2025-12-17T10:26:01.779Z

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Die Spvgg. Eltville und der SV Erbach haben eine Allianz besiegelt.
Die Spvgg. Eltville und der SV Erbach haben eine Allianz besiegelt. – Foto: Ingo Hörning

Spvgg. Eltville und SV Erbach bündeln die Kräfte

Sven Klärner und Sebastian Bruns erläutern, warum die beiden Nachbarn künftig auf B-Liga-Ebene mit der Spielgemeinschaft Eltville II / Erbach I eine Allianz bilden +++ Konstruktive Gespräche, Chefcoach und Co-Trainer stehen fest

Eltville. Tolle Sportanlage, aber kein spielfähiges Team mehr. Für den früheren Kreisoberligisten SV Erbach war das vor der Spielzeit 2024/25 ein erneuter herber Schlag. Folge: Die SVE-Fußballer standen als erster B-Liga-Absteiger fest. Es war der Fortgang einer Entwicklung aus dem März 2024, als die Erbacher ihr Team als Tabellenelfter aus der Kreisoberliga zurückgezogen hatten. Seinerzeit aufgrund der sich zuspitzenden personellen Lage. SVE-Vorsitzender Ulrich Bruns sprach damals von einem „Erdbeben“. Ein Verein ohne Zukunft im Aktivenbereich der Fußballer?

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Thomas Laubinger und Osman Sistek als Trainer


Keineswegs, denn jetzt keimt Hoffnung auf. Kräfte bündeln, sofern sich alle Beteiligten einig sind und die Chemie stimmt. So haben die Erbacher in der Spvgg. Eltville einen Partner gefunden, mit dem sie ein gemeinsames Projekt für die Saison 2025/26 in die Wege geleitet haben. Wo doch die Eltviller ihrerseits in der abgelaufenen Runde die zweite Mannschaft aus der A-Liga zurückziehen mussten – aufgrund von Personalknappheit. Jetzt bestätigen Eltvilles neuer Vorsitzender Sven Klärner und Erbachs Sportlicher Leiter Sebastian Bruns, dass es im August als Spielgemeinschaft Eltville II/Erbach I in der B-Liga weitergeht. Als Coach wird der zuvor bereits in Erbach tätige Thomas Laubinger fungieren, als sein Co-Trainer Osman Sistek.

Sven Klärner jetzt Eltvilles Vorsitzender

Sven Klärner, der als Vereinschef Jan Fischer (jetzt Geschäftsführer) beerbt hat, sieht „viele Gemeinsamkeiten“ und für Sebastian Bruns sichert das Zusammengehen „die Zukunft unserer Fußballer“. Wo doch beide Clubs bereits in der Nachwuchsarbeit mit einer gemeinsam A-Jugend-JSG miteinander verbandelt sind. Gleichzeitig haben die Erbacher – als Stadtteil von Eltville ist zudem geografische Verbundenheit gegeben – mit der Spielgemeinschaft den Abstieg in die C-Liga umschiffen können. Für den SV Erbach, der auch durch seine Tischtennis-Abteilung bekannt ist, die Chance für einen Neustart im Fußball, wenn auch nicht eigenständig, sondern mit dem Nachbarn vom Wiesweg, der wiederum auf mehr Stabilität bei seinem Gruppenliga-Unterbau hoffen darf.

Vereine bleiben autark

Die Vereine bleiben autark, stellt sich aber die Frage, ob die jetzt beschlossene Spielgemeinschaft auf Dauer auf eine komplette Allianz im Senioren-Fußball ausgedehnt wird. Sven Klärner findet den Gedanken spannend, doch zunächst wolle man abwarten, wie sich alles entwickelt und dann 2026 abwägen, ob das Modell eventuell ausgebaut wird. Beim SV Erbach, dessen geschäftsführender Vorstand mit dem Vorsitzenden Ulrich Bruns an der Spitze die Abmachung mit Eltville im Vorfeld einstimmig abgesegnet hatte, sagt Sebastian Bruns mit Verweis auf die weiteren Abteilungen des SVE: „Wir tasten uns ran.“

"Kann zukunftsweisendes Modell werden"

Dieses Herantasten in der künftigen Konstellation SG Eltville II/Erbach I, kurz SGEE, könne gelingen, wenn Spieler beider Lager und alle weiteren Beteiligten „eine gemeinsame Identität entwickeln“, führt Sven Klärner an. Er lobt die Kooperationsbereitschaft der Erbacher, während Sebastian Bruns auf die „konstruktiven Gespräche“ in angenehmer Atmosphäre verweist. „Es macht Sinn“, freut er sich auf die SG. Sven Klärner sagt zuversichtlich: „Ich glaube schon, dass das ein zukunftsweisendes Modell werden kann.“

Heimspiele von Gruppenliga-Team und neuer SG möglichst gemeinsam

Mit der Anlage am Wiesweg, wo der Kunstrasen laut Sven Klärner seit 2008 nicht saniert wurde, und dem 2017 eingeweihten Erbacher „Jean-Müller-Stadion“ samt schmuckem Vereinsheim stimmen die Rahmenbedingungen. Die Spielvereinigung befinde sich zudem bezüglich einer Sanierung am Wiesweg bereits in positiven Gesprächen mit dem Sportamt der Stadt Eltville, so Klärner. Nach Möglichkeit sollen Eltvilles künftig von Jannik Pleuger trainiertes Gruppenliga-Team und der Unterbau als neue SG Eltville II/Erbach I ihre Heimspiele an einem Tag auf einer Sportstätte austragen. Ob das bei der Spielplangestaltung umsetzbar ist, wird sich weisen. Sicher ist, dass nun die Chance besteht, aus zwei Teams, die nicht mehr selbst spielfähig waren, dauerhaft eine stabile Mannschaft zu formen. Was auch aufrückenden Jugendspielern eine Plattform bieten dürfte.

Aufrufe: 013.6.2025, 06:35 Uhr
Stephan NeumannAutor