Marvin Strauß bei seiner Arbeit als Stützpunkttrainer am Stützpunkt Regensburg-Neutraubling.
Marvin Strauß bei seiner Arbeit als Stützpunkttrainer am Stützpunkt Regensburg-Neutraubling. – Foto: Privat

Spieler, Trainer, Funktionär, Tausendsassa

Marvin Strauß hält als Spieler der SpVgg Illkofen die Treue +++ Doch als Trainer wirkte er bereits für den SV Burgweinting oder den SSV Jahn und aktuell für den DFB

Die SpVgg Illkofen reifte in den vergangenen Jahren zu einer gestandenen Kreisliga-Mannschaft heran. Einer der Leistungsträger ist Marvin Strauß, der im Mittelfeld die Fäden zieht. Im Herrenbereich spielte Strauß ausschließlich für die SpVgg Illkofen, doch als Trainer sammelte er bereits Erfahrungen beim DFB, beim SSV Jahn Regensburg und beim SV Burgweinting.

Das Fußballspielen lag Marvin Strauß schon von Kindesbeinen an im Blut. Seine Karriere begann er beim TV Barbing. „Damals haben wir dort gewohnt, zogen aber 2000 nach Friesheim vor den Toren von Illkofen um“, erklärt der technisch versierte Mittelfeldspieler, der aber erst einige Jahre später für die SpVgg auflaufen sollte. Zuerst zog es ihn zum SV Burgweinting, wo er unter anderem in der U15-BOL spielte. Im zweiten B-Jugend-Jahr wechselte er schließlich zur SpVgg nach Illkofen. Und diesen Schritt hat er nie bereut. Bereits als A-Jugendspieler wurde er des Öfteren in der Ersten eingesetzt, die in der Kreisklasse zu Werke ging. „Zur Saison 2012/13 übernahm Toni Wittmann das Traineramt. Bis dahin wurde klassisch mit Manndeckung und Libero gespielt. Toni stellte auf eine Viererkette um und versuchte auf spielerische Elemente zu setzen. Das hat uns sehr gut getan“, erklärt Marvin Strauß, der sich als junger Spieler bereits einen Stammplatz erkämpft hatte. In der Saison 2015/16 errang Illkofen Rang zwei in der Kreisklasse 1. „Wir brauchten sage und schreibe vier Relegationsspiele, bevor wir endlich den Aufstieg in trockene Tücher bringen konnten“, erinnert er sich zurück. Das Tor zur Kreisliga endgültig aufgestoßen wurde durch einen 3:1-Sieg nach Verlängerung über Peising, wobei Stephan Brüderlein alle drei Tore erzielen konnte. Nach dem Aufstieg verließen Trainer Toni Wittmann und Co-Trainer Sebastian Papilion den Verein. Unter der Führung von Tobias Smolarczyk wagte man sich an das Abenteuer Kreisliga heran. Nunmehr in der vierten Saison sicherte sich Illkofen den Liga-Verbleib und avancierte zu einem gestandenen Kreisliga-Team. Aktuell hat Illkofen nach 22 von 26 Partien 32 Zähler auf der Habenseite. Alles deutet darauf hin, dass die Saison 2019/21 endgültig abgebrochen wird.

Als Spieler blieb Marvin Strauß trotz höherklassiger Angebote der SpVgg stets treu, doch als Trainer sammelte er bei anderen Vereinen seine Erfahrungen. Mit 18 Jahren holte ihn sein ehemaliger Trainer Christian Martin zurück zum SV Burgweinting. Bereits nach einer Spielrunde führte ihn sein Weg weiter zum SSV Jahn Regensburg. Gemeinsam mit seinem Bruder Philipp übernahm Marvin Strauß die U9 als Co-Trainer. Weiter ging es für ihn als Co-Trainer für einige Jahre in den Grundlagen- und Entwicklungsbereich der Jahn-Schmiede. Selbstverständlich legte Strauß seine Trainerlizenzen ab. Aktuell verfügt er über die C-Lizenz Breitensport, die B-Lizenz Herrenfußball sowie über die DFB-Elite-Jugend-Lizenz. „Da ich die nötigen Punkte sammeln konnte, habe ich mich für die A-Lizenz qualifiziert. Leider wurden wegen Corona bereits zwei Kurse abgesagt. Ich hoffe, dass es im Juli 2021 im dritten Anlauf etwas wird“, blickt Strauß in die Zukunft. Die dreiwöchige Ausbildung wird ihn nach Duisburg führen. Strauß legt die Messlatte für sich selbst hoch: „Ich möchte meinen Spielern das bestmögliche Training bieten, möchte mein Wissen erweitern und es weitervermitteln. Deshalb wage ich mich an die A-Lizenz heran!“ Im Sommer 2020 verließ er den SSV Jahn nach insgesamt sechs Jahren. „Es war einfach an der Zeit für eine neue Herausforderung.“ Seitdem fungiert er als Stützpunkttrainer am DFB-Stützpunkt Regensburg-Neutraubling. „Die Arbeit mit motivierten Talenten aus der Region bereitet mir viel Freude.“

Im Corona-Jahr 2020 übernahm Philipp Strauß das Traineramt bei der SpVgg Illkofen. Somit coacht er aktuell seinen Bruder. „Marvin ist mein zentraler Spieler im Mittelfeld. Er verfügt über die nötige Technik, über das Spiel- und Taktikverständnis sowie über die Übersicht, um ein Spiel lenken zu können.“ Sonderrechte räumt er seinem Bruder nicht ein: „Das muss aber auch nicht sein, denn Marvin hat die nötige Klasse um unangefochtener Stammspieler und Leistungsträger zu sein. Ich schätze Marvin als Mensch, als Spieler und als Fußballfachmann. Er bringt alle Voraussetzungen mit, um später selbst Mannschaften trainieren zu können. Man wird sehen, wohin ihn sein Weg mit der A-Lizenz führen wird.“ Beruflich ist Marvin Strauß als Einkäufer bei der Firma Dallmeier electronics in Regensburg tätig. Sein Abitur legte er am Gymnasium in Neutraubling ab.

Seit wenigen Wochen widmet sich Marvin Strauß einem neuen Projekt. Und zwar hilft er beim Freien TuS dazu, nachhaltige Jugendarbeit zu forcieren. „Ich arbeite mehr im Hintergrund an der konzeptionellen Ausrichtung. Ein spannendes Projekt.“ Die weiteren Verantwortlichen wie Michael Wax oder Andrè Kleinknecht kennt Strauß bereits aus seiner Zeit in der Jahn-Schmiede.

Als Spieler wird Strauß auch in Zukunft für Illkofen auflaufen. „Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir weiterhin ein Teil der Kreisliga sein dürfen. In Illkofen fließt kein Geld. Unser großes Plus ist das intakte und aktive Vereinsleben, das wir pflegen. Sehr wichtig ist dem Verein, dass wir junge Talente aus unserem Nachwuchsbereich an den Herrenbereich heranführen und integrieren.“ Lob hat Marvin Strauß auch für die Nachfolger von Toni Wittmann als Trainer bei der SpVgg übrig. Dies waren Tobias Smolarczyk, Michael Zintl, Thomas Sommer, Stephan Feil und aktuell ist es sein Bruder Philipp. „In Sachen Trainer sind wir seit Jahren gut aufgestellt. Ich blicke optimistisch in die Zukunft!“ Und mit erst 26 Jahren kann der spielstarke und torgefährliche Mittelfeldspieler sicherlich noch einige Jahre aktiv auf dem Feld mitwirken. Die Sehnsucht nach Fußball ist groß! Wie so viele Fußballer hofft auch Marvin Strauß darauf, dass zumindest die Saison 2021/22 wieder in geregelten Bahnen ablaufen kann.

995 Aufrufe30.4.2021, 19:00 Uhr
Markus SchmautzAutor

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