Maximilian Hartl fungiert bei der SpVgg Kirchdorf als Spielertrainer
Maximilian Hartl fungiert bei der SpVgg Kirchdorf als Spielertrainer – Foto: Karl-Heinz Hönl

»Wir konnten den Verein nicht sterben lassen«

Bei der SpVgg Kirchdorf haben enige Spieler nach dem Abstieg in die Kreisklasse die sportliche Verantwortung übernommen +++ Neues Trainerduo, kleiner Kader - dennoch herrscht Optimismus

Um die SpVgg Kirchdorf gab es in der Sommerpause wilde Gerüchte, der ehemalige Landesligist musste sogar kurzzeitig um den Fortbestand seiner Eigenständigkeit bangen. Eine Spielgemeinschaft war kurzzeitig ein Thema, nun hat sich das Blatt aber wieder gedreht. Bei der SpVgg geht es weiter: Mit Ingo Gigl gibt es neuen Spartenleiter, der von Stefan Liebl, der seit Jahren eine Stütze des Kirchdorfer Teams ist, tatkräftig unterstützt wird. Zudem helfen weitere aktive Spieler mit und auch eine Trainerlösung kann präsentiert werden. Die Verantwortlichen sind in den eigenen Reihen fündig geworden: Marco Eichinger und Max Hartl fungieren als gleichberechtigtes Gespann.

"Wir konnten den Verein nicht sterben lassen. Deshalb helfen wir zusammen und schauen, dass es vernünftig weitergeht", berichtet Stefan Liebl, der schon zu Bezirksoberligazeiten das Kirchdorfer Trikot trug. "Ich habe in Kirchdorf schon alles mitgemacht", schmunzelt der 29-Jährige, der froh ist, dass sowohl die Trainerfrage gelöst werden konnte und mittlerweile auch der Kader steht. "Marco Eichinger kann verletzungsbedingt leider nicht mehr spielen und wird das Coaching an der Seitenlinie übernehmen. Max Hartl wird als Spielertrainer fungieren. Beide kennen den Verein in- und auswendig, sind geschätzt und beliebt", berichtet Liebl. Nach einer Horrorsaison in der Kreisliga Straubing - die SpVgg holte lediglich 15 Punkte und stieg als Tabellenletzter sang- und klanglos ab - verließen Leistungsträger und Stammkräfte wie Daniel Wenzl (SV Schöfweg), Tobias Eiter (TSV Grafenau), Jonas Mutzl (TSV Regen), Florian Lemberger (SC Zwiesel) und Martin Stochl (TSV Schönberg) den Verein. Ex-Spielertrainer Moritz Kollmer plagt sich immer noch mit massiven Knieproblemen herum und wird deshalb eine Auszeit einlegen.

»Eigentlich wollten wir auf keine Legionäre mehr zurückgreifen müssen. Aber um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, mussten wir diesen Weg wählen.«


"Die Abgänge tun uns sehr weh. Wir haben sehr wichtige Spieler verloren", räumt Liebl ein. Deshalb entschied sich die neue Führung dafür, zwei tschechische Legionäre zu engagieren. Mittelfeldspieler Martin Belcicky (DJK Neßlbach) und Stürmer Anh Tran Huy (SpVgg Schönseeer Land) haben sich Kirchdorf angeschlossen. "Eigentlich wollten wir auf keine Legionäre mehr zurückgreifen müssen. Aber um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, mussten wir diesen Weg wählen. Wir haben zwei gute Spieler dazubekommmen und nun einen Kader von 16, 17 Leuten. Zudem haben wir noch zwei, drei Akteure in der Hinterhand, die einspringen würden, wenn absoluter Personalnotstand herrscht. Personell sollten wir im Normalfall über die Runden kommen", meint Stefan Liebl, der sich bezüglich der sportlichen Zielsetzung keinen Illusionen hingibt: "Für uns steht ganz klar der Klassenerhalt im Vordergrund. Wir möchten nicht in den Abstiegskampf verwickelt werden. Wenn wir das schaffen, sind wir voll und ganz zufrieden." Kurz- und mittelfristig wird es für den einstigen Bayerwald-Spitzenklub nicht einfacher: "Im Kleinfeldbereich haben wir zwar momentan einen extrem hohen Zulauf, in den älteren Nachwuchsmannschaften sieht es aber sehr mau aus. Daher wird es die nächsten Jahre bestimmt nicht einfacher. Aber wir sind froh, dass wir es jetzt wieder auf die Reihe bekommen haben und hoffen, dass wir gut durch die Saison kommen. Die Stimmung ist gut und wir freuen uns auf die neue Runde", betont Kirchdorfs neuer Vize-Fußballchef.

Aufrufe: 016.7.2019, 09:46 Uhr
Thomas SeidlAutor