Auch in den kommenden Wochen bleiben die Fußballplätze und Sportanlagen für Amateure gesperrt.
Auch in den kommenden Wochen bleiben die Fußballplätze und Sportanlagen für Amateure gesperrt. – Foto: Imago Images

Kommentar: Ab 14. März muss es Lockerungen für den Amateursport geben

Ein letzter Kraftakt

Am Dienstag wurde der Lockdown erneut verlängert. An Amateursport in Deutschland ist derzeit nicht zu denken. Ein Kommentar von Daniel Müksch vom Münchner Merkur.
  • Die Amateursportler in Deutschland müssen weiterhin warten.
  • Die Vereine klagen über Mitgliederschwund und Kinder, die gar nicht mehr mit dem Sport beginnen.
  • Ein Kommentar von Sportredakteur Daniel Müksch vom Münchner Merkur.

München - Es ist wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“, in dem Bill Murray ein und denselben Tag wieder und wieder erlebt. Jedes Mal, wenn sich die nächste (virtuelle) Ministerpräsidenten-Runde zu den Lockdown-Maßnahmen nähert, fordern Landespolitiker, Sport-Funktionäre oder Vereinsvertreter Lockerungen. Ihre Forderungen werden gehört, für wichtig erachtet – und nicht befolgt. So auch am Dienstag. Wobei die Erfahrungen nach einem über einem Jahr globaler Pandemie lehren: Besser auf diese Weise, als ein ständiges Hin-und-Her von Lockdown und Lockerungen.

Lockdown bis Anfang März: Die Pandemie hat bereits einen Jahrgang verschluckt

Klar ist aber auch: Diese harte Lockdown-Verlängerung für den Amateursport muss die letzte sein. Nach dem 14. März muss es Lockerungen geben – besonders für den Kinder- und Jugendsport. Schon jetzt klagen Vereine über Mitgliederschwund. Noch gravierender als die Austritte ist jedoch die Anzahl an Kinder, die erst gar nicht mit dem Sport beginnen. Die Pandemie hat bereits mindestens einen Jahrgang verschluckt, den wir gänzlich an Playstation oder Smartphone verloren haben. Dabei geht es nicht darum, einen neuen Thomas Müller oder Dirk Nowitzki zu produzieren, sondern um das Erlernen von elementaren Bewegungsmustern.

Zahlreiche Sportlehrer haben lange vor Covid-19 berichtet, dass sich Schüler über die Grundschule hinaus schwertun, auf einem Bein zu stehen oder einen Ball zu fangen. Hinzu kommt das fehlende soziale Korrektiv, welches der Sport – besonders in einer Mannschaft – Heranwachsenden bietet. Die Betroffenen gehen freilich nicht mit solchen theoretischen Erziehungsmodellen an die Sache heran. Ihnen gehen einfach Spaß und Freude verloren.

Kinder müssen ab dem 14. März in die „normale“ Sportwelt zurückgeführt werden

Die Fortführung des Lockdowns bleibt dennoch die richtige Entscheidung. Leider. Aber ab dem 14. März sind die Kleinsten an der Reihe. Sie müssen als Erste schrittweise wieder in die „normale“ Sportwelt zurückgeführt werden. Normalerweise sollte das Wetter diesem Ziel in die Karten spielen. Viele Freiluftsportarten dann wieder möglich und die Halle nicht mehr zwangsläufig als Austragungsort notwendig sein.

Wäre das auch nicht ein schönes Zeichen: Nach dem Generationen-Schulterschluss für die Älteren, folgt der Schulterschluss für das andere Ende der Gesellschaft.

Und an so einen „Murmeltiertag“ könnte man sich gewöhnen.

(DANIEL MÜKSCH, erreichbar unter Daniel.Mueksch@merkur.de)

4423 Aufrufe11.2.2021, 09:38 Uhr
Münchner Merkur / Daniel MükschAutor

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