ habe besser funktioniert als erwartet. Lindau stellt eine der torgefährlichsten Offensiven der Liga, was sich auch im Tabellenbild widerspiegelt: Mit 29 Punkten aus 16 Spielen liegt das Team nur drei Zähler hinter Spitzenreiter FC Isny (32 Punkte) und einen Punkt hinter Amtzell.
Defensive Ordnung als Baustelle
Das Kernproblem sieht Basar in der Raumaufteilung. „Die Abstände zwischen den Ketten waren zu groß, daher hatten die Gegner in den Spielen, in denen wir nicht diszipliniert verteidigt haben, einfaches Spiel gehabt.“ Seine Zielsetzung für die Rückrunde formuliert er bewusst doppeldeutig: „Enger zusammenstehen, taktisch als auch symbolisch.“
Erfahrung als Winter-Upgrade
Lindau hat in der Winterpause gezielt nachgerüstet. Mit Oktay Leyla und Fabio Di Modugno kamen zwei hochkarätige Neuzugänge. Basar betont zunächst den menschlichen Aspekt: „An erster Stelle erhoffe ich mir, dass die Jungs Spaß haben.“ Gleichzeitig ist die sportliche Erwartung klar: „Natürlich wünsche ich mir, dass sie durch ihre Erfahrung und Qualität unsere Mannschaft voranbringen.“ Oktay Leyla habe dies im ersten Testspiel gegen SV Reinstetten bereits gezeig.“ Zusätzlich wurden mit Michael Riedesser und Thomas Schröpfer zwei sehr erfahrene Spieler“ verpflichtet die beide bereits für Lindau gespielt haben. Auch Di Modugno kennt den Verein aus früheren Zeiten. Weitere Veränderungen gibt es laut Basar nicht.
Titelrennen mit offenem Ausgang
„Der SV Amtzell hat für mich persönlich den besten Fußball gespielt und es würde mich nicht wundern, wenn sie am Ende ganz oben stehen würden.“ Die Tabelle bestätigt die enge Spitzengruppe: Isny führt vor Amtzell und Lindau, dahinter folgen Schlachters (27 Punkte), Eglofs (27).
Besonders drastisch ist die Situation im Abstiegskampf: Basar nennt konkret den TSV Neukirch, SGM Waltershofen und SG Argental als gefährdete Teams, schiebt aber hinterher: „Die Liga ist zu ausgeglichen, um weitere Mannschaften zu nennen.“ Bei nur wenigen Punkten Abstand kann eine Serie alles verändern.