Der Würzburger FV um Alex Dan (weißes Trikot) hatte sich eigentlich für die 2. Runde des Totopokals qualifiziert - verzichtet aber, wie so viele andere Vereine, nun freiwiliig.
Der Würzburger FV um Alex Dan (weißes Trikot) hatte sich eigentlich für die 2. Runde des Totopokals qualifiziert - verzichtet aber, wie so viele andere Vereine, nun freiwiliig. – Foto: Heiko Becker

Totopokal-Teilnahme: Zwischen Fußball-Lust und Corona-Frust

Sieben Teams der Bayernliga Nord könnten am Totopokal teilnehmen und somit von einer Sondergenehmigung Gebrauch machen, doch nur zwei Vereine wollen und können auch wirklich

Die beiden Bamberger Vereine haben die Katze bereits aus dem Sack gelassen was die Teilnahme an der Corona-bedingten Sonderedition des Totopokals betrifft - weit vor der vom BFV gesetzten Meldefrist, die am Montag, 10. Mai ausläuft. Während die Eintracht ihre Teilnahme-Bereitschaft signalisiert hat, will die DJK nicht antreten. Zwei von sieben Teams der Bayernliga Nord, die noch im Verbandspokal vertreten sind, haben also bereits von sich aus für klare Verhältnis gesorgt. Doch was machen Ansbach, Gebenbach, Ammerthal, Abtswind und der Würzburger FV?

Eins vorweg. Nach Normalität sehnen sich alle. Gerade jetzt, mit dem endgültigen Start in den Frühling, kommt vielerorts Wehmut auf, wenn das Grün auf den Rasenplätzen nur so sprießt. Die vom BFV erwirkte Sondergenehmigung, dass, insofern die Kreisverwaltungsbehörden zustimmen, zumindest der Totopokal ausgetragen werden darf, ist da zunächst einmal ein klein bisschen Licht am Ende des Lockdown-Tunnels. Auf den ersten Blick. Denn auf den zweiten Blick sind diese Partien mit einiges an Bürokratie und Leidensbereitschaft verbunden. Denn im schlechtesten Falle bereiten sich die Spieler nach halbjähriger Pause für nur eine Partie vor, ehe es wieder in eine bisher nicht zeitlich begrenzte Pause geht - und das unter erschwerten Bedingungen. Es verwundert also nicht, wenn einige Vereine - trotz lukrativer Argumente - auf eine Teilnahme am Verbandspokal verzichten.

Neben Don Bosco Bamberg haben auch Vertreter von Ansbach, Gebenbach, Ammerthal und der Würzburger FV gegenüber FuPa vorab bekannt gegeben, freiwillig zurück zu ziehen. "Wir hätten gerne teilgenommen. Wir haben aber keine Genehmigung vom Gesundheitsamt erhalten, somit können wir leider nicht teilnehmen", berichtet Stefan Dehm von der SpVgg Ansbach. Während die Mittelfranken also einen staatlichen Riegel vorgeschoben bekommen, verzichten die übrigen drei aufgelisteten Bayernligisten aus freien Stücken. "Der (finanzielle) Aufwand ist zu groß", lässt WFV-Boss Roland Metz wissen und ergänzt: "Außerdem wollen wir vor Zuschauern spielen, wenn wir spielen. Das soll aber nicht erlaubt sein. Wir hätten somit keine Einnahmen, aber erhebliche Ausgaben für die Maßnahmen rund um Training und Spiel."


Dem Inzidenz-Paradies Landkreis Kitzingen sei Dank

Ähnlich wie seine fränkischen Kollegen argumentiert auch Franz Wittich von der DJK Gebenbach. "Zum einen wollen wir keine Sonderrechte gegenüber anderen Sportlern. Zum anderen sehen wir es nicht als nicht sinnvoll an, 2,3 Wochen hochzufahren, um vielleicht ein Spiel zu machen und dann wieder in die Pause zu gehen." Selber Bezirk, selbe Meinung - Tobias Rösl von der DJK Ammerthal begründet den Verzicht seines Teams: "Wir nehmen nicht teil, weil wir es nicht verantworten können gegenüber unseren Spielern. Die Auflagen sind zwar überschaubar, aber Sicherheit geht vor. Zudem gibt es keinerlei Anreiz mehr nach so vielem Hickhack und drei Corona-bedingten Wechselperioden kurzfristig zu starten und das Verletzungsrisiko zu tragen." Eindeutige Worte vom oberpfälzischen Funktionär, der mit Nachdruck fordert: "Es muss endlich Schluss sein!"

Klare und auch verständliche Meinungen. Fußball ist in diesen Tagen nicht alles - so ehrlich muss man sein. Beinahe schon exotisch kommen da deshalb Eintracht Bamberg und der TSV Abtswind daher. Das Kräuterdorf, das im Inzidenz-Paradies (Stand: Freitagabend) Landkreis Kitzingen heimisch ist, hat vom zuständigen Landratsamt bereits die Erlaubnis bekommen, wieder ganz normal trainieren zu dürfen. Das Team von Trainer Claudiu Bozesan ist verhältnismäßig gut gewappnet. Die Verantwortlichen sehen deshalb keine Gründe, warum man nicht am Pokal teilnehmen sollte - zumal es als Teil der Vorbereitung für die neue Saison gesehen wird. "Wir sind bereit", fasst Manager Christoph Mix die Situation bei den Unterfranken kurz und bündig zusammen.

Aufrufe: 07.5.2021, 21:45 Uhr
Helmut WeigerstorferAutor