Der aktuelle Blick auf den Hauptplatz vor dem Vf B-Vereinsheim (re.) zeigt, dass sich die Rasenverhältnisse seit 2012 nicht verbessert haben (Foto: Horst Linke).
Der aktuelle Blick auf den Hauptplatz vor dem Vf B-Vereinsheim (re.) zeigt, dass sich die Rasenverhältnisse seit 2012 nicht verbessert haben (Foto: Horst Linke).

Streitpunkt VfB-Gelände: Der Jahn ist schon da

Während der bisherige Mieter TKV Forchheim mit dem Eigentümer streitet, trainiert der zukünftige als Gast bereits im Stadtnorden

Die Zwischentöne nach der Schei­dung zwischen dem VfB und dem TKV Forchheim, der mit seinen Fußballern nach zweieinhalb Jahren vorzeitig vom Gelände im Stadtnorden wieder auf die Sportinsel zurückgekehrt ist, zeugen von einer schon länger zerrütteten Ehe. Nutznie­ßer ist der neue und zukünftige VfB-Partner: die SpVgg Jahn Forchheim.

Froh konnte der Verein für Bewegungsspiele von 1861 sein, dass er mit der Zwischenvermie­tung seiner Sportflächen an den TKV ab Sommer 2012 eine Einnahmequelle für seine brachliegenden Sportflä­chen fand. Denn die eigene Fußballab­teilung hatte sich nach langer Diskus­sion mit dem Hauptverein über die finanzielle Kostenverteilung aufge­löst. Die neuen Gäste übernahmen die seit längerem ungepflegten Anlagen in der Annahme, über ein paar Instandsetzungsarbeiten hinaus Unterstützung zu erhalten. Ein Trug­schluss aus Sicht von Teammanager Serdar Kuygun, der diese Geschichte erzählt: „Wie willkommen wir wirk­lich waren, sah man daran, dass die Überdachungen der Ersatzbänke extra abmontiert wurden, bevor wir kamen.“

Zwei schwere Verletzungen

Knapp zweieinhalb Jahre später ist der TKV nicht mehr da, die Maul­wurfshügel, an denen sich die Gemü­ter schließlich erhitzen sollten, hinge­gen schon. Zwei schwere Verletzun­gen in kurzer Zeit bringt Kuygun mit den schlechten Platzverhältnissen in Verbindung und bestätigt vor weni­gen Wochen, dass seine Fußballer schon zur Rückrunde auf die Sportin­sel zurückkehren. War der Abschied zum Sommer diesen Jahres ohnehin beschlossene Sache, nachdem die Umsiedlungspläne der SpVgg Jahn in den Stadtnorden konkret wurden, lie­ßen die VfB-Verantwortlichen die Aus­sagen des Kulturvereins nicht unkom­mentiert. In einer Stellungnahme erklärt der Vorsitzende und Oberbürgermeister Franz Stumpf: „Das Sportgelände wurde in ordnungsgemäßem Zustand, zumindest was die Spielflächen angeht, übergeben. Ab diesem Zeit­punkt war die Unterhaltspflicht beim TKV. Wenn jetzt die Sportplätze in einem erbärmlichen Zustand sind, so ist dies nicht Sache des VfB.“

Kuygun ist anderer Meinung: „Von einer Über­gabe in tadellosem Zustand kann kei­ne Rede sein. Unsere Freiwilligen haben drei Tage gebraucht, um die Sanitäranlagen einigermaßen in Ord­nung zu bringen. Die Plätze waren aus­getrocknet. Im Mietvertrag steht, dass die Stadt einmal wöchentlich den Rasen mähen lässt. Mehrmals passier­te das nicht, weil angeblich die Maschine gewartet wurde. Außerdem gab es Probleme mit der Sprinkleran­lage und dem Flutlicht. Wir haben halt keinen Platzwart und konnten so unsere Verpflichtungen sicher nicht hundertprozentig erfüllen. Aber Hilfe haben wir vom VfB nicht bekommen, sondern wurden immer belächelt.“

In der hitzigen Debatte kamen die Beteiligten zudem aufs Geld zu spre­chen. Stumpf pocht auf die äußerst günstige Platzmiete von 100 Euro pro Monat und spricht von unbezahlten Rechnungen des TKV. Serdar Kuygun erklärt: „Teuer sind die Nebenkosten, man lässt uns für das gesamte Vereins­heim so viel bezahlen wie zu der Zeit, als es noch von einem Pächter bewir­tet wurde. Bei den Stadtwerken lagen wir mit der einen oder anderen Rate zurück, das ist normal. Die Heizung haben sie uns nicht abgestellt. Trotz­dem mussten die Sportler kalt Du­schen, weil wohl ein anderer am Werk war, der noch einen Schlüssel hat.“

Beim TKV vermissen sie Respekt und waren besonders empört, als im Som­mer 2014 plötzlich die Bayernliga­mannschaft der SpVgg Jahn zum Trai­ning anrückte. „Darüber hat uns kei­ner informiert“, klagt Kuygun. Auch vom Umzug des Jahn erfuhren die Ver­antwortlichen des Kulturvereins laut eigener Aussage erst aus der Presse. Nur wenige Wochen nach dem Abschied der TKV-Kicker ist die SpVgg schon wieder beim VfB zu Gast. Vorstandsmitglied Uwe Schüt­tinger bestätigt eine Vereinbarung per Handschlag, wonach gemeinsame Platz- und Kabinensäuberungsarbei­ten durchgeführt werden sollen. Die Jugendteams des Jahn werden zunächst sporadisch im Stadtnorden trainieren, da die Kapazitäten auf dem eigenen Gelände längst nicht mehr ausreichen.

„Diese Lösung stand schon vor einem Jahr im Raum, da hat der VfB dann aber mit dem TKV verlängert“, sagt Schüttinger. Auch Punktspiele der älteren Nach­wuchsmannschaften sind in naher Zukunft geplant, ehe der Startschuss zur Umsiedlung erfolgt und das Gelän­de zur großen Baustelle wird. Noch werden hinter den Kulissen kompli­zierte Planungen und Berechnungen angestellt, auch lässt der Zeitpunkt einer endgültigen Vertragsunter­schrift über den Verkauf des Areals an der Jahn-Straße noch auf sich warten.

Aufrufe: 12.3.2015, 10:27 Uhr
K. Gudd (NN Forchheim)Autor

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