Als Tabellenfünfter: Deggendorf und der Aufstieg in die Bayernliga

Im Zuge der Ligenreform schaffte die Donaustädter 2012 den Sprung in die zweithöchste Amateurklasse +++ Was ist aus dem Aufstiegspersonal geworden?

Im Sommer 2012 kam es im bayerischen Amateurfußball zu einer großen Ligenreform. Unterhalb der Regionalliga wurden unter anderem die Bayernligen Süd und Nord eingeführt. Aus den Landesligen gab es deshalb einen stark vermehrten Aufstieg, unter anderem schafften die acht erstplatzierten Teams den direkten Sprung in die zweithöchste Amateur-Spielklasse. Als Tabellenfünfter qualifizierte sich in diesem denkwürdigen Reformjahr die SpVgg GW Deggendorf für die Bayernliga. Wir haben einen Blick darauf geworden, was aus dem Aufstiegsteam der Grün-Weißen geworden ist.

Das Trainer-Team:

Mit Christian Bumberger und Martin Wimber standen zwei erfahrene Abwehrspieler auf der Kommandobrücke der Grün-Weißen. Das Spielertrainer-Duo übernahm das Team eineinhalb Jahre zuvor von Franz Huber und schafften es den damals abstiegsbedrohten Landesligisten eine Saison später auf einen hervorragenden Rang fünf zu führen. Dieser Platz reichte aufgrund der Ligareform um direkt in die Bayernliga aufzusteigen. Maßgebenden Anteil am Erfolg hatte natürlich auch der sportliche Leiter, Bernhard Robl. Der frühere Klassefußballer und Erfolgstrainer war nicht nur für die Kaderzusammenstellung verantwortlich, sondern unterstütze die beiden spielenden Übungsleiter auch von der Linie aus tatkräftig.

Im Tor:
Der groß gewachsene Andreas Rixinger, der 33 Spiele in der Aufstiegssaison im Kasten stand, war ein großer Rückhalt der Donaustädter. Rixinger hielt nach dem Abstieg noch zwei weitere Jahre den Kasten der Spielvereinigung sauber, ehe er sich als Spielertrainer zum SV Buchhofen verabschiedete, den er auch aktuell wieder coacht. Zwischenzeitlich stand der Hüne im Kasten der SpVgg Osterhofen und fungierte beim FC Gergweis als Coach.

Die Abwehrreihe:
Stabilisatoren in der Viererkette der Grün-Weißen waren die beiden Spielertrainer Wimber und Bumberger. Vervollständigt wurde die Abwehrreihe mit Mario Eller, Walter Müller, Michael Probst, Stefan Krotzer und Sebastian Rothkopf. Wimber, der es in der Spielzeit 2011/2012 wegen diverser Verletzungen nur auf 15 Spiele brachte, verließ die Deggendorfer nach dem Aufstieg Richtung FC Vilshofen, bei dem er ebenfalls als spielender Chefanweiser fungierte. Nach Stationen beim FC Aiterhofen, der SpVgg Hankofen und dem 1. FC Bad Kötzting kehrte der Lehrer 2017 an die Trat zurück und führte das bis in die Kreisliga abgestürzte Team 2019 in die Bezirksliga zurück. Seit ein paar Monaten kickt der Routinier für den Landesligisten SV Neukirchen beim Heiligen Blut und wird kommende Saison Coach der SpVgg Osterhofen. Bumberger kickte noch ein Jahr für die Grün-Weißen in der Bayernliga, verabschiedete sich dann zum FC Ruderting, ehe er seine Laufbahn als Standby-Spieler beim 1. FC Passau ausklingen ließ.

Mario Eller und Walter Müller absolvierten in der Aufstiegssaison mitunter die meisten Spiele und waren aus dem Defensivverbund nicht wegzudenken. Eller musste nach dem Aufstieg auch den Abstieg aus der Bayernliga mitmachen und wechselte nach einem weiteren Jahr bei der Spielvereinigung zur SpVgg Hankofen in die Bayernliga. Eine Saison schloss sich der dem TSV Seebach an, bei dem er bis zu seinem Wechsel zur SG Edenstetten, bei der Eller seit diesem Sommer als Spielertrainer fungiert, ein absoluter Leistungsträger war. Müller verließ die Grün-Weißen 2017 zum TSV Bogen und ist derzeit beim 1. FC Bad Kötzting aktiv.

Stefan Krotzer machte noch eine halbe Bayernliga-Saison mit, ehe er das Trikot des SV Lalling überstreifte. Nach einem längeren Intermezzo bei der SpVgg Mariaposching spielt der Blondschopf nun seit Sommer 2019 beim Kreisklassisten SG Edenstetten. Sebastian Rothkopf zählte in der Aufstiegssaison zwar nicht zur ersten Garde, kam dennoch regelmäßig zum Einsatz. Mittlerweile hat der Verteidiger, der nach seiner Deggendorfer Zeit noch für die Spvgg Mariaposching aktiv war, seine Karriere beendet. Ebenfalls nicht mehr aktiv ist Michael Probst, der bis 2014 an der Trat blieb und dann zu seinem Heimatverein, dem 1. FC Viechtach zurückkehrte. Aufgrund hartnäckiger Hüftprobleme beendete der meist als Außenverteidiger eingesetzte Kicker seine Laufbahn schon vor längerer Zeit und fungiert beim FCV mittlerweile als Nachwuchstrainer.

Bis Ende August 2011 war der langjährige Bayernligakicker Benjamin Schiller ein Schlüsselspieler der Grün-Weißen, doch der Lehrer wurde dann nach Oberbayern versetzt und schloss sich deshalb dem Kreisklassenverein Real Kreuth an. Nach seinem kurzen Gastspiel im Landkreis Miesbach trug der Inennverteidiger noch dass Trikot der SpVgg Hankofen, des VfB Straubing und der SpVgg Plattling. Seit eineinhalb Jahren ist der Pädagoge Spielertrainer beim SV Deggenau.

– Foto: Michael Wagner



Das Mittelfeld:
In der Zentrale führten Waldemar Wagner, der Rekordspieler des Fusionsvereins ist, und Matthias Lallinger gekonnt Regie. Beide Akteure kehrten Deggendorf im Sommer 2014 den Rücken und heuerten beim TSV Seebach an. Während Wagner mit 38 Jahren immer noch zu den Aktivposten beim Landesligisten zählt, hat Standardspezialist Lallinger seine Schuhe bereits an den Nagel gehängt. Ein ganz wichtiger Akteur war auch der Ex-Kötztinger Thomas Ertl, der nach der Bayernliga-Saison 2012/2013 den Fokus auf sein Studium legte und seit ein paar Jahren als Lehrer in Oberbayern stationiert ist. Der 34-Jährige läuft aktuell für den ambitionierten oberbayerischen Bezirksligisten TSV Eching auf.

Ebenfalls zu überzeugen wussten in der Aufstiegssaison die damaligen Jungspunde Andreas Ober und Thomas Hötzl. Beide Akteure liefen bereits in der U17 für die Donaustädter auf, verließen den Klub aber ebenfalls im Zuge der Abgangsflut 2014. Während Ober seine sportliche Heimat beim SV Bernried gefunden hat, hatte Hötzl permanent mit Verletzungen zu kämpfen. Die Stationen beim SV Hutthurm und 1. FC Passau waren deshalb nicht vom Glück verfolgt, auch bei seinem aktuellen Verein, dem FC Tittling, plagt sich der 30-Jährige permanent mit Blessuren herum. Bis zur Winterpause war auch noch Florian Wittmann ein fester Bestandteil der Deggendorfer Truppe. Der Defensiv-Allrounder wechselte dann jedoch zu seinem Heimatverein, dem 1. FC Viechtach, zurück, dem er seither die Treue hält. Aufgrund eines Kreuzbandriss kam Manuel Eller nur zu sechs Saisoneinsätzen. Das Deggendorfer Eigengewächs war dann in der Bayernliga-Spielzeit wieder eine feste Größe, ehe dann der berufliche Werdegang im Vordergrund stand. Nach einem Gastspiel beim VfB Straubing beendet der selbständige Physiotherapeut schon vor ein paar Jahren seine Karriere.


Der Angriff:
Hervorragend war die SpVgg GW an vorderster Front besetzt. Mit dem jetzigen Schaldinger Top-Stürmer Markus Gallmaier hatte der Neuling einen Stürmer in seinen Reihen, der es auf 15 Saisontreffer brachte, sich aber im April 2012 seinen ersten Kreuzbandriss zuzog. Seine Qualitäten stellte in vielen Partien auch der schussgewaltige Max Kreß unter Beweis, der den Verein 2014 Richtung SpVgg Mariaposching verließ. Seit 2019 ist der 35-Jährige für die SG Edenstetten aktiv, für die er allerdings nur noch sporadisch aufläuft. Komplettiert wurde die Sturmreihe mit Kilian Schober, der als Nachwuchsmann in der Backup-Rolle war. Auch Schober wandte sich 2014 von Deggendorf ab und lief in den Folgejahren ebenfalls für Mariaposching auf. Seit eineinhalb Jahren fungiert der schnelle Offensivmann beim Oberpfälzer Kreisligisten TSV Oberisling als Co-Spielertrainer.

Aufrufe: 09.12.2020, 12:30 Uhr
Thomas Seidl / Marco BaumgartnerAutor

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