2026-01-09T09:36:09.492Z

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Broekhuysen attackiert.
Broekhuysen attackiert. – Foto: Jette Oster

Sportfreunde Broekhuysen zählen zum Favoritenkreis

Der Bezirksligist steht vor einer Saison der weiten Wege. Das sollte die Broekhuysener allerdings nicht davon abhalten, die 60-Punkte-Marke zu knacken. Dabei soll auch ein neuer Mann helfen, der Oberliga-Erfahrung mitbringt.

Die Rechnung ist eigentlich ganz einfach. Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, dass die Sportfreunde Broekhuysen pro Halbserie in der Bezirksliga mindestens 30 Punkte holen. Eher sogar noch etwas mehr. In der Saison 2023/24 landete die Mannschaft auf diese Weise mit 63 Zählern auf Rang vier.

Den einzigen Ausrutscher gab’s in der Hinrunde der abgelaufenen Spielzeit, als man gerade einmal 17 Punkte holte. Die Korrektur ließ nicht lange auf sich warten. Nach der Winterpause schwangen sich die Sportfreunde wieder zur gewohnten Form auf und trudelten schließlich mit 48 Zählern auf Rang sechs im Ziel ein. Soll heißen: In der kommenden Saison zählt die Mannschaft von Trainer Sebastian Clarke in der Bezirksliga-Gruppe 4 zum engsten Favoritenkreis. Und dafür gibt es mehrere Gründe.

Denn die hochkarätige Konkurrenz der vergangenen Jahre hat sich entweder in die Landesliga verabschiedet (GSV Moers, Viktoria Goch). Oder spielt in der nächsten Saison in den Gruppen 3 (VfL Tönisberg) oder 5 (FC Neukirchen-Vluyn, TuS Asterlagen).

Gute Ausgangslage

„Es stimmt schon. Wenn ich einen Blick auf unsere Gruppe werfe, sehe ich keinen ausgesprochenen Top-Favoriten. Das sind wir allerdings auch nicht. Ich denke aber schon, dass wir oben mitspielen können, wenn wir eine konstante Saison spielen“, sagt Clarke.

Die Voraussetzungen dafür sind nicht schlecht. Der Umbruch, der nach dem unglücklichen Abstieg aus der Landesliga im Sommer 2023 in die Wege geleitet werden musste, ist erfolgreich vollzogen worden. Die jungen Spieler haben wertvolle Erfahrungen gesammelt – gerade auch in der verkorksten Hinrunde der Vorsaison. Inzwischen steht wieder eine eingespielte Mannschaft auf dem Platz, die praktisch komplett zusammengeblieben ist.

Ins Gewicht fällt nur der Verlust von Mittelfeldspieler Yannis Weyers, der nach Köln gezogen ist und vorerst eine Pause einlegt. Maik Weymanns war schon in der abgelaufenen Saison aus Verletzungsgründen nur noch sporadisch zum Einsatz gekommen und soll seinen Kollegen in Zukunft als Fitnesscoach Beine machen.

Auf der anderen Seite ist der Kader sinnvoll ergänzt worden. „Wir mussten auf den zentralen Positionen etwas machen. Ich bin froh, dass uns dies auch gelungen ist“, so Clarke. Fündig geworden sind die Sportfreunde beim A-Ligisten Viktoria Winnekendonk. Mittelfeldspieler Philipp Brock und Innenverteidiger Dennis Belzek gehörten beim Klub, der mehrfach den Bezirksliga-Aufstieg um Haaresbreite verpasst hat,zu einer eingespielten Achse. Beide haben schon in den ersten Testspielen im neuen Trikot einen starken Eindruck hinterlassen.

Gute Verstärkungen

Eine interessante Vita kann Neuzugang Nummer drei vorweisen. Sores Agirman kommt zwar vom Ligarivalen Kevelaerer SV, stammt aber aus Niedersachsen. Dort startete der inzwischen 29-jährige Mittelfeldspieler seine Seniorenlaufbahn bei den Oberligisten MTV Gifhorn und Lupo Martini Wolfsburg. Später war er mehrere Jahre für den Braunschweiger Landesligisten SSV Kästorf im Einsatz. „Sores bringt eine enorme Ruhe und Sicherheit am Ball mit und tut unserem Spiel damit sehr gut“, sagt Clarke.

Außerdem kehren die Angreifer Tom Beterams und Marius Brüx nach einem kurzen Gastspiel beim Lokalrivalen SC Auwel-Holt zurück, der freiwillig den Gang in die Kreisliga B angetreten hat.

Die Mannschaft aus dem äußersten Südzipfel des Kreises Kleve muss sich auf eine Saison der weiten Wege einstellen. Von Nachbarschaftsduellen kann eigentlich nur in den Spielen gegen den Kevelaerer SV und die DJK Twisteden die Rede sein. Selbst nach Pfalzdorf oder Weeze fallen mindestens eine halbe Stunde Fahrtzeit mit dem Auto an, ganz zu schweigen von Partien in Rhede, Friedrichsfeld, Haldern oder Dingden. „Für uns wäre zwar eine Liga mit Gegnern aus dem Raum Viersen und Krefeld attraktiver gewesen, aber das lässt sich nun einmal nicht ändern“, sagt Clarke.

Dafür bietet die Gruppe 4, in der sich auf den ersten Blick kein Überflieger erkennen lässt, dem sympathischen Dorfverein die willkommene Gelegenheit, nach 2014 und 2022 zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte den Aufstieg in die Landesliga zu schaffen. Sebastian Clarke, der bereits in seines zehntes Jahr bei den Sportfreunden geht, möchte davon noch nichts wissen: „Ich achte schon darauf, dass wir auf dem Teppich bleiben. Erst einmal ist Konstanz gefragt, bevor wir über andere Dinge reden.“

Aufrufe: 018.7.2025, 20:00 Uhr
Volker HimmelbergAutor