Jan Wehner (li.) schließt sich der SpVgg GW Deggendorf an
Jan Wehner (li.) schließt sich der SpVgg GW Deggendorf an – Foto: Karl-Heinz Hönl

Deggendorf: Wehner soll Niedermayer ersetzen

Der 20-jährige Techniker kommt vom FC Vilshofen +++ Den Spielgestalter der Grün-Weißen zieht es studienbedingt nach München

Die SpVgg GW Deggendorf hat einen schwerwiegenden Abgang zu verkraften: Top-Talent Sebastian Niedermayer (19) wird den Bezirksligisten verlassen. Der technisch beschlagene Kicker wird seinen Lebensmittelpunkt nach München verlagern. Die Verantwortlichen der Donaustädter konnten jedoch mit Jan Wehner (20) einen vielversprechenden Neuzugang verpflichten, der vom FC Vilshofen zum Bezirksligisten wechselt.

"Sebastian hat uns vor ein paar Wochen mitgeteilt, dass er sich dazu entschieden hat, in München ein neues Studium zu beginnen und uns deshalb verlassen wird. Das ist richtig bitter, weil er ein Spieler mit einem sehr großen Potenzial ist, der in unseren Planungen eine zentrale Rolle gespielt hat. Wir müssen diesen Entschluss aber akzeptieren und wünschen ihm sportlich und privat alles erdenklich Gute", berichtet Deggendorfs Sportkoordinator Andreas Schäfer. Für welchen Verein der in Schwarzach lebende Blondschopf künftig auflaufen wird, steht noch nicht fest.

Sebastian Niedermayer verlagert seinen Lebensmittelpunkt nach München
Sebastian Niedermayer verlagert seinen Lebensmittelpunkt nach München – Foto: Harry Rindler



Mit Jan Wehner konnten die Grün-Weißen kurzfristig aber noch einen neuen Spieler an Land ziehen, der erst vergangenen Sommer von seinem Heimatverein, dem DJK-SV Dorfbach, zum FC Vilshofen gewechselt ist. "Jan ist uns vor zwei Jahren aufgefallen. Bei einer Pokalniederlage unserer U19 in Dorfbach war er der überragende Mann auf dem Platz und auch sonst haben wir nur Gutes über ihn gehört. Wir trauen ihm zu, auf Sicht ein wichtiger Spieler bei uns zu werden", sagt Schäfer, der aber auch ein paar nachdenkliche Worte verliert: "Uns haben in den vergangenen Wochen zwei Spieler verlassen, mit denen wir eigentlich fest geplant hatten. Nun haben wir noch relativ spät einen Akteur geholt, mit dem sein Verein auch fix gerechnet hat. Wir haben da schon ein etwas schlechtes Gewissen gegenüber dem FC Vilshofen, aber wir mussten aufgrund der Abgänge nochmal etwas machen. Grundsätzlich ist diese Entwicklung aber nicht gut, denn für die Vereinsverantwortlichen werden die Planungen somit immer schwieriger."

Jan Wehner, der in Deggendorf angewandte Sportwissenschaften studiert, sorgt bereits seit geraumer Zeit auf Instagram für Furore. Auf dem sozialen Bilder- und Videonetzwerk hat er mehrere Tausend Abonnenten, die er mit seinen Tricks und Schüssen begeistert. Bei der SpVgg GW Deggendorf will der 20-Jährige nun richtig durchstarten: "Der sportliche Reiz war zu groß und hat den Ausschlag gegeben. Deggendorf hat eine sehr gute Jugendarbeit, von der natürlich auch der Herrenbereich profitiert. In der Truppe steckt viel Qualität und ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir den gewünschten sportlichen Erfolg haben werden. Der Schritt fällt mir aber alles andere als leicht, denn in der kurzen Zeit beim FC Vilshofen bin ich extrem gut aufgenommen worden und habe viele Freunde in der Mannschaft. Nichtsdestotrotz freue ich mich auf die neue Herausforderung, die ich mit großer Motivation in Angriff nehme."



Die Personalplanungen der SpVgg GW Deggendorf sind damit vermutlich abgeschlossen. Neben den nachrückenden Spielern (Sebastian Kett, Martin Kauschinger, Benjamin Bär, Tim Kraus) aus der erfolgreichen U19, die den Sprung in die Bayernliga geschafft hat, gibt es neben Jan Wehner mit dem neuen Co-Spielertrainer Dominik Schmöller (TSV Waldkirchen), Christian Bartosch (TSV Grafenau), Niels Kraschinski (SV Pankofen) und Adrian Weber (SpVgg Niederalteich) auch insgesamt fünf externe Neuzugänge. Mit Johannes Stingl (SpVgg Osterhofen), Nico Daffner (SSV Eggenfelden), Jonas Zach (FSV Landau), Sebastian Niedermayer und Edward Hinz, mit dem der Verein nicht mehr plant, gibt es aber auch eine Reihe von Abgänge zu verzeichnen. Noch ungewiss ist der Verbleib von Michael Weber, der beruflich wahrscheinlich nach München versetzt wird.


Schäfer: »Wir werden mit einer sehr talentierten Mannschaft an den Start gehen, der auch ein paar gestandene Spieler angehören.«


"Wir werden mit einer sehr talentierten Mannschaft an den Start gehen, der auch ein paar gestandene Spieler angehören. Wir müssen eine komplett neue Truppe zusammenbasteln, die wir im Kern möglichst lange zusammenhalten wollen. Bis das Team eingespielt ist und sich bestimmte Mechanismen entwickeln, kann durchaus eine Zeit dauern. Nach der sehr, sehr langen Pause geht es aber bei allen Vereinen fast komplett wieder bei Null los und das Wichtigste in dieser schwierigen Zeit ist ohnehin, dass endlich wieder gespielt werden darf", meint Schäfer.

Aufrufe: 017.5.2021, 06:30 Uhr
PM Autor

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