Kirchroths Thomas Pfeffer (am Boden liegend) zog sich eine schwere Knieverletzung zu
Kirchroths Thomas Pfeffer (am Boden liegend) zog sich eine schwere Knieverletzung zu – Foto: Charly Becherer

Kirchroths teuer bezahlte "Energieleistung"

Die Waas-Truppe fieselte zwar Landesliga-Anwärter Deggendorf im letzten Spiel vor der Winterpause ab, muss aber nun zwei schwerwiegende Verletzungen verkraften

Zum Herbstrundenausklang ist dem SC Kirchroth eine faustdicke Überraschung gelungen. Der Aufsteiger rang die SpVgg GW Deggendorf mit 2:1 nieder und vermasselte den Donaustädtern damit die Wintermeisterschaft. Durch den unerwarteten Heimerfolg baute das Team um Kapitän Tobias Artmann ihren Vorsprung auf die Relegationszone auf komfortable fünf Zähler aus. Allerdings müssen die Kicker aus dem Landkreis Straubing Bogen in den kommenden Monaten auf Thomas Pfeffer und Daniel Gnjidic verzichten.

Offensiv-Allrounder Pfeffer riss sich bereits in der ersten Hälfte mit großer Wahrscheinlichkeit das Kreuzband, der Ex-Hankofener Gnjdic zog sich kurz vor Spielende einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zu. "Bei Piper (Anm. d. Red.: Spitzname von Thomas Pfeffer) ist vielleicht sogar auch noch der Knorpel gerissen. Er wird uns sehr, sehr lange ausfallen. Auch Daniel wird ein paar Monate pausieren müssen. Ich hoffe aber zumindest, dass er zum Beginn der Frühjahrsrunde wieder dabei sein kann", berichtet KSC-Chefanweiser Dominik Waas. Zu allem Überfluss erlitt Matthias Vilsmeier bei dem Laufduell, das zur Roten Karte für Deggendorfs Jure Matic führte, einen Muskelfaseriss. Auch Abwehrmann Fabian Fuchs zog sich während der zweiten Hälfte ebenfalls einen Faserriss zu. "Gottseidank haben wir am kommenden Wochenende kein Spiel mehr", sagt Waas, der seine Truppe für die gegen Deggendorf gezeigte Leistung in den höchsten Tönen lobt: "Das war eine wahre Energieleistung. Kämpferisch sind wir fast immer top, aber auch taktisch haben wir es dieses Mal richtig gut gemacht. Wir sind kompakt gestanden, haben gut verschoben und waren vor dem gegnerischen Tor in der ersten Hälfte brutal effektiv. Unverdient war der Sieg auf keinen Fall."

Kirchroth
2:1
Deggendorf




Mit dem Dreier im Rücken können Winter, Laumer & Co. den verbleibenden elf Partien deutlich gelassener entgegenblicken: "Fünf Punkte Vorsprung zur Relegationszone sind erfreulich, aber schnell auch wieder verspielt. Bis zum Klassenerhalt ist es noch ein langer Weg", weiß Waas, dessen Team es scheinbar vor allem gegen die Spitzenteams kann. In den Heimspiel gegen die Top-3 Dingolfing, Deggendorf und Landau holten die Grün-Weißen starke sieben Zähler. Ob der KSC sich im Winter verstärken kann, steht noch nicht fest. "Es ist ein offenes Geheimnis, dass wir gerne einen spielenden Co-Trainer verpflichten würden. Aber im Winter ist das bekanntlich äußerst schwierig", sagt Waas.


Im Deggendorfer Lager war man nach der Pleite restlos bedient. "Wir haben von den Dingen, die wir uns vorgenommen hatten, überhaupt nichts umsetzen können. Im bisherigen Saisonverlauf konnten wir uns fast immer auf unsere defensive Stabilität verlassen, die wir aber am Sonntag leider gar nicht hatten. Kirchroth hat das gnadenlos ausgenutzt und extrem gut gekämpft. Daher geht das Ergebnis auch in Ordnung", räumte Deggendorfs Übungsleiter Thomas Seidl ein.


Kirchroths Trainer Dominik Waas war mit der abschließenden Vorstellung seiner Truppe mehr als zufrieden
Kirchroths Trainer Dominik Waas war mit der abschließenden Vorstellung seiner Truppe mehr als zufrieden – Foto: Charly Becherer

Der 42-Jährige hat auch eine einfache Erklärung, warum es für Zach, Lemberger und Kameraden in der Schlussphase der Herbst-Serie nicht mehr ganz so rund gelaufen ist: "Für viele meine junger Spieler ist es die erste Herren-Saison. Körperlich und mental war der eine oder andere zuletzt nicht mehr bei 100 Prozent. Wir haben die letzten sechs Wochen nicht mehr wie eine Spitzenmannschaft gespielt. Erfahrene und körperlich robuste Spieler wie Dominik Schmöller und Nick Hof, die uns schon monatelang fehlen, hätten wir gerade jetzt richtig gut gebrauchen können. Auch unser Offensivspiel hat unter dem langen Ausfall von Roman Artemuk sehr gelitten, zudem hat unser Torjäger Martin Kauschinger seit Mitte August aufgrund einer Sprunggelenksverletzung nur mehr stark eingeschränkt trainiert und war deshalb nicht mehr bei 100 Prozent. Das sind alles Faktoren, die sich in der Summe irgendwann bemerkbar gemacht haben."


Dennoch ist Seidl mit der Zwischenbilanz seiner Youngsters vollauf zufrieden: "Wenn uns vor der Saison jemand gesagt hätte, dass wir mit 43 Punkte überwintern, hätten wir das kaum für möglich gehalten. Die Jungs haben es richtig gut gemacht und wir gehen mit einer hervorragenden Ausgangsposition in die Restrückrunde. Wir werden uns gut erholen und dann im Frühjahr wieder voll angreifen."




Aufrufe: 023.11.2021, 08:50 Uhr
Tobias WittenzellnerAutor

Verlinkte Inhalte