
Die SpVgg Langenpreising zieht bei der Jahreshauptversammlung eine positive Bilanz. Doch es stehen teure Sanierungen an.
Ein Verein mit Tradition ist die 1932 gegründete SpVgg Langenpreising. Insgesamt läuft es gut bei den Fußballern, die im Oberwirt ihre Jahreshauptversammlung abhielten. Großes Thema war die Fusion mit dem SV Zustorf, die beiden Vereinen sportlichen Schub gegeben hat.
Vorsitzender Stefan Haslacher, zugleich Abteilungsleiter Fußball, freute sich, dass die Mitglieder fleißig bei den Arbeitsdienst-Einsätzen vertreten seien. Weniger erfreulich seien kostspielige Sanierungsmaßnahmen, die demnächst in der Küche und bei der Heizung anfallen. Die schätzte er auf rund 105.000 Euro. Dazu sei eine Bewässerungsanlage geplant für etwa 45.000 Euro. Bei der Mitgliederzahl habe die Fußball-Abteilung die 800er-Marke erreicht, nachdem es zum Ende 2024 noch 783 waren.
110 Kinder kicken bei der SpVgg, darunter fünf Mädchen, berichtete Jugendleiter Michael Böck. Elf Mannschaften habe man im Spielbetrieb, hier laufe die Spielgemeinschaft mit Eintracht Berglern sehr gut. „Gerade in den Jahrgängen 2008 und 2009 unterstützt uns Beglern brutal“, lobte er. Aber: „Je älter die Burschen werden, umso weniger Spieler gibt es.“ Deshalb setze er große Hoffnungen auf die Fusion mit Zustorf im Herrenbereich. „Wir haben 15 Trainer im Nachwuchs“, sagte Böck, schränkte aber ein: „Hört sich viel an, ist aber zu wenig.“ Die SpVgg sei zwar auf einem guten Weg mit der Jugend, „aber wir brauchen mehr Leute“.
Kaum mehr retten könne man sich beim Kinderturnen, berichtete Maria Weiß. „Wir haben zwischen 160 und 170 Kinder in sieben Gruppen in der Turnhalle“, sagte sie. „Wir haben allein drei Eltern-Kind-Gruppen, die voll belegt sind.“ Und auch ihre Mitstreiterinnen könnten Hilfe brauchen. „Ich hoffe, dass mehr Junge nachkommen, die uns Alte mal ablösen.“
AH-Leiter Sepp Adelsberger schmunzelte: „Der größte Erfolg ist, dass es uns noch gibt.“ Die SpVgg habe es nicht nur geschafft, wieder eine U40 für die Punktspiele zu melden, sondern sei nach dem Abstieg sofort wieder in die Kreisliga aufgestiegen. Auch drei Zustorfer habe man aktuell im Team. „Wir sammeln Spieler aus dem Landkreis zusammen“, betonte der AH-Leiter.
45 Mitglieder sind derzeit bei der Gymnastik aktiv, „darunter auch ein paar Männer“, meinte Sabine Bergmeier. Auch bei „Fit & Aktiv“ seien neue Mitstreiter willkommen.
Dass die Fußballer im Aufwärtstrend sind, stellte Rainer „Blasi“ Schmidmüller fest. „Von der Fusion mit Zustorf profitieren beide Vereine – sie ist sehr gut abgelaufen“, schwärmte er. Das sehe man vor allem daran, „dass wir mit beiden Mannschaften gut dastehen“. Die Trainingsbeteiligung sei sehr gut, „wir haben sie von 10 bis 15 auf 24 bis 30 Leute quasi verdoppelt“, freute er sich. „Und es ist ein guter Zug drin.“ Das sei nicht zuletzt Coach Alex Lippert zu verdanken. „Er war unser Wunschtrainer, und wir haben mit ihm schon verlängert“, verkündete Schmidmüller stolz.
Den Kassenbericht gab Sebastian Melerowitz für den erkrankten Christian Gomm ab. Rund 84.500 Euro hat die SpVgg im vergangenen Jahr eingenommen, die größten Posten waren Beiträge (33.500€) und Zuschüsse (26.800€). Ausgegeben wurden 92.600 Euro, besonders ins Gewicht fielen Darlehensrückzahlungen (27.000€), der Spielbetrieb (18.200€) sowie der Unterhalt der Sportanlage (15.500€). So ergibt sich für das Geschäftsjahr ein Minus von etwas mehr als 8000 Euro. „Das ist nicht so tragisch, es ist ja auch viel passiert“, stellte Melerowitz fest. Angesichts der bevorstehenden Investitionen, die Haslacher eingangs angekündigt hatte, stimmten die rund 40 anwesenden Mitglieder einer moderaten Erhöhung der Beiträge zu. Auch wurde angekündigt, dass es am 27. Juni wieder ein Mannschafts-Elfmeterschießen für Teilnehmer ab 16 Jahren geben werde.
Martin „Charly“ Weber zeigte sich angetan von der Fußball-Fusion: „Ich glaube, es gibt einige Vereine, die in der gleichen Gemeinde daheim sind, die fusionieren sollten“, empfahl der BLSV-Kreisvorsitzende.