Da ist das Ding: Timo Rost klatscht mit Pokal in der Hand die mitgereisten Fans aus Bayreuth ab.
Da ist das Ding: Timo Rost klatscht mit Pokal in der Hand die mitgereisten Fans aus Bayreuth ab. – Foto: Imago Images

Nach 15 Jahren: Bayreuth wieder im DFB-Pokal

Ligapokal- Finale: 3:0 - Dank einer starken ersten Hälfte lässt die Altstadt dem VfB Eichstätt keine Chance

Die SpVgg Bayreuth steht in der ersten Runde des DFB-Pokals und darf von einem Duell gegen den FC Bayern München oder Borussia Dortmund träumen. Nach genau 15 Jahren - 2006 war in der ersten Runde gegen die Offenbacher Kickers Endstation - nimmt die Altstadt damit wieder am nationalen Pokalwettbewerb teil. Die Elf von Timo Rost machte zu Gast in Eichstätt schon bis zur Pause alles klar und siegte am Ende mit 3:0.

Eichstätt
0:3
SpV Bayreuth

Das hatte auch akustisch endlich wieder etwas mit Fußball zu tun! Unter den 450 Zuschauern im Liqui-Moly-Stadion waren auch rund 20 Bayreuther Fans, die auf Höhe der Eckfahne endlich auch mal wieder auswärts ein Spiel ihrer Elf verfolgen durften. Und der etwa 150 Kilometer lange Trip hat sich für die gelb-schwarzen Anhänger wahrlich gelohnt. Nach Schlusspfiff kam die Mannschaft in die "Kurve", bedankte sich und feierte zusammen mit den Fans überschäumend. Bilder, die man lange nicht mehr gesehen hat!

Die mitgereisten Bayreuther Zuschauer konnten sich in Hälfte zwei ausgiebig auf den Feierakt mit ihren Lieblingen vorbereiten, denn schon zur Pause war die Messe im Grunde gelesen. Eichstätt begann zwar enorm druckvoll und kam wie gewohnt über die physische Präsenz. Doch nach einer Viertelstunde wuchtete Chris Wolf eine zu kurz geratene Kopfballabwehr der Hausherren aus rund 18 Metern unhaltbar in die Maschen (15.) - das gab der SpVgg die nötige Sicherheit. Plötzlich dominierten die Gäste fast nach Belieben, und das münzte die clevere Altstadt auch in weitere Treffer um. Erst setzte Markus Ziereis nach einer Flanke von Alex Nollenberger per Kopf ins Netz (30.), kurz vor dem Halbzeitpiff legte Patrick Weimar ebenfalls per Kopf nach einer Ecke das 0:3 nach (42.).

Eichstätt hätte im zweiten Abschnitt eine furiose Aufholjagd gebraucht, aber dafür stand Bayreuth in der Defensive einfach zu sicher. Die Gäste ließen kaum etwas zu und so konnten sich die Anhänger der Altstadt in aller Ruhe noch ein Bier holen und auf den Ligapokal-Triumph anstoßen.

"Wir haben Historisches geschafft und uns nach 15 Jahren wieder für den DFB-Pokal-Wettbewerb qualifiziert. Ich bin unfassbar stolz auf mein Team. Wir haben eine richtig gute Leistung abgeliefert, viel Leidenschaft gezeigt und tollen Offensiv-Fußball gespielt. Jetzt wird erst einmal richtig gefeiert", sagte Bayreuth-Coach Timo Rost kurz nach Spielschluss.

Eichstätts Übungsleiter Markus Mattes war spürbar geknickt ob der verpassten Gelegenheit, nach 2019 erneut am DFB-Pokal teilzunehmen: "Wir haben sehr gut angefangen, weil wir wussten, dass wir im Prinzip nur eine Chance haben, wenn wir in Führung gehen. Nach dem 0:1 sind wir leider in eine Art Schockstarre verfallen, und man muss auch sagen, dass Bayreuth in der Phase ein unglaubliches Tempo vorgelegt hat. Mit einem 0:1, vielleicht auch noch mit einem 0:2 wäre in der zweiten Hälfte vielleicht noch was drin gewesen. Selbst wenn wir kurz nach der Pause das 1:3 machen, wäre Bayreuth noch einmal ins Grübeln gekommen. So allerdings war die SpVgg einfach deutlich effektiver als wir."

Aufrufe: 08.6.2021, 18:55 Uhr
Mathias WillmerdingerAutor

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