Verdienter Sieger: Eidertal Molfsee marschierte am Sonnabend von Sieg zu Sieg und sicherte sich so das begehrte Ticket für die Futsal-Landesmeisterschaften in Lübeck. Foto: wti
Verdienter Sieger: Eidertal Molfsee marschierte am Sonnabend von Sieg zu Sieg und sicherte sich so das begehrte Ticket für die Futsal-Landesmeisterschaften in Lübeck. Foto: wti

SpVg Eidertal Molfsee holt sich den Titel ohne Punktverlust

Molfsee gewinnt Kieler Futsal-Kreismeisterschaften

Die Kieler Futsal-Kreismeisterschaften fanden am Sonnabend in der spärlich besuchten Hein-Dahlinger-Halle einen hochverdienten Sieger namens Eidertal Molfsee. Der Topfavorit auf die Meisterschaft in der Verbandsliga Ost marschierte ohne jeglichen Punktverlust durch seine sieben Partien und überzeugte dabei mit einer Mischung aus Spielkontrolle, Zweikampfpräsenz und effektiver Spielintelligenz. Lediglich der MTV Dänischenhagen, der letztlich auf Rang 2 einlief, und der Heikendorfer SV (3. Platz) hätten mit etwas Glück am Thron der Sportvereinigung rütteln können.

„Ich persönlich ärgere mich etwas darüber, dass wir nicht Erster geworden sind“, zeigte sich MTV-Trainer Frank Knocke angesichts des drei Punkte-Rückstands auf den Ligakonkurrenten enttäuscht. „Bei der 1:2-Niederlage gegen Molfsee haben wir es aber letztlich selbst vergeigt“, erinnerte er sich an das dritte Spiel seines Teams, das vielversprechend begann, aber in Person von Eric Lamprecht am Gebälk scheiterte (5.).

So brachte Molfsees Louis Schütt seine Farben schließlich durch einen 6-Meter-Strafstoß nach einem Foul an Marco Quoos in Führung, obwohl der Verursacher des Strafstoßes Yannick Holtz seine Handschuhe dran hatte (9.). Knockes Team bewies jedoch Resilienz und der 40-jährige Lamprecht krönte 56 Sekunden vor der Schlusssirene eine energische Einzelleistung mit dem Ausgleichstreffer, ehe Marvin Blümke eine halbe Minute später doch noch das Siegtor gegen den luftig verteidigenden MTV markierte.

„Hätten wir da unentschieden gespielt, wäre der Turniersieg möglich gewesen, wenn man sich vor Augen führt, dass wir in der Endabrechnung das bessere Torverhältnis aufweisen“, blickte Knocke nur kurz geknickt zurück, zog dann aber ein durchaus positives Fazit: „Das war eine super Einheit und ein geiles Turnier. Die Jungs haben richtig Spaß am Futsal gefunden. Auch wenn der Zuschauerzuspruch sehr überschaubar war, muss ich sagen, dass ich die Futsal-Regeln sehr begrüße. Durch die Teamfoul-Grenze und den Wegfall der Banden werden sowohl Aggressivität als auch Verletzungsgefahr deutlich reduziert.“

Vielleicht, zumindest könnte man dahingehend spekulieren, brachte auch die kurz vor dem Anpfiff dieser richtungsweisenden Partie durch die Turnierleitung verkündete Entscheidung, Dänischenhagens erstes Spiel (3:1-Sieg gegen den Heikendorfer SV) nachzuholen, den Männerturnverein ein Stück weit aus dem Konzept.

„Der Unparteiische hatte in jener Partie eine Rückkehr des mit einer Zwei-Minuten-Zeitstrafe belegten Heikendorfers nach einem Gegentor untersagt und die Turnierleitung entschied nach einem Einspruch von Heikendorfer Seite, dass die anderthalbminütige regelwidrige Unterzahl als spielentscheidend angesehen werden konnte. Deshalb wurde das Spiel neu angesetzt“, erklärte Jens Straßenburg, Spielausschussvorsitzender des Kreisfußballverbandes (KFV) Kiel, den Sachverhalt, der vor Augen führte, dass selbst die Turnier- sowie Spielleitung noch Nachholbedarf bezüglich des Futsal-Regelwerkes haben.

Immerhin gewann der MTV Dänischenhagen die Nachholpartie im Anschluss aller ursprünglich angesetzten Spiele mit 2:0 und sicherte sich so seinen verdienten zweiten Rang. Zwischendurch hätte der HSV seinerseits das Turnier zumindest theoretisch wieder spannend machen können, wenn er in der Begegnung mit Molfsee einen Sieg errungen hätte. Doch die von Matthias Liebal trainierten Eidertaler präsentierten sich auch in ihrem finalen Kräftemessen grundsolide und wiesen die Heikendorfer durch Treffer von Oliver Dreier (5.) und Luca Aouci (10.) in die Schranken. „Wir haben uns schon vorgenommen, dieses Turnier zu gewinnen und haben das letztlich auch verdient getan, auch wenn einige unserer Partien durchaus eng waren“, lobte Liebal die Vorstellung seines Teams, blickt den erreichten Landesmeisterschaften in Lübeck am 3. Februar entgegen und erhofft sich zumindest dort eine etwas stimmungsvollere Kulisse.

Auch wenn die auf den Rängen 4 bis 7 eingelaufenen Teams nicht enttäuschten, jede Partie mit vollem Einsatz angingen und so für Spannung auf dem Parkett sorgten, warf die Endrunde dieser Kreismeisterschaften angesichts von insgesamt nur 13 teilnehmenden Teams (inklusive Vorrunden) die Frage nach der Akzeptanz des Futsals in der Landeshauptstadt und ihrem Umland auf.

Zu allem Überfluss hatte der für die Endrunde qualifizierte TSV Flintbek auch noch kurzfristig aus Personalnot abgesagt und sorgte so für eine Abkehr vom Zwei-Gruppen-Modus mit anschließenden Halbfinals. Der 2. Vorsitzende des KFV, Philipp Möller, schrieb eine Stunde nach der wenig emotionalen Siegerehrung auf der Internetpräsenz des Verbandes gar über einen „Verfall dieser Veranstaltung“. So drastisch muss man es nicht unbedingt sehen, wenngleich der Rahmen dieser Endrunde wirklich kaum jemanden von den Sitzen riss.
Aufrufe: 021.1.2018, 18:35 Uhr
SHZ / wtiAutor

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