Andreas Schäfer hat bei der SpVgg GW Deggendorf einen großen Aufgabenbereich
Andreas Schäfer hat bei der SpVgg GW Deggendorf einen großen Aufgabenbereich – Foto: Harry Rindler

Der Workaholic der SpVgg GW Deggendorf

Seit sieben Jahren kümmert sich der Stephansposchinger Andreas Schäfer bei den Donaustädtern um die sportlichen Belange von der U12 bis zur I. Mannschaft

In ganz jungen Jahren machte Andreas Schäfer als Nachwuchstrainer der damaligen Bezirksliga-Jugend des SV Winzer erstmals auf sich aufmerksam. Später führte er seinem Heimatverein, die SpVgg Stephansposching, in die Kreisklasse und klopfte dort sogar ans Tor zur Kreisliga. 2004 wechselte Schäfer zum SV Bernried in die Bezirksliga und fungierte beim späteren Bezirksoberligisten neueinhalb Jahre als Teammanager. Seit 2014 ist der 53-jährige nun Sportkoordinator bei der SpVgg GW Deggendorf, bei der er von der U12 bis zur 1. Mannschaft hauptverantwortlich ist. In den vergangenen Jahren hat der Stephansposchinger mit den Donaustädtern Höhen und Tiefen mitgemacht.

Andi, die SpVgg GW Deggendorf wurde in die Bezirksliga West umgruppiert. WIe groß ist die Vorfreude auf die vielen neuen Gegner?
Andreas Schäfer (53): Wir haben uns in der Bezirksliga Ost wohl gefühlt und wären auch gerne weiter in dieser Klasse geblieben. Für uns hat aber die Einteilung in die West-Staffel kein Problem dargestellt, zumal sich an den Fahrt-Kilometern fast nichts ändert. Wir treffen auf eine Reihe von relativ unbekannten Gegnern - aber das hat auch einen gewissen Reiz. Sportlich werden sich die beiden Ligen nicht viel schenken. Grundsätzlich sind wir erleichtert, dass es nach der langen Pause wieder losgehen kann und hoffen, dass uns Corona nicht erneut Probleme bereiten wird.



Absoluter Topfavorit der Bezirksliga West ist der FC Dingolfing. Aber auch die Deggendorfer Mannschaft wird gut eingeschätzt. Was ist für euer Team möglich?
Es freut uns, dass uns ein paar Vereine zutrauen, eine vernünftige Rolle spielen zu können. Selbstverständlich wollen wir den maximalen Erfolg erreichen, der hängt aber von vielen Faktoren ab. Wir haben eine sehr junge Mannschaft, bei der es auch Rückschläge geben wird. Unser Team ist zweifellos talentiert und ich bin überzeugt, dass auch ein ordentliches Abschneiden möglich ist. Unser Coach Thomas Seidl und der neue Co-Spielertrainer Dominik Schmöller arbeiten sehr hart mit der Mannschaft und sind auf einem guten Weg, eine richtige Einheit zu entwickeln. Wir haben aber noch in allen Belangen Verbesserungspotenzial und werden unseren vielen Youngsters die Zeit geben, sich im Herrenbereich zu akklimatisieren und in Ruhe zu entwickeln. Wir haben neun Spieler im Kader, die noch keine Minute in der Bezirksliga gespielt haben. Das sind Fakten, die man berücksichtigen muss.


Seit Jahren besticht der Verein mit einer außergewöhnlich guten Nachwuchsarbeit. Was sind die kurz- und mittelfristigen Ziele im Herrenbereich?
Aufgrund der Nackenschlägen der letzten Jahre sind wir mit dem Ist-Zustand durchaus zufrieden. 2014 waren wir nach einer Abgangsflut (Anm. d. Red.: Der gesamte Landesligakader verließ in einer Wechselperiode den Verein) sportlich komplett am Boden. Es war damals ein Kraftakt, dass wir überhaupt den Spielbetrieb aufrecht erhalten konnten. Drei Jahre später war der Abstieg in die Kreisliga der nächste Tiefschlag. Wir haben in dieser Zeit ein paar schwerwiegende Fehler gemacht - da nehme ich mich nicht aus - und dafür die Quittung erhalten. Es gibt in Niederbayern eine Reihe von Traditionsvereinen, an deren Beispielen man sieht, wie schwer es ist, wieder aus dieser unbequemen Klasse herauszukommen. Unsere beiden ehemaligen Spielertrainer Martin Wimber und Johannes Sammer haben das Optimale aus der alles andere als einfachen Situation gemacht und uns 2019 zurück in die Bezirksliga geführt. Dort wollen wir uns nun weiter etablieren und attraktiven Fußball spielen. Was in zwei oder drei Jahren sein wird, kann man im Amateurfußball nur sehr schwer vorhersagen.
An der Trat erlebte Schäfer in den letzten Jahren Höhen und Tiefen
An der Trat erlebte Schäfer in den letzten Jahren Höhen und Tiefen – Foto: Karl-Heinz Hönl




Stichwort Jugendarbeit: Die U19 profitierte mit dem Aufstieg in die Bayernliga vom Saison-Abbruch, die U17 musste hingegen in die Landesliga runter. Welche Ziele verfolgt ihr in der Nachwuchsabteilung?
Der Aufstieg der U19 ist eine tolle Sache, auch wenn es schwierig werden wird, die Klasse zu halten, zumal wir in die Süd-Gruppe eingeteilt wurden, die meiner Meinung nach deutlich stärker als die Nord-Gruppe einzuschätzen ist. Der Abstieg der U17 war ein Wermutstropfen, aber auch in der Landesliga wird ein ordentlicher Fußball gespielt. In den oberen Altersklassen ist unser primäres Ziel, kontinuierlich in den Verbandsligen vertreten zu sein. In der Bayernliga über dem Strich zu stehen, ist stets eine große Herausforderung. Landesliga-Fußball ist aber sowohl im U19- wie auch im U17-Bereich unser Mindestanspruch. In den jüngeren Jahrgängen geht es primär darum, die Spieler bestmöglich auszubilden und natürlich auch das eine oder andere Talent in Profi-Nachwuchsleistungszentren zu bringen. Seit Jahren sind wir im U12 bis U15-Bereich richtig gut unterwegs und waren in der jüngeren Vergangenheit in diesen Jahrgängen meist die Nummer eins in Niederbayern. Dieses Niveau gilt es zu halten, vielleicht sogar noch zu verbessern und weiter Gas zu geben. Viel Luft nach oben haben wir im Kleinfeldbereich - hier müssen wir deutlich besser werden. Schließlich soll es auch weiterhin Top-Talente geben, die über die Station Deggendorf den Sprung in einen DFB-Kader und im Optimalfall in den Profifußball schaffen.



Seit sieben Jahren werkelst du praktisch rund um die Uhr für die SpVgg GW Deggendorf, kümmerst dich von der U12 aufwärts bis zum Herrenbereich um die sportlichen Belange des Vereins. Was gibt dir die Motivation für diese Mammutaufgabe?
Ich finde die Aufgabe nach wie vor sehr interessant und spannend. In den letzten Jahren hatten wir viele Highlights, aber auch ein paar Tiefen - speziell im Herrenbereich. Mein Bestreben ist es, uns stetig weiter zu entwickeln und zu verbessern. Der Verein hat sportlich und wirtschaftlich noch viel Potenzial, das es auszuschöpfen gilt, um das Optimale herauszuholen. Um das zu schaffen, müssen wir richtig rackern und uns auch in manchen Bereichen personell breiter aufstellen.
Aufrufe: 022.7.2021, 08:15 Uhr
redAutor

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