Die Punktrunde steht vor einem Abbruch
Die Punktrunde steht vor einem Abbruch – Foto: Stephan Schikowski

Donau/Isar: Punktrunde muss bis Ende Juni gespielt sein

Fußball

Die Spielleiter setzen sich selbst eine Frist. Notfalls zählt die Quotientenregelung, und die neue Saison beginnt am 24. Juli.

Erding – Nach drei Wochen Saisonvorbereitung könnte es schon losgehen. So stellen sich das jedenfalls die Spielleiter des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) vor, die am Freitag in einer Online-Tagung des Verbandsspielausschusses Szenarien für den Re-Start durchgespielt haben. Grundsätzlich wolle der BFV den morgigen Mittwoch abwarten, teilte Ludwig Schmidt, Spielleiter im Kreis Donau/Isar, den Vereinen mit. Denn dann erst wisse man, welche Möglichkeiten die Bundesregierung dem Sport in Aussicht stellt. Klar ist aber schon jetzt: Die Pandemie-Saison 2019/21 soll spätestens am 30. Juni abgeschlossen sein.

Sollte dies aufgrund von behördlichen Einschränkungen nicht möglich sein, würde die Spielzeit abgebrochen. Dann müsste die Saison gemäß der BFV-Spielordnung per Quotientenregelung ausgewertet werden. Einzige Ausnahme sei das Kreispokalfinale, das mit einer Woche Verspätung stattfinden könne. „So weit soll es aber gar nicht kommen, wenn frühzeitig gestartet werden kann“, so Schmitt.

Der BFV hofft, spätestens am 24. April zu starten. „Je früher, desto besser“, meint Schmidt, der den Endspurt der Punktrunden herbeisehnt. Bezüglich des Ligapokals will der BFV die qualifizierten Vereinen noch abfragen, ob diese in dem Wettbewerb noch mitspielen wollen. Schließlich sei das eine Zusatzbelastung, denn die K.o.-Runden sollen werktags ausgespielt werden.

Sollte der 24. April als Start nicht gehalten werden können, „dann wird es knapp“, meint Schmidt. Notfalls müsse man Spieltage über Pfingsten anberaumen. Auch die Relegation in den Punktrunden solle durchgeführt werden. Falls dafür die Zeit fehlt, werde im Sinne der Beteiligten entschieden: Weniger Ab- und mehr Aufsteiger – das würde zwangsläufig zu größeren Gruppen führen, was auch Schmidt bewusst ist.

Vor dem Re-Start werde den Vereinen eine dreiwöchige Vorbereitungszeit für das gemeinsame Mannschaftstraining eingeräumt, teilt der Spielleiter mit. Dieser Zeitraum sei von Sportärzten, die für den BFV arbeiten, als sportmedizinisch akzeptabel erachtet worden. „Aber die Ärzte gehen natürlich davon aus, dass sich die Akteure vorher bereits in einem guten Fitnesszustand befinden.“ Lauftraining, Cardio- und Dehnübungen sollten bei den Amateurfußballern also spätestens ab jetzt zur täglichen Routine gehören, sagt der 59-jährige Kreisspielleiter. Er glaubt allerdings nicht, dass die Politik ab der kommenden Woche bereits volles Fußballtraining mit Kontakt erlauben wird. Die drei Wochen Vorbereitungszeit auf die Punktspiele beginnen aber erst, wenn Testspiele und Training unter normalen Bedingungen erlaubt sind.

Der Wunsch aller Funktionäre: die Rückkehr zur Normalität. Deshalb haben die Spielleiter die Termine für die neue Saison festgelegt. Demnach solle das Spieljahr 2021/22 am 24. Juli beginnen. Das dürfte insbesondere für die Bezirksliga- und auch Landesligateams (Schwaig und Moosinning stecken ja im Aufstiegsrennen) interessant sein. Für alle Ligen im Kreis Donau/Isar (Kreisliga abwärts) soll der Ball möglichst ab dem 7./8. August wieder rollen, spätestens aber am 14./15. August, wenn die Vereine mit einem Wochenspieltag einverstanden sind.

Schmidtwill mit den Vereinen demnächst auch die Möglichkeit neuer Spielformen erörtern. Nicht zuletzt durch Erkenntnisse aus der Pandemiezeit könne der traditionelle Modus mit Vor- und Rückrunde und übervollen Terminkalendern eine Überarbeitung vertragen. Der Ausgang und die Richtung dieser Diskussion sei aber noch völlig offen, so Schmidt weiter. „Wenn wir in beziehungsweise nach dieser Pandemiezeit von unserer bisherigen Spielform von Vor- und Rückrunde nicht wegkommen, werden wir es wahrscheinlich nie schaffen. Aber vielleicht wollen wir das auch gar nicht.“ Schmidt denkt an einen Modus mit Abstiegs- und Meisterrunde, aber das sei ja nur eine Idee, die er den Vereinen mitteilen wolle. Für eine Modus-Änderung benötige man eine Zwei-Drittel-Mehrheit.

Gute Chancen räumt der BFV dem Erdinger Meistercup ein. Das von der Brauerei gesponserte Kleinfeldturnier „wird, wenn möglich, ausgetragen“, verspricht Schmidt. Der Termin sei noch offen.

Diskutiert wird derzeit auch eine Satzungsänderung: „Sind mehr als zwei Spieler einer Mannschaft vor dem nächsten Spieltermin positiv getestet oder in behördlicher Quarantäne, soll dieses Spiel auf Antrag des betreffenden Vereins durch den Spielleiter abgesetzt werden.“ (pir/jfu)

2182 Aufrufe2.3.2021, 09:00 Uhr
Erdinger Anzeiger / Dieter PriglmeirAutor

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