Darauf müssen die Fußballfans diesen Winter leider verzichten - Budenzauber, egal wo.
Darauf müssen die Fußballfans diesen Winter leider verzichten - Budenzauber, egal wo. – Foto: Berthold Gebhard

Die Fußballfamilie trifft sich diesen Winter nicht

Hallenfußball +++ Die Absage der Hallenturniere ist die einzig richtige Entscheidung +++ Sie schmerzt aber dennoch

Sieben Tage voller Budenzauber bestimmen Jahr für Jahr die zwei Wochen ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag. In Bammental, Eppelheim und Ketsch haben sich die Hallenturniere längst zu einer festen Veranstaltung im Fußball-Kalender entwickelt, zu denen viele Vereine, deren Verantwortliche und Fans immer wieder gerne zusammenkommen.

"Losgelöst vom Punktspielstress unter dem Jahr ist es stets schön zu sehen, wie die Fußballfamilie aus der Region die Zeit in der Halle miteinander verbringt", sagt Tim Schork, der zusammen mit seinem Vater Otmar seit vielen Jahren den SparkassenCup, auch bekannt als Rhein-Neckar-Hallenfußballturnier, organisiert. Seit 2014 findet dieses Turnier in Ketsch statt, zuvor war die Eppelheimer Rhein-Neckar-Halle Austragungsort.

Bis in den Oktober hinein beschäftigten sich die Schorks und ihre Mitstreiter mit der Möglichkeit, in der Ketscher Neurotthalle unter den gewohnten Gegebenheiten mit Kunstrasen und Rundumbande das Turnier durchzuführen. Es wurde unter anderem getestet, ob man mit Luftfiltern die Voraussetzung schaffen könnte, um Zuschauer in der Halle zuzulassen. "Normalerweise versenden wir Anfang September die Einladungen an die Vereine, das haben wir dieses Jahr aber ein wenig hinausgezögert, in die Hoffnung, die Situation rund um Corona würde sich verbessern", verrät Tim Schork. In der ersten Oktoberhälfte fiel dann die bittere Entscheidung: "Als wir gesehen haben, dass sich die Lage eher verschlechtert als verbessert, haben wir entschieden, dass es dieses Jahr leider keinen Sinn macht."

Insgesamt 20 Auflagen zählt das Rhein-Neckar-Hallenfußballturnier mittlerweile. "Das ist eine Herzensangelegenheit von uns", so Schork, der bei aller Enttäuschung positiv vorausblickt, "nächsten Winter wollen wir unser Turnier wieder im gewohnten Umfang durchführen und haben dafür bereits mit unseren Sponsoren gesprochen."

Die ausrichtende SpVgg 06 Ketsch muss neben dem SparkassenCup, der über zwei Tage die Halle füllt, auf weitere beliebte Veranstaltungen verzichten. Das Frauenturnier, gleichzeitig ein Qualifikations-Turnier für den SAP Cup in der Rauenberger Mannaberghalle, muss ebenso ausfallen wie das Alte Herren-Turnier sowie der U13-Masters Cup.

Wer SparkassenCup sagt, muss auch 1603-Cup in Bammental und Martin-Schuhmacher-Gedächtnisturnier in Eppelheim sagen. Diese beiden Turniere fungieren als Qualifikationsturniere für Ketsch und sind alljährlich hervorragend besucht. Da die Organisatoren der drei Hallenturniere eng zusammenarbeiten, fiel die Entscheidung der Absage gemeinsam.

"Wir sind schnell auf einen Nenner gekommen und haben entschieden, dass es nichts bringt, da wir auf keinen Fall in gewohntem Umfang Zuschauer hätten zulassen dürfen", erläutert Achim Scharwatt, Abteilungsleiter des ASV/DJK Eppelheim. Dessen Turnier ist das mit Abstand älteste der drei. Seit 1972 gibt es das Martin-Schumacher-Gedächtnisturnier, damals für die A-Jugend und mit dem jungen Scharwatt als Spieler. Außerdem fanden Klubs wie der SV Waldhof Mannheim oder Eintracht Frankfurt den Weg nach Eppelheim. Im Jahr darauf folgte der erste Wettbewerb für die Herren. Seitdem ist der Kick unterm Hallendach eine feste Institution beim Landesliga-Verein.

Scharwatt lässt keinen Zweifel an der Absicht, im nächsten Jahr wieder als Ausrichter am Start zu sein. Er hofft außerdem darauf, möglichst bald in den geregelten Spielbetrieb zurückkehren zu können. "Ich glaube, viele Fußballer haben dieses Jahr den gleichen Wunschzettel für Weihnachten", teilt er zweifellos die Sehnsucht mit vielen anderen Fußballfreunden.

Einen Vorteil, wenn auch einer auf den alle gerne verzichtet hätten, bringen die Ausfälle mit sich – man hat mehr Zeit. "Unser Sohn Stefan hat sich bereits angeboten an Weihnachten für die ganze Familie zu kochen", schmunzelt Friedbert Ohlheiser, Spielleiter des FC Bammental und Organisator des 1603-Cups in der Elsenzhalle. Somit kommen die Ohlheisers in den Genuss der Kochkünste des 30-Jährigen, der zusammen mit Marc-André Waxmann und einer großen Helferschar jeden Winter unzählige Arbeitsstunden in das Gelingen des Turniers steckt. "Dann müssen wir eben noch zwei Jahre auf unser Jubiläum warten", führt Ohlheiser Senior weiter aus, da dieses Jahr die 19. und nächsten Winter die die 20. Auflage stattfinden sollte.

Aufrufe: 029.12.2020, 11:30 Uhr
red.Autor

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